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Dresdner Torfestival ohne Sieger: Dinamo und Hordel teilen sich 2:2

2. Bundesliga | 10. Spieltag | 20.08.26 | Dinamo Dresden - TuS Hordel 2:2

22663 Zuschauer waren am Donnerstagabend ins Dresdner Stadion gekommen, vermutlich in der Hoffnung auf drei Punkte - oder wenigstens auf eine Partie, in der die Nerven nicht bereits nach 90 Minuten Urlaub beantragen. Sie bekamen beides nicht. Dinamo Dresden und TuS Hordel trennten sich am 10. Spieltag der 2. Bundesliga mit 2:2 (1:1) und lieferten sich ein unterhaltsames, gelegentlich wildes Duell, das am Ende keinen Verlierer, aber auch keinen echten Gewinner hervorbrachte.

Dabei begann Dresden mit offensiver Grundhaltung und dem klaren Auftrag, nicht lange höflich um den Strafraum herumzutanzen. Claus Albert prüfte Hordels Torhüter bereits in der 2. Minute, Nuno Galvez und Nico Schlüter legten bis zur 10. Minute nach. Hordel antwortete mit langen Bällen und dem für Kontermannschaften typischen Plan: Ball nach vorne, hinterherlaufen, hoffen, dass jemand weiß, was passiert.

Marwin Rodriguez und Robert Held sorgten kurz darauf für weitere Gefahr, ehe Laurent Gagnon in der 38. Minute die Dresdner Führung erzielte. Luis Rupp hatte den Angriff vorbereitet, Gagnon vollendete - und die 22663 Menschen auf den Rängen durften für einen Moment so tun, als sei dieser Abend ein geradliniger Fußballabend.

War er natürlich nicht.

Nur zwei Minuten später schlug Hordel zurück. Tim Pfeiffer traf nach Vorarbeit von Ernst Kunkel zum 1:1. Es war die passende Antwort auf Dresdens Druck und zugleich ein kleiner Vorgeschmack auf die zweite Halbzeit, in der beide Mannschaften ihre Abwehrarbeit offenbar als freiwillige Zusatzleistung betrachteten.

"Wir wollten offensiv auftreten und mutig bleiben", sagte Dinamos Trainer Maikma Nauskas nach dem Spiel sinngemäß. "Das hat gut funktioniert. Bei der Chancenverwertung und beim Verteidigen hätten wir vielleicht noch ein kurzes Seminar besuchen können." Seine Hordeler Kollegin Ute Finkeldy lobte den Auftritt ihrer Mannschaft: "Wir haben immer an unsere Konter geglaubt. Und irgendwann glaubt man dann sogar, dass der Gegner den Ball freiwillig wieder hergibt."

Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel offen. Hordel gab mit 17 Torschüssen deutlich häufiger auf das Tor ab als Dresden, das auf elf Abschlüsse kam. Beim Ballbesitz herrschte dagegen beinahe mathematische Gleichheit: 50,48 Prozent für Dinamo, 49,52 Prozent für Hordel. Ein Spiel also, in dem niemand wirklich den Ball hatte, aber beide ihn erstaunlich oft in Richtung Tor schickten.

In der 71. Minute ging Dresden erneut in Führung. Ernesto Barreda traf nach Zuspiel von Luis Rupp zum 2:1. Rupp war damit an beiden Dresdner Treffern beteiligt und durfte sich vermutlich schon auf die Frage freuen, ob er sich denn heute als heimlicher Spielmacher fühle. Die Antwort hätte wohl gelautet: "Ich nehme auch die offizielle Rolle, wenn sie jemand aufschreibt."

Doch Hordel blieb gefährlich. Tiago Valente hatte bereits mehrfach versucht, Dinamos Defensive zu beschäftigen, und wurde in der 81. Minute belohnt. Nach Vorlage von Olav Anders erzielte er den 2:2-Ausgleich. Danach drängte Hordel sogar noch auf den Sieg. Valente kam in der Schlussphase erneut zu Abschlüssen, während Dresden durch Schlüter noch einmal gefährlich wurde. Mehr als ein paar hektische Blicke zur Uhr sprang für beide aber nicht heraus.

Gelbe Karten sahen Henrich Kvasnak auf Dresdner Seite und Klaus Merkel bei Hordel. An der Linie blieb es trotz der dramatischen Schlussminuten vergleichsweise ruhig. Nauskas und Finkeldy hatten ihre Mannschaften offensiv eingestellt, Hordel wechselte spät sogar ins aktive Pressing. Der große Schlag gelang dennoch niemandem.

So blieb am Ende ein 2:2, das sich für beide Teams gleichzeitig gerecht und ärgerlich anfühlte. Dresden hatte zweimal geführt, Hordel aber 17-mal aufs Tor geschossen. Ein Unentschieden, bei dem jeder etwas findet, das er beklagen kann - im Fußball bekanntlich die zuverlässigste Form von Harmonie.

21.08.2026 11:05
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Wenn ein Tor fällt, können noch mehr fallen. Aber es muss erst mal eins fallen.
Erich Ribbeck
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