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Bloch und Galindo bestrafen Hordel: Fortuna siegt 2:1

2. Bundesliga | 19. Spieltag | 24.07.26 | TuS Hordel - Fortuna Chemnitz 1:2

Fortuna Chemnitz hat am 19. Spieltag der 2. Bundesliga einen ebenso verdienten wie unnötig spannenden 2:1-Auswärtssieg bei TuS Hordel gefeiert. Vor 28.315 Zuschauern trafen Filip Bloch und Vincent Galindo für die Gäste, ehe Tomasz Miller die Gastgeber zurück ins Spiel brachte. Weil Hordel anschließend drängte, aber nicht mehr traf, durfte Chemnitz am Freitagabend drei Punkte und einige zusätzliche graue Haare mitnehmen.

Schon um 20.32 Uhr war klar, dass die Fortuna nicht zur gemütlichen Stadionbesichtigung angereist war. Bloch prüfte in der zweiten Minute die Hordeler Defensive, Bernardo Galindez legte zwei Minuten später nach. Die Gäste spielten offensiv, ausgewogen und mit dem erkennbaren Wunsch, gute Abschlüsse herauszuarbeiten. Hordel setzte dagegen auf lange Bälle und Konter - eine Taktik, die gelegentlich so wirkte, als solle der Ball möglichst schnell aus der eigenen Verantwortung entlassen werden.

Lukas Römer meldete die Gastgeber in der siebten Minute erstmals an, doch Chemnitz blieb gefährlicher. Besonders Bloch war kaum einzufangen. In der achten Minute scheiterte er noch, in der 18. Minute machte es der 21-Jährige besser: Bernardo Galindez bereitete vor, Bloch vollendete zum 0:1. "Bernardo hat den Ball genau dahin gespielt, wo ich ihn haben wollte", sagte der Torschütze später. "Das kommt im Training nicht immer vor, deshalb war ich kurz überrascht."

Galindez hatte zu diesem Zeitpunkt bereits Gelb gesehen. Die frühe Verwarnung aus der elften Minute bremste ihn jedoch nur auf dem Papier. Er blieb der Taktgeber der Gäste und lieferte kurz vor der Pause seine zweite Vorlage. In der 43. Minute fand er Vincent Galindo, der zum 0:2 traf. Galindez auf Galindo - für den Stadionsprecher eine phonetische Mutprobe, für Hordel ein ziemlich reales Problem.

Mit dem Zwei-Tore-Rückstand ging es in die Kabinen. Hordels Trainerin Ute Finkeldy reagierte und brachte zur zweiten Halbzeit Meir Goldmann für Christopher Hansen. Was sie ihrer Mannschaft sagte, fasste Finkeldy später trocken zusammen: "Ich habe darauf hingewiesen, dass wir auf das andere Tor spielen und dort gelegentlich auch treffen dürfen."

Die Ansprache wirkte. In der 52. Minute bereitete Günther Pfeiffer den Abschluss von Tomasz Miller vor, der 19-jährige Mittelstürmer erzielte das 1:2. Plötzlich war das Stadion wieder da, laut, hoffnungsvoll und bereit, jeden Einwurf wie einen kleinen Staatsakt zu behandeln. Nur eine Minute später suchte David Drulak den nächsten Abschluss, in der 63. Minute versuchte er es erneut.

Hordel hatte nun mehr vom Ball, ohne Chemnitz vollständig einzuschnüren. Am Ende standen 51,4 Prozent Ballbesitz für die Gastgeber, doch Fortuna gewann die entscheidendere Zahlenkolonne: zwölf Torschüsse gegenüber sieben. Auch in den Zweikämpfen hatten die Gäste mit 53,4 Prozent die Nase vorn. Oder, wie Fortuna-Trainer Maik Oberländer formulierte: "Ballbesitz ist schön. Aber Punkte werden zum Glück noch nicht nach Dezimalstellen verteilt."

Oberländer stabilisierte seine Mannschaft mit mehreren Wechseln. Radoslav Kincl ersetzte Alexander Cawdor, Andre Peltier kam für Francois Baker und gab kurz darauf sowie in der 84. Minute gefährliche Abschlüsse ab. Später brachte Chemnitz mit Zoltan Varga für Taylor Corey zusätzliche Erfahrung in die Abwehr. Hordel blieb dennoch dran: Miller versuchte es in der 73. und 77. Minute, fand aber kein zweites Mal den Weg ins Tor.

In der Schlussphase wurde es hektisch. Alfonso Aguas sah in der 88. Minute Gelb, Hordel wechselte in der 90. Minute sogar Torhüter Harald Anders für Kay Fuhrmann ein und brachte zudem Paul Witte für Kurt Herbst. Ein ungewöhnlicher Doppelwechsel, doch das erhoffte Wunder blieb aus. In der 96. Minute kassierte Robert Held noch Gelb, dann war Schluss.

"Wir waren nach der Pause mutiger, aber Mut allein schießt eben keine zwei Tore", bilanzierte Miller. Chemnitz dagegen durfte jubeln. Fortuna hatte früh zugeschlagen, spät gewackelt und am Ende gewonnen - die klassische Auswärtsreise also: drei Punkte im Gepäck, Fingernägel irgendwo im Gästeblock.

25.07.2026 08:26
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