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Bad Kleinen dreht das Spiel - Köhler trifft in letzter Minute

Ein kalter Januarabend, 36.728 Zuschauer, Flutlicht, und ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird: Bad Kleinen schlägt den SV Beuel mit 3:2 - und das nach einem Herzschlagfinale in der 90. Minute. Meik Köhler, der bullige Mittelstürmer der Gastgeber, avancierte mit seinem späten Treffer zum Helden eines Abends, der an Dramatik kaum zu überbieten war.

Dabei begann alles recht ungemütlich für die Elf von Trainer Cw WC. Schon in der 10. Minute zappelte der Ball im Netz der Gastgeber - Bailey Galbraith, der erfahrene Engländer im Sturmzentrum der Beueler, traf nach feinem Zuspiel von Bernt Burger zum 0:1. "Da dachte ich kurz, wir müssten heute lange hinterherlaufen", gestand Bad Kleinens Keeper Yannik Wilhelm später mit einem schiefen Lächeln.

Doch Bad Kleinen wäre nicht Bad Kleinen, wenn sie nicht in der Lage wären, aus dem Nichts zurückzuschlagen. Eine halbe Stunde war gespielt, als Marwin Paul, der flinke Rechtsaußen, nach Vorlage von Marc Meister trocken zum Ausgleich einschob. "Wir wollten zeigen, dass wir auch Fußball spielen können - nicht nur rennen", grinste Paul nach dem Spiel.

Mit 1:1 ging es in die Pause, doch die zweite Halbzeit sollte zum offenen Schlagabtausch werden. Beuel kam mit Schwung aus der Kabine und legte durch denselben Galbraith in der 50. Minute erneut vor - diesmal nach feiner Vorarbeit von Leandro Rodrigo. Der Stürmer drehte jubelnd ab, und Trainer Rene Kuhl klatschte zufrieden in die Hände - zu früh, wie sich herausstellen sollte.

Denn Bad Kleinen, die leicht im Ballbesitz unterlegen waren (49 zu 51 Prozent), aber unbeirrbar nach vorn spielten, fand den Weg zurück ins Spiel. In der 72. Minute sorgte Rechtsverteidiger Jannik Wimmer für den Ausgleich. Ja, richtig gelesen: der Rechtsverteidiger! Nach einer schönen Kombination über den eingewechselten Frank Thomas drosch Wimmer den Ball volley ins lange Eck - ein Tor, das man eher in einem Highlightvideo vermutet. "Ich wollte eigentlich flanken", gestand er hinterher lachend, "aber wenn er so reingeht, sag ich natürlich nichts dagegen."

Das Stadion bebte, die Fans sangen, und Trainer WC brüllte seine Jungs nach vorn. "Wir wollten dieses Spiel gewinnen, egal wie", erklärte er später in der Pressekonferenz. Und sie gewannen - weil ein gewisser Meik Köhler in der 90. Minute zur Stelle war. Nach einem weiten Ball von - ausgerechnet - Torschütze Wimmer setzte sich Köhler robust gegen zwei Verteidiger durch und schob den Ball mit der letzten Kraft ins Netz. 3:2, das Stadion explodierte.

"Ich hab einfach reingehalten, die Kugel wollte wohl auch mal heim", sagte Köhler mit einem breiten Grinsen, während ihm Mitspieler Marwin Paul eine Wasserflasche über den Kopf leerte. Trainer WC war da schon nicht mehr zu halten: "So ein Spiel, das ist pure Emotion. Da schmeckt selbst der kalte Tee in der Kabine nach Champagner."

Beuel dagegen verließ das Feld frustriert. Trainer Kuhl suchte nicht nach Ausreden: "Wir hatten die Chancen, 13 Torschüsse, zwei Tore - das reicht nicht in dieser Liga. Und wenn du hinten zu naiv bist, verlierst du solche Spiele." Sein Kapitän Michel Herrero nickte wortlos daneben.

Statistisch war es ein Spiel auf Augenhöhe - 9 Torschüsse für Bad Kleinen, 13 für Beuel, nahezu ausgeglichener Ballbesitz. Doch die entscheidenden Momente gehörten den Hausherren, die mit Offensivdrang und unerschütterlichem Glauben das Blatt wendeten. Selbst die Einwechslungen von Beuel (Puljiz, Behrens, Kaiser) brachten keine Wende mehr, während WC mit jungen Kräften wie Thomas und Hübner frischen Wind ins Spiel brachte.

Als der Schlusspfiff ertönte, fiel eine Mischung aus Erleichterung und Stolz über das Stadion. Die Fans feierten ihre Helden, die Spieler tanzten auf dem Rasen, und irgendwo auf der Tribüne rief einer: "So spielt ein Tabellenführer!" - auch wenn Bad Kleinen das noch nicht ist. Aber nach so einem Abend darf man wenigstens mal davon träumen.

Und während die Flutlichter langsam erloschen, blieb ein Satz von Torschütze Wimmer hängen: "Manchmal gewinnt nicht das bessere Team, sondern das, das einfach nicht aufhört zu glauben." In Bad Kleinen glaubt man jetzt wieder - und das mit breitem Grinsen.

04.03.643987 18:26
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Die Bayern vertragen keine Härte, und ich bin der erste, der anfängt damit.
Torsten Legat vor dem Spiel VfB Stuttgart gegen Bayern München 1996
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