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Bornaer SV überrollt TuS Hordel - Varelas Doppelschlag entscheidet das Spiel

Es war ein lauer Aprilabend in Bochum-Hordel, aber auf dem Rasen brannte die Luft. 28.717 Zuschauer im altehrwürdigen Stadion an der Gelsenkirchener Straße sahen, wie der TuS Hordel gegen den Bornaer SV mit 0:3 unterging - und das Ergebnis war fast noch schmeichelhaft.

Schon in den ersten Minuten zeichnete sich ab, dass Borna mit seinem Flügelspiel den Ton angeben würde. Trainer Wer Ninho hatte sein Team auf "WINGS" eingestellt - und die Bornaer Flügel flogen. Bereits in der 5. Minute prüfte Giovanni Sosti den Hordeler Keeper Davide Lorenzo mit einem strammen Schuss aus 20 Metern. Lorenzo parierte, doch das war erst der Anfang eines langen Abends für die Hordeler Defensive.

Hordel versuchte es mit langen Bällen auf den 37-jährigen Routinier Berndt Brand vorne drin, doch meist landete das Spielgerät postwendend wieder in den Füßen der Gäste. "Wir wollten mutig nach vorne spielen", erklärte Hordel-Trainerin Ute Finkeldy nach dem Spiel mit einem gequälten Lächeln. "Aber man kann mutig sein - oder realistisch."

Nach einer halben Stunde dann der Dosenöffner: Maurice Fournier flankte von rechts, Knut Brandt rauschte heran und vollendete per Direktabnahme zum 0:1. "Ich hab einfach draufgehalten", grinste der 22-Jährige später in der Mixed Zone, "und gehofft, dass niemand im Weg steht. Hat geklappt."

Kurz darauf sah Borna-Verteidiger Vitorino Escudero Gelb, nachdem er Hordels Fynn Huber mit einem rustikalen Einsteigen an die Seitenlinie befördert hatte. "Alles Ball", rief Escudero noch in Richtung Schiedsrichter - der Ball war da allerdings schon längst im Aus.

Zur Pause reagierte Finkeldy gleich dreifach: Neuer Torwart, neuer Innenverteidiger, neue Hoffnung. Doch auch mit Kay Fuhrmann zwischen den Pfosten blieb das Hordeler Tor ein offenes Ziel. Nach 55 Minuten erhöhte Vincent Varela auf 0:2 - eine sehenswerte Kombination über Nael Pacos, der querlegte, und Varela, der eiskalt vollstreckte. Fuhrmann flog, streckte sich, aber der Ball landete dort, wo er hinmusste: im Netz.

"Ich hab einfach Spaß am Toreschießen", sagte Varela später, als wäre das eine legitime Entschuldigung für seine Gegenspieler. "Und wenn man trifft, sieht das Spiel plötzlich ganz leicht aus."

TuS Hordel stemmte sich tapfer gegen die drohende Niederlage, aber die Statistik sprach eine andere Sprache: 18:6 Torschüsse für Borna, 61 Prozent Ballbesitz, 54 Prozent gewonnene Zweikämpfe - Zahlen, die das Kräfteverhältnis ehrlich wiedergaben. Einzig Kurt Herbst, der linke Verteidiger der Gastgeber, brachte mit einem beherzten Distanzschuss in der 8. Minute und einem lautstarken "Los jetzt, Männer!" wenigstens kurz Leben in die Hordeler Reihen.

In der 72. Minute sah dann auch noch Klaus Merkel Gelb, nachdem er Vincent Varela mit einem Trikotzupfer stoppen wollte - ein aussichtsloses Unterfangen, wie sich wenige Minuten später zeigte.

Denn in der 78. Minute machte Varela alles klar. Pedro Chalana, eigentlich Innenverteidiger und nicht gerade für filigrane Ballbehandlung bekannt, spielte einen butterweichen Pass durch die Schnittstelle. Varela startete, nahm den Ball mit der Brust mit und schob lässig zum 0:3 ein. "Ich wollte eigentlich flanken", gab Chalana anschließend grinsend zu. "Aber Vincent hat wohl andere Pläne gehabt."

Borna spielte die Partie souverän zu Ende, während Hordel zwar noch einen letzten Versuch durch Berndt Brand in der Nachspielzeit wagte - aber auch dieser Schuss landete in den Armen von Michel Moreno, dem fast beschäftigungslosen Gästekeeper.

"Das war heute ein Klassenunterschied", resümierte Finkeldy ehrlich. "Borna hat uns gezeigt, was Tempo und Präzision bedeuten. Wir haben gezeigt, dass wir eine gute Laufleistung haben." Trainer Wer Ninho hingegen fasste das Spiel gewohnt trocken zusammen: "Das war ordentlich. Drei Tore sind mir lieber als zwei."

So verlässt der Bornaer SV den Ruhrpott mit drei Punkten im Gepäck und einem breiten Grinsen, während der TuS Hordel die Trümmer seines Offensivplans sortieren muss.

Und irgendwo auf der Tribüne seufzte ein älterer Fan: "Früher hätten wir wenigstens das 1:3 gemacht." Vielleicht stimmt das - aber früher war auch mehr Ascheplatz.

09.10.643996 18:02
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Er hat's dann nochmal versucht, zu probieren.
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