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Bayer trifft, Merseburg siegt - Hennef verteidigt sich tapfer vergeblich

Ein kühler Februarabend, Flutlicht, 29.121 Zuschauer im Merseburger Stadion - und die Frage, ob der VfB endlich den ersten Heimsieg der Saison holen würde. Am Ende war es ein Spiel, das weniger durch Glanz als durch Geduld entschieden wurde. Der VfB Merseburg besiegte den SC Hennef mit 1:0, und das Ergebnis liest sich so knapp, wie das Spiel tatsächlich war - mit einem Hauch von Ironie: Die Gastgeber feuerten 21 Torschüsse ab, trafen aber nur einmal ins Netz.

"Ich habe irgendwann aufgehört zu zählen", grinste Stürmer Stille Scranton nach dem Spiel, "wir hätten auch noch bis Mitternacht spielen können - der Ball wollte einfach nicht rein." Dass er in der 62. Minute dann doch den entscheidenden Pass zum Tor gab, dürfte ihn mit der Fußballwelt versöhnt haben. Sein Querpass fand Mark Bayer, der aus spitzem Winkel trocken ins rechte Eck einschoss - 1:0, das Tor des Abends.

Bis dahin war es ein Geduldsspiel. Schon nach drei Minuten hatte Scranton den ersten Abschluss, Sekunden später folgte Bayer selbst mit einem wuchtigen Distanzschuss - doch Hennefs Keeper Asier Beto war früh im Spielmodus. Auch Michele Romano prüfte ihn aus der zweiten Reihe, vergeblich. Hennef antwortete durch Dominique Hayman, der in der 7. Minute den Ball über den Querbalken jagte. Ein Warnschuss, der zeigte: Ganz ohne Offensivlust waren die Gäste nicht angereist.

Trainer Giovanni Diaco hatte seine Elf defensiv eingestellt, und das sah man. "Wir wollten kompakt stehen", erklärte er nach dem Spiel mit südländischem Temperament und einem Schulterzucken. "Das hat 61 Minuten funktioniert." Tatsächlich verteidigte der SC mit allem, was Beine hatte, blieb aber offensiv harmlos - nur acht Torschüsse verzeichneten die Statistiker.

Merseburg dagegen drückte. Uwe Lee, der 20-jährige Wirbelwind auf rechts, machte seinem Gegenspieler Christian Zeni das Leben schwer, schoss in der 58., 59. und 61. Minute gleich dreimal aufs Tor, ehe Bayer im nächsten Angriff die Erlösung brachte. "Ich hab Uwe noch rufen hören: ’Mach du’s einfach!’", erzählte Bayer lachend. "Da bleibt einem ja nichts anderes übrig."

Nach dem Treffer zog sich Merseburg etwas zurück, wohl auch, weil Trainer Dieter Bergmann an der Seitenlinie hektisch gestikulierte. "Ich wollte, dass die Jungs ruhiger spielen. Aber das Wort ’ruhig’ kommt in ihrem Vokabular offenbar nicht vor", sagte er später mit einem halben Lächeln.

Hennef versuchte in der Schlussphase, das Ergebnis zu drehen, doch so recht fehlte die Idee. Ivica Dukic versuchte es aus 25 Metern (81.), Jorge da Costa zog in der Nachspielzeit ab (95.) - beide Male war VfB-Torwart Robert McGowan zur Stelle, der ansonsten einen erstaunlich ruhigen Abend verbrachte.

Ein bisschen Farbe brachte noch die 78. Minute: Hennefs Rechtsverteidiger Diego Sousa sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen gegen Gutierre. Neun Minuten später revanchierte sich Merseburgs Rafet Karaer auf der anderen Seite - ebenfalls Gelb. "Das war kein Foul, das war eine freundliche Begrüßung", meinte Karaer später spitz.

Taktisch blieb alles, wie es begann: Merseburg offensiv, Hennef defensiv. 51,9 Prozent Ballbesitz für den VfB, 55 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die das Spiel ziemlich genau beschreiben. Kein Spektakel, aber ein verdienter Arbeitssieg.

"Wir haben uns das erarbeitet", sagte Trainer Bergmann. "Schön war’s nicht, aber effektiv. Wobei - schön ist ein 1:0 ja immer, wenn man’s gewinnt." Giovanni Diaco sah das naturgemäß anders: "Ein Punkt wäre fair gewesen. Aber fair ist Fußball selten."

Als die Flutlichter ausgingen, hatte Merseburg drei Punkte mehr auf dem Konto und Hennef immerhin das Gefühl, sich teuer verkauft zu haben. Die Fans gingen zufrieden nach Hause, auch wenn einige noch über die Chancenflut der ersten Halbzeit rätselten.

Ein älterer Herr auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Wenn die noch ein bisschen zielen lernen, dann wird das was mit Europa." Ob er das ernst meinte, weiß niemand. Aber an diesem Abend durfte Merseburg wenigstens für einen Moment davon träumen.

Und wenn man genau hinhörte, konnte man sogar den Wind durch die leeren Tribünen pfeifen hören - oder war das der erleichterte Seufzer von Dieter Bergmann? Egal. Drei Punkte sind drei Punkte, und in Merseburg weiß man: Schönheit vergeht, ein 1:0 bleibt.

03.07.643990 17:16
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