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Arad fliegt auf den Flügeln - Cluj stolpert über die eigene Taktik

Es war ein kalter Abend in Cluj, aber auf dem Rasen des Ion-Moina-Stadions herrschte von Beginn an heiße Luft - nicht nur wegen der 12.500 Zuschauer, die zwischen Hoffnung und Kopfschütteln schwankten. "Wir wollten kompakt stehen", murmelte Clujs Abwehrchef Sergiu Dinu nach dem Abpfiff. Leider stand seine Mannschaft so kompakt, dass kaum Bewegung nach vorne möglich war. Das Resultat: ein 0:2 gegen ATU Arad, das in seiner Klarheit so verdient war, dass selbst der Stadionsprecher kurz sprachlos blieb.

Dabei hatte Cluj, zumindest auf dem Papier, die besseren Voraussetzungen. Mehr Ballbesitz (52,7 Prozent), technisch ansehnlich, bemüht um Kontrolle. Doch was nützt Kontrolle, wenn der Gegner mit zwölf Torschüssen doppelt so oft gefährlich wird wie man selbst? Arad agierte wie eine Mannschaft, die wusste, was sie wollte: über die Flügel kommen, früh abschließen, keine Kompromisse. Und genau das taten sie.

Schon in der 11. Minute klingelte es im Kasten der Hausherren. Mike Ulrich, der 23-jährige Rechtsaußen mit der Dynamik eines Espresso-Doppels, schob nach Vorarbeit von Evgenios Manos überlegt ein. "Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass der Ball nicht ins Parkhaus fliegt", grinste Ulrich später in der Mixed Zone. Manos wiederum beschrieb den Treffer etwas poetischer: "Wir haben geübt, wie man Räume öffnet. Heute war da ein ganzer Boulevard."

Cluj versuchte zu reagieren, spielte sich sogar gelegentlich in die Nähe des gegnerischen Strafraums - doch die wenigen Abschlüsse von Marcel Nicolita wirkten eher wie höfliche Anfragen denn wie ernsthafte Drohungen. Der Routinier, 34 Jahre alt, schüttelte nach einem seiner drei Torschüsse nur den Kopf: "Ich hab gezielt, aber der Ball hatte wohl eigene Pläne."

Noch vor der Pause sorgte dann Sergio Gome für den zweiten Schlag ins Gesicht der Cluj-Fans. In der 42. Minute, nach einem schnellen Doppelpass mit Olaf Vetter, zog der rechte Mittelfeldspieler trocken ab - 0:2. Der junge Torwart Vlad Negrila, erst 17, streckte sich vergeblich. "Ich war dran - aber nicht genug. Vielleicht nächstes Jahr", sagte er mit einem Lächeln, das eher Tapferkeit als Zufriedenheit ausdrückte.

Kurz darauf sah Dinu Gelb, als er einmal zu spät kam - sinnbildlich für den gesamten Abend. Arads Trainer Mister Zvenson blieb an der Seitenlinie ruhig, nur einmal warf er demonstrativ seine Kappe in die Luft, als seine Jungs kurz vor der Pause beinahe das 0:3 nachlegten. "Ich wollte sehen, ob sie reagieren. Sie haben’s getan", erklärte er später trocken.

In der zweiten Halbzeit wurde Cluj mutiger - oder verzweifelter, je nach Perspektive. Der Ball lief sicher, aber ohne Zug. Arad verteidigte clever, ließ sich nie aus der Ruhe bringen und kam selbst immer wieder gefährlich vor das Tor. Ulrich prüfte Negrila zweimal aus der Distanz (62., 66.), Javi Miro tanzte in der 91. Minute noch einmal durch die Abwehr - aber das 0:3 blieb aus.

Statistisch gesehen war Cluj also leicht überlegen beim Ballbesitz, aber das war, als würde man im Restaurant das größere Glas Wasser haben und trotzdem hungrig bleiben. Arad gewann 55,5 Prozent der Zweikämpfe, spielte direkter, mutiger, und hatte schlicht mehr Zielwasser in den Beinen.

Zvensons Matchplan war klar: lange Bälle, Flügelspiel, aggressives Nachsetzen. "Wir wollten, dass Cluj denkt, sie hätten alles im Griff - und dann zuschlagen", sagte der Coach mit einem Grinsen, das irgendwo zwischen Genie und Schurke schwankte.

Für Clujs Trainer - der nach dem Spiel lieber ungenannt bleiben wollte - war es ein Abend zum Vergessen. "Wir haben das Spiel nicht verloren, weil wir schlecht waren, sondern weil Arad besser war", sagte er und ergänzte nach einer kurzen Pause: "Na gut, vielleicht auch ein bisschen, weil wir schlecht waren."

So bleibt Cluj im Niemandsland der Tabelle und Arad jubelt über drei verdiente Punkte. Die jungen Wilden aus Arad - gleich drei 17-Jährige standen auf dem Platz - zeigten, dass Mut und Geschwindigkeit manchmal mehr zählen als Erfahrung und Ballbesitzstatistiken.

Am Ende applaudierten selbst einige Cluj-Fans höflich den Gästen. Einer rief von der Tribüne: "So spielt man Fußball!" - worauf ein anderer trocken antwortete: "Leider nicht unserer."

Ein Abend, der gezeigt hat, dass Zahlen nicht lügen - aber sie erklären auch nicht alles. Cluj hatte den Ball, Arad das Spiel. Und manchmal reicht das völlig.

10.04.643987 03:32
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Ich hab früher schon in der Westkurve gestanden und Lothar Matthäus beschmissen.
Mario Basler
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