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2. Bundesliga | 12. Spieltag | 28.09.26 | FV Bad Urach - TuS Hordel 1:0 Dabei hatte Bad Urach von Beginn an deutlich mehr vom Spiel. 59,6 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, dazu 19 Torschüsse. Hordel brachte es auf keinen einzigen. Nicht einen. Der TuS betrieb also eine bemerkenswert konsequente Form der Chancengleichheit: Torwart Werner Schultz durfte sich über einen ruhigen Abend freuen, während die Uracher Angreifer offenbar beschlossen hatten, die Spannung bis zur letzten Viertelstunde künstlich hochzuhalten. Elias Rodriguez eröffnete in der 13. Minute den Reigen der Uracher Abschlüsse. Alexander Neil, Frank Keller und Julien Langlois legten nach, Keller sogar mehrfach. Alain Fouquet prüfte Hordels Defensive ebenso wie Daniel Washington. Doch der Ball wollte partout nicht ins Netz. Auf der Tribüne wurde bereits scherzhaft gemutmaßt, ob Bad Urach vielleicht erst eine schriftliche Einladung an den Ball schicken müsse. "Wir hatten genug Möglichkeiten, um das Spiel früher zu entscheiden", sagte Trainer Giuseppe Spera nach der Partie sinngemäß. "Aber manchmal braucht ein Tor eben etwas Überzeugungsarbeit." Sein Gegenüber Ute Finkeldy setzte mit Hordel auf Konter und lange Bälle. Das klang auf dem Papier offensiv, wirkte auf dem Rasen jedoch über weite Strecken eher wie ein vorsichtiger Ausflug in die gegnerische Hälfte - mit Rückfahrkarte. Kurz vor der Pause blieb es beim 0:0. Hordel wechselte zur zweiten Hälfte gleich dreimal: Kay Fuhrmann kam für Harald Anders ins Tor, Meik Heine ersetzte Dennis Brandt, und Paul Witte übernahm für Karsten Runge auf der linken Seite. Der erhoffte Befreiungsschlag blieb jedoch aus. Bad Urach machte weiter Druck, ohne in blinden Aktionismus zu verfallen. Die Mannschaft spielte zwar mit langen Pässen und ohne dauerhaftes Pressing, kontrollierte aber das Geschehen und hielt Hordel vom eigenen Tor fern. Mike Klein, Langlois und Keller sorgten nach dem Seitenwechsel für weitere Warnsignale. In der 70. Minute brachte Spera Domingo Pacos für Olaf Neumann und Julien Langlois für Eduardo Pelegrin. Die Entscheidung, Pelegrin zunächst vom Feld zu nehmen, besaß im Nachhinein allerdings ungefähr die dramaturgische Eleganz eines Krimis, in dem der Täter fünf Minuten vor Schluss wieder auftaucht. Denn in der 75. Minute kehrte Pelegrin zurück. Drei Minuten später schlug er zu. Andrew Clancy bereitete den Treffer vor, Pelegrin vollendete zum 1:0. Ein Treffer, der nicht spektakulär angekündigt worden war, aber genau deshalb so befreiend wirkte. "Ich dachte kurz, der Ball wartet genauso lange wie wir", soll Pelegrin danach augenzwinkernd gesagt haben. "Zum Glück hatte er dann doch noch einen Termin im Tor." Hordel fand auch danach keinen Weg zurück ins Spiel. In der 88. Minute sah Meir Goldmann die Rote Karte, womit die ohnehin überschaubaren Hoffnungen des TuS endgültig verschwanden. Bad Urach brachte die Führung sicher über die Zeit. Am Ende stand ein 1:0 (0:0), das deutlich knapper aussieht, als es der Spielverlauf war. Bad Urach sammelte drei Punkte, Hordel immerhin die Erkenntnis, dass man auch ohne Torschuss sehr lange im Spiel bleiben kann. Für einen Sieg reicht diese Taktik allerdings ungefähr so zuverlässig wie ein Regenschirm aus Zeitungspapier. 29.09.2026 09:06 |
Sprücheklopfer
Fußball spielt sich zwischen den Ohren ab. Da war teilweise Brachland, das neu bepflanzt werden musste.
Rainer Bonhof