Sporski Journal
+++ Sportzeitung für Serbien +++

Zvezda Apatin stolpert - Smederevo siegt clever mit 2:0

Es war eine dieser bitterkalten Januarnächte, in denen man sich fragt, ob die Fans von Zvezda Apatin mehr Mut oder mehr Liebe zu ihrem Klub besitzen. 37.641 Zuschauer hatten sich am 5. Spieltag der 1. Liga Serbien ins Stadion verirrt - und sie sahen ein Spiel, das ihnen beides abverlangte: Geduld und Leidensfähigkeit. Am Ende jubelten jedoch die Gäste aus Smederevo, die mit einem abgeklärten 2:0-Sieg die Punkte mitnahmen und Apatin ratlos zurückließen.

Dabei begann alles gar nicht so einseitig. Zvezda hatte mehr Ballbesitz (53 Prozent), kombinierte gefällig im Mittelfeld, doch vorne fehlte das, was Trainer in Pressekonferenzen gern "die letzte Konsequenz" nennen. Drei magere Torschüsse in 90 Minuten sprechen eine traurige Sprache - und lassen Torhüter Enrique Mendivil von FK Smederevo fast verlegen zugeben: "Ich hab mir zwischendurch gewünscht, einer schießt mal richtig. Sonst friert man da hinten ja ein."

Smederevo dagegen spielte schnörkellos, direkt und mit viel Druck über die Flügel. Schon in den ersten 15 Minuten prüften sie Apatins Torwart Giacomo Lamezia gleich fünfmal. Callum Perlman, Miroslav Raickovic und Petar Ilic schossen aus allen möglichen Winkeln - als wollten sie testen, ob der Ball vielleicht irgendwann aus Mitleid reingeht. Doch Lamezia hielt, was zu halten war, und so ging es mit einem 0:0 in die Pause.

Trainer Osteroder FC blieb ruhig - zumindest äußerlich. "Wir wussten, dass sie müde werden", sagte er hinterher mit einem schmalen Lächeln. "Unsere Jungs müssen nur lange genug rennen, dann kommt der Moment." Und der kam.

In der 70. Minute war es schließlich der eingewechselte Danko Ristic, der nach einer feinen Hereingabe von Agustin Aznar goldrichtig stand. Ein flacher Schuss ins rechte Eck, Lamezia chancenlos, und plötzlich war es totenstill im Stadion. Ristic rannte jubelnd zur Eckfahne, während Aznar ihm nachlief und dabei schrie: "Ich hab’s dir gesagt, Bruder!" - eine Szene, die sogar den Reporter auf der Pressetribüne kurz lächeln ließ.

Apatin versuchte es danach verzweifelt, doch es blieb beim Versuch. Ihr Mittelfeldmotor Marko Despotovic winkte entnervt ab, als wieder ein Pass ins Nichts segelte. "Wir hatten den Ball, aber keine Idee", gab er später zu. Trainername unbekannt, aber sichtbar frustriert, trat nach dem Abpfiff gegen eine Wasserflasche - sie flog weiter als jeder seiner Stürmer im Strafraum.

Während Zvezda also ideenlos blieb, lauerte Smederevo weiter auf Konter. In der Nachspielzeit machte Miguel Alvar den Deckel drauf: Nach einem Konter über Gojko Zigic schob der 32-jährige Rechtsaußen überlegt ein - 0:2 in der 94. Minute. "Ich wollte eigentlich in die Ecke flanken", grinste Alvar später, "aber manchmal weiß der Ball besser, wohin er soll."

Apatins Verteidiger Lubomir Harsanyi, der noch in der 77. Minute selbst zum Schuss gekommen war, nahm die Niederlage gefasst: "Wir haben den Ball schön laufen lassen - leider meistens im Kreis." Eine treffende Analyse. Denn obwohl Zvezda mehr Ballbesitz hatte, war Smederevo in allen entscheidenden Momenten wacher, präziser und schlicht gefährlicher. 16 Torschüsse sprechen Bände.

Kleiner Wermutstropfen für die Gäste: Petar Ilic sah kurz vor der Pause Gelb, später folgte Zvonimir Kujovic in der 79. Minute. Außerdem musste der junge Miroslav Raickovic verletzt raus - Trainer Osteroder FC kommentierte trocken: "Er hat sich beim Jubeln über einen gewonnenen Einwurf verhoben." Ob das stimmt, bleibt sein Geheimnis.

Am Ende blieb den Fans von Zvezda nur der Galgenhumor. Beim Verlassen des Stadions hörte man einen älteren Zuschauer murmeln: "Wenn Ballbesitz Tore wären, stünden wir ganz oben." Und tatsächlich: Auf dem Papier hatte Apatin alles im Griff - nur eben nicht den Gegner.

Fazit eines Abends, der mehr versprach, als er hielt: Smederevo siegte verdient, weil sie den einfacheren Plan hatten - Ball erobern, Flügel nutzen, treffen. Zvezda Apatin hingegen wirkte wie ein Künstler ohne Leinwand: viel Bewegung, keine Wirkung.

Vielleicht tröstet sie der Gedanke, dass auch Schönheit manchmal punktlos bleibt. Oder, wie Kapitän Despotovic es formulierte: "Wir haben nicht verloren, wir haben nur vergessen, Tore zu schießen."

Ein Satz, der wohl noch bis zum nächsten Spieltag auf dem Trainingsgelände nachhallen dürfte.

17.03.643987 04:32
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Ich denke, dass man stolz sein kann auf die Leistung von Schalke 04, wegen der Leistung.
Andreas Möller
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