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Bonner SC fegt Gelsenkirchen 04 mit 3:0 vom Platz - Spät, aber gewaltig

Als der Schiedsrichter an diesem lauen Maiabend um 20:30 Uhr den Ball freigab, ahnten die 43.996 Zuschauer im Bonner Stadion noch nicht, dass sie Zeugen einer kleinen Lehrstunde in Geduld und Konsequenz werden würden. 45 Minuten lang ackerte der Bonner SC, flankte, schoss, kombinierte - und verzweifelte. Gelsenkirchen 04 verteidigte mit einer Mischung aus jugendlicher Nervosität und stoischer Gleichgültigkeit, die Fans zwischen Mitleid und Unglauben schwanken ließ. Doch nach der Pause platzte der Knoten, und wie! Drei Tore binnen 15 Minuten - 3:0 hieß es am Ende völlig verdient.

"Ich sagte den Jungs in der Kabine: Wenn ihr weiter so anrennt, fällt irgendwann einer rein", grinste Bonns Trainer Lukas Teuber nach dem Abpfiff. "Ich wusste nur nicht, dass dann gleich drei reinfallen."

Die erste Halbzeit war ein Lehrfilm in Frustrationstoleranz. Antonio Gutierrez prüfte in den ersten zehn Minuten gleich dreimal den Gelsenkirchener Keeper Wilhelm Preuss, der sich mit akrobatischem Einsatz auszeichnete. "Ich dachte, ich spiel gegen Spiderman", witzelte Gutierrez später. Dimas Miguel und Yannick Van Moer feuerten ebenfalls aus allen Lagen, doch der Ball fand einfach nicht den Weg ins Netz.

Gelsenkirchen dagegen? Drei kümmerliche Abschlüsse, zwei davon aus mehr als 25 Metern. "Wir wollten erstmal ruhig bleiben", erklärte Gäste-Coach Andreas Meyer mit stoischem Blick. "Leider sind wir dann irgendwann zu ruhig geblieben."

Nach dem Seitenwechsel wurde Bonn noch druckvoller. 56. Minute: Esteban Makukula steckt durch auf Freddie Hiliard, der sich elegant dreht und trocken ins rechte Eck einschiebt - 1:0. Das Stadion erwachte aus seiner gedämpften Erwartungshaltung, und die Bonner Spieler taten so, als sei ein Damm gebrochen.

Nur neun Minuten später, in der 65. Minute, belohnte sich der unermüdliche Antonio Gutierrez endlich selbst. Nach schöner Vorarbeit von Dimas Miguel traf der Linksaußen aus kurzer Distanz - 2:0. "Ich hatte schon Albträume von Preuss’ Handschuhen", lachte Gutierrez. "Diesmal hab ich einfach die Augen zugemacht und gehofft." Gute Entscheidung.

Und weil Bonns Offensive nun Blut geleckt hatte, legte Yannick Van Moer in der 71. Minute noch einen drauf. Wieder kam die Vorlage von Dimas Miguel, der mit seiner Übersicht den Gelsenkirchener Abwehrspielern mehrfach die Orientierung raubte. Van Moer schlenzte den Ball mit Gefühl ins lange Eck - 3:0. "So einen trifft man nur, wenn man gar nicht nachdenkt", gestand er später und grinste breit.

Danach war die Luft raus - bei beiden Teams. Bonn spielte die Partie souverän zu Ende, Gelsenkirchen versuchte es mit einer Alibi-Offensive, die kaum der Rede wert war. Lediglich Dirk Thomas prüfte in der 86. Minute Bonns Keeper Kamil Radomski, doch der durfte endlich zeigen, dass er auch noch da war.

Die Statistik sprach am Ende eine deutliche Sprache: 18 Torschüsse für Bonn, nur 3 für Gelsenkirchen. 56 Prozent Ballbesitz, 56 Prozent gewonnene Zweikämpfe - alles Werte, die den Sieg untermauern. Und das ohne übertriebene Härte: Nur zwei Gelbe für Bonn (Varela und Nad) und eine für Gelsenkirchens Teenager Douglas Costa, der offenbar dachte, Grätschen sei eine olympische Disziplin.

Trainer Teuber zeigte sich nach dem Spiel sichtlich zufrieden. "Ich bin stolz auf die Jungs. Wir haben von Anfang an offensiv gespielt, über die Flügel Druck gemacht - und irgendwann knackt man jeden Beton." Sein Gegenüber Meyer suchte derweil nach Erklärungen: "Wir waren mutlos, das war das Problem. Und Bonn war einfach besser. Punkt."

Selbst die Bonner Fans, sonst schnell ungeduldig, sangen diesmal bis weit nach Abpfiff. Auf der Pressekonferenz meinte Teuber augenzwinkernd: "Wenn wir nächste Woche wieder so spielen, müssen die Lautsprecher aufgedreht werden - sonst hört man die Fans bis nach Köln."

So bleibt festzuhalten: Der Bonner SC hat an diesem 32. Spieltag nicht nur drei Punkte, sondern auch eine Menge Selbstvertrauen eingesammelt. Und Gelsenkirchen 04? Die jungen Wilden lernten, dass Ballbesitz ohne Mut so hilfreich ist wie ein Regenschirm im Sturm.

Oder, um es in den Worten von Freddie Hiliard zu sagen: "Wir haben einfach unser Ding gemacht - diesmal halt mit Toren."

Ein verdienter Sieg, ein lauer Abend, und ein Stadion, das endlich wieder jubeln durfte. In Bonn darf man vom Europapokal träumen - mit einem Lächeln und einer Portion Realismus.

14.06.644000 23:55
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Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.
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