Sportecho
+++ Sportzeitung für Deutschland +++

Beuel tanzt - 4:1-Gala gegen Bornaer SV lässt Stadion beben

Wenn 38.203 Zuschauer an einem lauen Aprilabend die Beuel-Arena füllen, dann liegt etwas in der Luft - und zwar kein Pollenflug, sondern Torjubel. Der SV Beuel verwandelte am Donnerstagabend das eigene Stadion in ein Tollhaus und zerlegte den Bornaer SV mit 4:1. Ein Ergebnis, das so deutlich klingt, wie es sich anfühlt: verdient, leidenschaftlich und mit einer Prise sarkastischer Gelassenheit.

Schon nach drei Minuten hatte Jorge Quaresma offenbar beschlossen, dass man keine Zeit mit taktischen Abtastspielchen verschwenden müsse. Nach einer butterweichen Flanke von Leandro Rodrigo drosch der Portugiese den Ball humorlos unter die Latte - 1:0. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Quaresma später, "aber der Ball hat sich entschieden, ein Tor zu werden."

Borna reagierte prompt: In der zwölften Minute nutzte Claudios Bleecker nach Zuspiel von Eric Desjardins eine seltene Unaufmerksamkeit der Beueler Defensive und glich aus. Kurz keimte Hoffnung bei Trainer Wer Ninho auf, doch die verflog schneller als eine Cola im Fanblock. Nur drei Minuten später stellte Pascal Charpentier den alten Abstand wieder her - erneut hatte Rodrigo seine Füße im Spiel. "Leandro war heute überall, sogar da, wo man ihn gar nicht erwartet hat", lobte Beuel-Coach René Kuhl.

Bis zur Pause blieb’s beim 2:1. Borna versuchte mit robuster Spielweise (Gelb für Schatalow in Minute 35) Präsenz zu zeigen, doch Beuel ließ sich nicht aus dem Konzept bringen. 17 Torschüsse insgesamt, fast 51 Prozent Ballbesitz - das war mehr als nur Statistik, das war Kontrolle in elegantem Blau-Weiß.

Nach der Pause änderte sich wenig: Borna blieb defensiv wie ein verschlossener Tresor, in dem allerdings kein Gold lag, während Beuel weiter munter kombinierte. In der 54. Minute war es erneut Quaresma, der nach feinem Doppelpass mit Charpentier eiskalt vollendete. 3:1 - und diesmal jubelte er mit einem ironischen Blick zur Gästebank. "Er hat uns provoziert", knurrte Borna-Kapitän Desjardins, "aber ehrlich gesagt: Ich hätte auch gejubelt."

Dann kam die 70. Minute - und der Moment des Abends. Elof Anderson, sonst eher für rustikale Grätschen bekannt, fasste sich ein Herz, zog aus 25 Metern ab und traf. 4:1! "Ich dachte, der Ball fliegt auf die Tribüne", lachte Anderson später. "Aber dann war er plötzlich drin - und ich auch ein bisschen sprachlos." Sein Vorlagengeber, der 19-jährige Oliver Hausmann, bekam kurz danach Gelb, weil er beim Jubel mit der Eckfahne Tango tanzte.

Borna versuchte noch, mit drei Wechseln zur Halbzeit und später ein wenig Flügelspiel (Trainer Ninho hatte auf "WINGS"-Angriff umgestellt) Struktur zu finden - doch Beuel war an diesem Abend einfach zu abgeklärt. Selbst die Gelbe Karte für Anderson (64.) änderte nichts am Spielfluss. Die Gäste kamen in der zweiten Hälfte kaum noch gefährlich vor das Tor von Herbert Dahlstrom, der wohl auch in der Eisdiele hätte stehen können, so selten musste er eingreifen.

"Wir haben heute Fußball gearbeitet, nicht gespielt", resümierte Ninho auf der Pressekonferenz. Sein Blick verriet allerdings, dass ihm die 4:1-Abreibung noch schwer im Magen lag. René Kuhl hingegen strahlte, als hätte er gerade den Meistertitel gewonnen: "Die Jungs haben verstanden, dass Offensive keine Schande ist. Ich hab ihnen gesagt: Wenn ihr schon lauft, dann bitte in Richtung Tor."

Die Zuschauer gingen glücklich nach Hause - und manche summten dabei angeblich schon von der Rückkehr des "alten Beuel". Ob das nun ironisch gemeint war oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist: Zwei Spiele, sieben Tore, null Langeweile. Die Offensive um Quaresma und Charpentier brennt, das Mittelfeld um Rodrigo zieht die Fäden, und hinten hält Anderson - manchmal sogar mit Torerfolg.

Zum Abschied meinte Quaresma augenzwinkernd: "Vielleicht mache ich nächste Woche mal keins, damit es spannend bleibt." Sollte er das ernst meinen, wird René Kuhl ihm wohl das Gegenteil einreden. Denn wenn Beuel weiter so spielt, könnte selbst der Tabellenführer bald nervös auf die Rheinseite blicken.

Ein Spiel, das zeigte: Fußball kann gleichzeitig Spaß, Spektakel und Stil sein - und manchmal auch ein bisschen Satire in Bewegung.

02.04.643997 21:45
Login
Emailadresse
Passwort
Sprücheklopfer
Gegen uns hätten wir auch gewonnen.
Klaus Allofs
NETZWERK
Football Manager
Manager de fútbol
Calcio manager
Football Manager
LINKS
Kostenlos registrieren
Online-Hilfe
Freie Teams
Spieltag & Tabelle
Plattform-News
COMMUNITY
Zeitung
Stammtisch
Chat
ÜBER UNS
Impressum
Kontakt
AGB
Managerspiel Onlinemanager