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Bonner SC ringt Beuel nieder - Drama, Tore und ein verletzter Außenverteidiger

Wenn 33.221 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion pilgern, dann muss in Bonn etwas los sein. Und ja, es war los: Der Bonner SC bezwang am 7. Spieltag der 1. Liga Deutschland den SV Beuel nach einem spektakulären, leicht chaotischen und stellenweise slapstickreifen 3:2 (2:1). Trainer Lukas Teuber atmete nach dem Schlusspfiff tief durch und brachte es mit einem Grinsen auf den Punkt: "Ich hätte mir weniger Herzklopfen und mehr Ballbesitz gewünscht - aber wer braucht schon Ruhe, wenn’s drei Punkte gibt?"

Dabei begann alles nach Maß für die Hausherren. Schon in der 11. Minute schepperte es, als Freddie Hiliard, der bullige Mittelstürmer des BSC, nach einer butterweichen Hereingabe von Ignacio Barbosa eiskalt einschob. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste Hiliard nach der Partie. "Und gehofft, dass der Ball nicht im Rhein landet." Beuel war da noch im Winterschlafmodus, und bevor sie ihre Ordnung fanden, zappelte das Leder schon wieder im Netz: Innenverteidiger Amaury Martins stieg nach einer Ecke am höchsten und nickte zum 2:0 ein (21.). Dass ausgerechnet ein Abwehrmann trifft, passte zum wilden Auftakt.

Doch wer den SV Beuel kennt, weiß: Die geben nicht klein bei. Trainer René Kuhl, sonst eher der stille Taktiker, brüllte an der Seitenlinie so laut, dass selbst der Linienrichter kurz zusammenzuckte. Seine Mannschaft hörte zu - und antwortete. In der 37. Minute zog Rechtsverteidiger Elof Anderson, nach feinem Zuspiel von Jürgen Michels, einfach mal aus 20 Metern ab. Der Ball, leicht abgefälscht, senkte sich hinter Bonns Keeper Noe Mendoza ins Tor. 2:1 - und plötzlich war wieder Pfeffer drin.

Die zweite Halbzeit begann für Bonn mit einem Schockmoment: Rechtsverteidiger Tiago Pacos musste nach einem Zweikampf verletzt raus (51.). "Ich hab’s im Knöchel knacken gehört", murmelte er später mit zusammengebissenen Zähnen. Fabio Valdes übernahm - und machte seine Sache ordentlich. Weniger ordentlich: die Gelbe Karte für Linksverteidiger Damian Pinto (58.), der nach einem rustikalen Einsteigen wohl kurz vergessen hatte, dass Karate keine olympische Fußball-Disziplin ist.

Während Bonns Defensive wackelte, nutzte Beuel die Gunst der Stunde. Michels, diesmal als Vorbereiter, legte mustergültig für Michel Herrero auf, der den Ball flach ins linke Eck setzte (61.). 2:2 - und die Gästefans tobten. "Da dachte ich, jetzt kippt’s", gestand Teuber später. Doch kaum zwei Minuten später war’s Antonio Gutierrez, der den Bonner SC wieder jubeln ließ. Nach einer Ecke von, man höre und staune, Amaury Martins, drosch der Linksaußen den Ball kompromisslos unter die Latte - 3:2 (63.).

Beuel warf danach alles nach vorn, stellte sogar auf aktives Pressing um - laut Statistik mit 49 Prozent Ballbesitz und 11 Torschüssen ein Beleg für ihren Mut. Aber der Bonner SC hielt dagegen, rackerte, grätschte und konterte, als hinge der Tabellenplatz vom nächsten Sprint ab. Freddie Hiliard hatte in der 64. Minute noch die Chance zum 4:2, verzog aber knapp. "Ich wollte’s schön machen", seufzte er, "aber schön gewinnt keine Spiele."

In der Schlussphase wurde es hitzig. René Kuhl schickte in der 90. Minute noch den jungen Stefan Karl für den ausgelaugten Charpentier - ein verzweifelter Versuch, den Lucky Punch zu landen. Doch Bonns Defensive, angeführt vom unermüdlichen Martins, hielt stand. Als Schiedsrichterin Jana Mertens nach 94 Minuten abpfiff, fielen einige Bonner Spieler einfach auf den Rasen - erschöpft, aber glücklich.

"Das war kein Spiel, das war ein Abenteuerurlaub", scherzte Teuber in der Pressekonferenz. Sein Gegenüber Kuhl hingegen suchte nach Worten: "Wir waren nah dran. Aber manchmal entscheidet halt der Innenpfosten, nicht der Trainer."

Statistisch betrachtet war’s ein Duell auf Augenhöhe: Beide Teams mit je 11 Torschüssen, Bonn mit hauchdünn mehr Ballbesitz (51,4 zu 48,6 Prozent). Doch am Ende zählen keine Prozentpunkte, sondern Tore - und davon hatte der Bonner SC eben eines mehr.

Ein sarkastischer Fan im Block 12 brachte es auf den Punkt: "Wenn das so weitergeht, brauchen wir bald Defibrillatoren auf der Tribüne." Ganz Unrecht hatte er nicht - aber langweilig wird’s mit diesem Bonner SC garantiert nicht.

Und so bleibt am Ende ein Abend, der alles hatte: Tempo, Drama, Verletzung, Gelbe Karten, und ein Heimtrainer, der zwischen Nervenflattern und Stolz schwankte. Bonn jubelt, Beuel hadert - und der Fußball schreibt, wie so oft, seine schönsten (und schmerzhaftesten) Geschichten mitten im Rheinland.

29.03.643987 19:37
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Das habe ich ihm dann auch verbal gesagt.
Mario Basler
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