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Effzeh erlebt bitteres Déjà-vu: 2:4-Heimpleite gegen TuS Hordel

Köln, Müngersdorfer Stadion - 17.267 Zuschauer erlebten einen Abend, der begann wie eine Heimparty und endete wie ein Krimi ohne Happy End. Der 1. FC Köln - pardon, der "Effzeh Köln" - führte zur Pause 2:0, spielte beherzt, kombinierte sauber, ließ sich dann aber von TuS Hordel im zweiten Durchgang nach allen Regeln der Fußballkunst filetieren. Das Endergebnis: 2:4. Und das nach einer ersten Halbzeit, in der kaum jemand auch nur einen Cent auf die Gäste gesetzt hätte.

Trainer Toni Tapolski stand nach dem Abpfiff mit verschränkten Armen und einem Gesichtsausdruck zwischen "Wie konnte das passieren?" und "Ich brauch jetzt ’ne Currywurst". "Wir haben eine Halbzeit lang gezeigt, was wir können - und eine Halbzeit lang, was wir noch lernen müssen", kommentierte er trocken.

Dabei hatte alles so gut begonnen. In der 38. Minute stieg Innenverteidiger Arnau Fontàs nach einer Ecke von Onur Köse am höchsten und köpfte zum 1:0 ein - ein Treffer, der sogar den Ordnern ein anerkennendes Nicken entlockte. Kurz vor der Pause legte der flinke Arnau Futre nach, nach feinem Zuspiel des jungen Rechtsverteidigers Nuno Velez. 2:0 - Köln tobte, Hordel taumelte.

"In der Kabine war die Stimmung wie auf dem Wiener Opernball", grinste später Futre, "und dann kam der Pausentee - offenbar mit Schlafmittel."

Denn kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, da meldete sich TuS Hordel zurück. In der 46. Minute zog Olav Anders aus 20 Metern ab - der Ball schlug unhaltbar ein, Torwart Tristan Geldmeyer streckte sich vergebens. "Ich hab den Ball spät gesehen", murmelte Geldmeyer, "wahrscheinlich, weil er so selten in unsere Hälfte kam."

Was danach folgte, war Lehrbuchstoff in Sachen Comeback. Trainerin Ute Finkeldy hatte wohl in der Pause den richtigen Ton getroffen. "Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr schon den weiten Weg nach Köln macht, dann nehmt wenigstens die Punkte mit", lachte sie nach dem Spiel. Und ihre Mannschaft tat genau das.

Marvin Fink, der rechte Flügelstürmer mit der Dynamik eines ICE, drehte die Partie quasi im Alleingang. Erst traf er in der 61. Minute nach Vorlage von Luke Kinsella zum Ausgleich. Dann legte er in der 75. erneut nach, diesmal nach feinem Zuspiel von Olav Anders - das 2:3. Und als Köln in der Schlussphase alles nach vorne warf, setzte Fink in der 89. Minute den Deckel drauf. Sein dritter Treffer, ein eiskalter Abschluss nach Pass von Marwin Rodriguez, besiegelte den kollektiven Kölner Kater.

"Ich hatte einfach Lust auf Tore", grinste Fink nach dem Spiel, "und Köln hat mir den Platz dafür gelassen."

Statistisch war das Ganze enger, als das Ergebnis vermuten lässt: 12 Torschüsse für Köln, 11 für Hordel, Ballbesitz 47 zu 52 Prozent. Aber die Gäste machten aus ihren Chancen eben vier Tore - und Köln nur zwei.

In der Schlussphase brachte Tapolski noch frische Kräfte: Dennis John, Ewan Corraface und Duarte da Costa kamen in der 89. Minute aufs Feld, doch die Wende blieb aus. "Da Costa hat wenigstens noch einen Schuss aufs Tor gebracht", meinte der Trainer, "aber da war der Drops schon gelutscht."

Hordel zeigte sich taktisch clever. Mit langen Bällen, schnellen Kontern und einem Pressing, das erst spät zündete, spielten sie wie ein klassischer Underdog - und trafen Köln mitten ins Herz. Finkeldy strahlte nach dem Spiel über beide Ohren: "Wir haben niemals aufgehört, an uns zu glauben. Und vielleicht hat uns geholfen, dass wir keine Angst vor großen Namen haben - nur vor langen Rückfahrten ohne Punkte."

Während die Hordeler Fans im Gästeblock ausgelassen "Auswärtssieg!" skandierten, schlichen die Kölner Spieler vom Platz. Arnau Fontàs, Torschütze des ersten Tores, fasste das Unfassbare in einfache Worte: "Manchmal spielt man gut, verliert aber trotzdem. Heute war so ein Tag."

Vielleicht war es einfach ein Abend, an dem der Fußball wieder einmal bewies, dass er sich nicht berechnen lässt - schon gar nicht mit Ballbesitzquoten oder taktischen Snapshots.

Zum Schluss blieb nur Galgenhumor. Tapolski lächelte in die Mikrofone: "Wir führen 2:0, verlieren 2:4 - das ist konsequent inkonsequent. Aber wenigstens haben wir den Zuschauern Unterhaltung geboten."

Und das stimmt. Es war ein Spiel mit allem: Hoffnung, Ärger, Comeback, Drama. Köln darf sich fragen, wie man so ein Spiel noch aus der Hand geben kann. Hordel darf feiern - und wird auf der Rückfahrt vermutlich noch lange davon erzählen, wie sie in Köln vier Tore schossen und das Stadion zum Schweigen brachten.

Ein Abend, der wieder einmal bewies: Fußball schreibt die besten Drehbücher. Nur leider ohne Rückgaberecht.

17.03.643994 11:40
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