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Dresdens junge Wilde schießen Weiler mit 3:1 aus dem Stadion

2. Bundesliga | 21. Spieltag | 26.07.26 | Dinamo Dresden - Weiler im Allgäu 3:1

Dinamo Dresden hat am 21. Spieltag der 2. Bundesliga einen verdienten 3:1-Heimsieg gegen Weiler im Allgäu gefeiert. Vor 24.111 Zuschauern präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Maikma Nauskas am Sonntagabend offensiv, spielfreudig und mit jener angenehmen Portion Rücksichtslosigkeit, die gegnerische Abwehrreihen gewöhnlich weniger schätzen.

Bereits in der dritten Minute prüfte Nico Schlüter Gästetorwart Tom De Bilde. Fünf Minuten später versuchte es der 20-Jährige erneut. Die Dresdner Vorgabe war unübersehbar: schießen, wann immer sich eine Gelegenheit bot - und notfalls auch dann, wenn sich die Gelegenheit noch etwas zierte. Weiler wollte dagegen lieber gute Chancen herausspielen. Ein löblicher Plan, für den man allerdings zunächst den Ball benötigt.

Dresden hatte in der Anfangsphase deutlich mehr davon und belagerte den Strafraum. Claus Albert scheiterte in der zehnten und elften Minute, ehe Schlüter in der 16. Minute vollendete. Laurent Gagnon bereitete vor, Schlüter traf zum 1:0 und ließ das Stadion beben. "Laurent hat mich gesehen, ich habe nicht lange nachgedacht", sagte der Torschütze später. "Das ist manchmal meine größte Stärke."

Gagnon hätte unmittelbar danach nachlegen können, doch Weiler blieb trotz des Dresdner Trommelfeuers im Spiel. Mittelstürmer Jannick Fritsch hatte bereits in der 13. und 28. Minute Warnschüsse abgegeben. In der 38. Minute wurde es ernst: Damian Vasco bediente Fritsch, der zum 1:1 traf. Plötzlich war es im Stadion für einen Moment so still, dass man vermutlich sogar die taktischen Anweisungen von Gästetrainer Mino Raiola verstand.

"Wir wussten, dass wir eine Chance bekommen", erklärte Fritsch. "Schade nur, dass Dresden danach beschlossen hat, sofort wieder eine zu nutzen."

Denn fünf Minuten später schlug Dinamo zurück. Gagnon, zuvor Vorbereiter des ersten Treffers, erzielte in der 43. Minute das 2:1. Eine passende Antwort kurz vor der Pause - höflich war sie nicht, wirksam dafür umso mehr. Mit der Führung ging Dresden in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel blieb das Team von Nauskas offensiv ausgerichtet. Marcel Conrad versuchte es in der 50. Minute, Schlüter in der 55. Minute. Insgesamt brachte Dinamo 17 Schüsse auf das gegnerische Tor, Weiler kam auf acht. Auch beim Ballbesitz lag Dresden mit 54,7 Prozent vorn. Das war keine erdrückende Herrschaft, aber doch genügend Kontrolle, um dem Gegner die Hoffnung nur portionsweise auszuhändigen.

In der 55. Minute wechselte Nauskas doppelt: Dieter Maurer kam für Uri Shum, Christopher Hammer ersetzte Torschütze Gagnon. Raiola reagierte fünf Minuten später mit einem Dreifachwechsel. Yannik Arnold, Jürgen Linke und Bernd Maass sollten frischen Schwung bringen. "Ich wollte neue Beine", sagte der Gästetrainer trocken. "Leider waren auch auf der anderen Seite noch elf ziemlich brauchbare unterwegs."

Weiler erhöhte nun den Druck. Heinrich Foerster probierte es in der 58. und 69. Minute, Michel Hierro in der 62., Ben Meister in der 74. Minute. Dinamo verteidigte jedoch aufmerksam und gewann 54,1 Prozent der Zweikämpfe. Innenverteidiger Gerhard Sauer spielte nach seiner Gelben Karte aus der 23. Minute mit kontrollierter Vorsicht - im Fußball bekanntlich jene Kunst, energisch auszusehen, ohne dem Schiedsrichter weitere Schreibarbeit zu bereiten.

Bitter wurde es für den erst 17-jährigen Maurer. Nur 13 Minuten nach seiner Einwechslung verletzte er sich und musste wieder vom Feld. Marco Beto übernahm in der 68. Minute. Nauskas sagte: "Dieter war untröstlich. Ich habe ihm gesagt, dass ein Kurzeinsatz kein schlechter Einsatz sein muss. Jetzt hoffen wir, dass es nichts Ernstes ist."

Die endgültige Entscheidung fiel in der 86. Minute. Silvestre Vaz legte für Beto auf, der zum 3:1 traf. Vier Minuten vor Schluss war damit auch der letzte Allgäuer Widerstand gebrochen. "Ich kam rein, um zu helfen", grinste Beto. "Dass dabei ein Tor herauskommt, nehme ich ausnahmsweise hin."

Dresden gewann verdient, weil es häufiger abschloss, etwas mehr Ballbesitz hatte und nach dem Ausgleich nicht in Selbstmitleid verfiel. Weiler hielt lange dagegen, musste am Ende aber anerkennen: Gute Chancen herauszuspielen ist schön - sie zu verwandeln bleibt im Fußball diese lästige Zusatzaufgabe.

26.07.2026 21:11
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