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Bundesliga | 31. Spieltag | 05.08.26 | Bornaer SV - Effzeh Köln 2:3 Borna begann offensiv, über die Flügel und mit dem erkennbaren Plan, im Zweifel einfach einmal mehr aufs Tor zu schießen. Bereits nach drei Minuten prüfte Vincent Varela den Kölner Torwart Sander Knickerbacker, drei weitere Minuten später gleich noch einmal. Die Hausherren wirkten bissig, energisch und so, als hätten sie an diesem Abend nicht vor, lange über ihre Absichten zu diskutieren. In der siebten Minute zahlte sich der Aufwand aus. Matthew Fairchild setzte sich auf der linken Seite durch und bediente Eric Desjardins. Der zentrale Mittelfeldspieler blieb ruhig und schob zur 1:0-Führung ein. "Ich dachte kurz, der Ball sei noch unterwegs", sagte Trainer Wer Ninho später sinngemäß mit einem Lächeln. "Dann war er plötzlich drin. Das war angenehm." Köln fand zunächst nur schwer in die Partie. Zwar kam Pol Antunez früh zum Abschluss, auch Jitzchak Solodkin versuchte sich in der 38. Minute, doch Borna blieb gefährlicher. Die Gastgeber hatten bis zur Pause mehrere Gelegenheiten, während der Effzeh sich mit kontrolliertem Spiel und der Hoffnung begnügte, dass Fußballspiele neuerdings vielleicht nur 45 Minuten dauern. Kurz nach Wiederanpfiff schien die Sache entschieden. In der 47. Minute erhöhte Fairchild selbst auf 2:0. Rolando Longo leitete den Angriff ein, Fairchild vollendete - und im Stadion durfte man kurz überlegen, ob die Punkte nicht besser gleich nach Borna überwiesen werden sollten. Kölns August Carlsen sah wenig später die Gelbe Karte. Ein kleiner Hinweis darauf, dass die Gäste nun nicht nur den Ball, sondern auch ihre Geduld verloren hatten. Dann begann die Wende. In der 54. Minute verkürzte Carl Fricke nach Vorlage von August Carlsen auf 1:2. Köln drückte nun stärker, schaltete vom abwartenden Spiel auf aktives Pressing und erhöhte den Einsatz. Die Zahlen blieben eng: Borna kam insgesamt auf 14 Torschüsse, Köln auf 16. Auch beim Ballbesitz trennte die Mannschaften kaum mehr als ein müder Wimpernschlag: 49,8 Prozent für Borna, 50,2 für Köln. In der 73. Minute war es Jorge Martins, der nach Zuspiel von Jitzchak Solodkin den Ausgleich erzielte. Plötzlich war aus Bornaer Selbstvertrauen hektisches Rechnen geworden. "Wir haben nach dem 2:0 vielleicht gedacht, das Spiel sei höflich genug, auf uns zu warten", lautete Ninhos sinngemäße Erklärung. "Das war leider nicht der Fall." Die Gastgeber versuchten noch einmal, sich aufzubäumen. Claudios Bleecker und Vincent Varela suchten den Abschluss, doch Köln verteidigte entschlossener. In der 85. Minute musste Borna zudem den verletzten Torwart Bailey Bridges behandeln lassen. Die Partie wurde länger, nervöser und zunehmend unfreundlich für jeden, der bereits auf den Abpfiff wartete. Dann kam die 92. Minute. Corentin Dehooge legte vor, Carl Fricke traf erneut - 3:2 für Köln. Der Effzeh hatte das Spiel tatsächlich gedreht. "Wir haben nie aufgehört, daran zu glauben", sagte Trainer Toni Tapolski sinngemäß. "Und irgendwann hat Borna aufgehört, uns daran zu hindern." Borna hatte geführt, dominiert und zweimal getroffen. Köln aber hatte die bessere Schlussidee. Im Fußball ist das manchmal alles. 05.08.2026 21:18 |
Sprücheklopfer
Jeder, der mich kennt und der mich reden gehört hat, weiß genau, dass ich bald englisch in sechs oder auch schon in vier Wochen so gut spreche und Interviews geben kann, die jeder Deutsche versteht.
Lothar Matthäus