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Bonner SC ringt Hannover nieder - Bjerregaard trifft, die Kurve bebt

Wenn 38.500 Zuschauer an einem frostigen Januarsamstagabend ins Bonner Stadion pilgern, dann muss etwas in der Luft liegen. Und tatsächlich: Es lag Leidenschaft in der Luft, Schweiß, Spannung - und ein Hauch von Wahnsinn. Der Bonner SC besiegte Hannover mit 1:0, ein Ergebnis, das nüchtern aussieht, aber alles andere als nüchtern zustande kam.

Das Tor des Abends fiel in der 21. Minute - und es war so schön, dass man fast Mitleid mit den Gästen haben musste. Arvid Bjerregaard, gerade einmal 21 Jahre jung und mit der Unbekümmertheit eines Straßenkickers gesegnet, nahm einen präzisen Pass von Ignacio Barbosa auf, ließ seinen Gegenspieler stehen, als wäre der aus Pappe, und schob eiskalt ein. "Ich hab gar nicht groß nachgedacht", grinste Bjerregaard später in die Mikrofone. "Ich dachte nur: Wenn ich jetzt treffe, gibt’s heute Abend kein Training mehr."

Danach wurde es ein Spiel fürs Herz, für die Nerven - und für die Abwehrreihen. Hannover, von Trainer Daniel Dietrich mit einer offensiven Marschroute ausgestattet, rannte an, biss, kämpfte, schoss - neunmal insgesamt aufs Tor. Doch Bonns Keeper Lubomir Sestak hatte offenbar beschlossen, dass kein Ball an ihm vorbeigehen sollte. In der 54. Minute lenkte er einen wuchtigen Schuss von Lukas Penicka mit den Fingerspitzen über die Latte, in der 85. Minute parierte er sogar mit dem Gesicht. "Das war so nicht geplant", murmelte Sestak später trocken, "aber Hauptsache, der Ball war nicht drin."

Die Bonner wiederum spielten mutig über die Flügel, ganz so, wie es Trainer Lukas Teuber angeordnet hatte. "Wir wollten sie außen packen", erklärte er. "Wenn du gegen Hannover durch die Mitte willst, landest du schneller im Krankenhaus als im Strafraum." Und tatsächlich: Immer wieder wirbelten Yannick Van Moer und Charlie Hennessy auf den Außenbahnen, sorgten für Betrieb und brachten Hannovers Defensive ins Schwitzen.

Hannovers Abwehrchef William Neville kassierte schon in der vierten Minute eine Gelbe Karte - und das, so schien es, stellte die Gäste mental auf Dauerfoul. "Wir wollten eigentlich ruhig bleiben", seufzte Trainer Dietrich. "Aber Bonn hat uns den Schneid abgekauft." Nach dem Seitenwechsel brachte er frische Kräfte: Grigorenko für MacRae, später Hlinka für Broderick - doch der gewünschte Effekt blieb aus.

Bonn hatte mit 53 Prozent leicht mehr Ballbesitz, Hannover dafür eine Spur mehr Torschüsse. Es war ein statistisch ausgeglichenes Spiel, das aber gefühlt nie wirklich kippte. Selbst in der Nachspielzeit, als Hannovers Viktor Breschnew in der 94. Minute noch einmal abzog, hielt das Stadion kollektiv den Atem an - und Sestak hielt den Ball fest.

Ein kleiner Höhepunkt am Rande: In der 86. Minute sah Bonns Louis Florit Gelb, nachdem er den Ball etwas zu temperamentvoll in Richtung Tribüne befördert hatte. "Ich wollte nur Zeit schinden", sagte er später lachend. "Aber der Schiri hat wohl keine Uhr gekauft."

Als der Schlusspfiff ertönte, lagen sich die Bonner Spieler in den Armen, und Trainer Teuber ballte die Faust Richtung Kurve. "Das war ein Arbeitssieg, aber ein schöner", meinte er. "Wir haben heute nicht gezaubert, aber geackert. Und das ist manchmal noch schöner."

Für Hannover war es dagegen ein Abend zum Vergessen. "Wir haben alles versucht", sagte Kapitän Joel Kilbane, "aber der Ball wollte einfach nicht rein. Vielleicht sollten wir ihn das nächste Mal höflicher fragen."

Die Zuschauer jedenfalls bekamen, was sie wollten: Emotionen, Kampf, und ein Tor, das den Unterschied machte. Bonn klettert damit in der Tabelle nach oben - und wer weiß, vielleicht beginnt hier gerade eine kleine Erfolgsstory am Rhein.

Und während die Bonner Fans noch in der Kälte sangen und Sestak sich mit einem Handtuch den Schweiß aus dem Gesicht wischte, sagte ein älterer Herr auf der Tribüne trocken: "Wenn die so weiterspielen, müssen wir bald den Rasen vergolden."

Vielleicht hat er recht. Aber erstmal genießen sie in Bonn einfach diesen Abend - einen, an dem alles passte, sogar das Ergebnis.

11.02.643987 08:57
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Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gesagt habe, weil ich es gesagt habe.
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