Gazeta sporturilor
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Ein frühes Tor, eiserne Nerven: Petrosani ringt Lupeni nieder

Ein lauer Winterabend in Lupeni, 29.508 Zuschauer im Stadion, und doch fror am Ende vor allem die Heimmannschaft - vor Wut. Denn Minerul Lupeni unterlag im Derby der rumänischen 1. Liga am 7. Spieltag mit 0:1 gegen Mineri Petrosani. Ein einziges Tor, geschossen in der 10. Minute von Christo Angelow nach Vorarbeit von Pavel Wagner, entschied ein Spiel, das alles hatte - außer weiteren Treffern.

Dabei begann alles nach Maß für die Hausherren. Schon in der ersten Minute prüfte Valentin Ganea den Gästekeeper David Maxime mit einem satten Schuss aufs kurze Eck. Lupeni legte los wie ein Bergwerksbohrer auf Volllast: aggressiv, offensiv, mit 59 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüssen insgesamt. Doch das Spielgerät wollte einfach nicht über die Linie. Trainer Karl-Heinz Müller wirkte an der Seitenlinie bald wie ein Mann, der sich fragt, ob Tore eigentlich auch nach Punkten vergeben werden. "Wir haben Chancen für zwei Spiele gehabt", murmelte er nach dem Schlusspfiff, "aber anscheinend hat das Tor heute Mittag frei genommen."

Dann kam die 10. Minute, und mit ihr Petrosanis einziger wirklich durchdachter Angriff. Pavel Wagner ließ auf links zwei Gegenspieler stehen, flankte flach in die Mitte, und Christo Angelow traf aus 16 Metern - präzise, trocken, eiskalt. 0:1, und plötzlich war es still im Stadion, nur der Gästeblock feierte mit einer Mischung aus Jubel und ungläubigem Staunen.

"Ich hab einfach draufgehalten - und gehofft, dass keiner dazwischenkommt", grinste Angelow später, der Held des Abends. Sein Trainer, der stets charmant auftretende Cuba Libre (ja, das ist wirklich sein Name), hob nach dem Spiel die Hände und sagte: "Wir wollten tief stehen, kompakt bleiben, und vorne vielleicht einmal Glück haben. Plan erfüllt, würde ich sagen."

Lupeni rannte danach unermüdlich an. Sigmund Lindblom hatte in der 14. Minute eine Großchance, aber Maxime fischte den Ball mit den Fingerspitzen aus dem Winkel. In der 25. Minute versuchte es Aaron Aldridge mit einem Distanzhammer, der nur Zentimeter über die Latte strich. Selbst die Eckfahne schien mehr Ballkontakte zu haben als Petrosanis Stürmer, doch die Gäste verteidigten mit grimmiger Entschlossenheit.

Zur Halbzeit stand Müller an der Bank und redete auf seine Spieler ein, während Cuba Libre in aller Ruhe am Tee nippte. "Die Jungs brauchen nur Geduld", meinte er lächelnd. Geduld zeigte allerdings vor allem der Schiedsrichter, der drei Mal Gelb gegen Petrosani zeigte - Massimo Sorrentino (26.), Nuno Herrera (73.) und Frank Blume (81.) - für Fouls, die man auch als Bewerbung für einen Wrestling-Vertrag hätte deuten können.

Nach dem Seitenwechsel brachte Müller frische Kräfte: Torhüter Jannik Blume kam für Duarte Travassos, und Artur Kraft ersetzte Valentin Tararache. "Vielleicht bringt das Glück", soll ein Zuschauer geflüstert haben - doch das Glück hatte sich längst in den Gästebus gesetzt. Lupeni blieb spielbestimmend, schoss aus allen Lagen, traf aber nur den Frustpegel.

Petrosani hingegen konterte sporadisch, meist über den schnellen Sorrentino, der in der 64. Minute fast das 0:2 erzielte, aber knapp verzog. "Da war mehr drin, aber der Platz sprang mir entgegen", sagte er später augenzwinkernd. In der 73. Minute wechselte Libre doppelt: Dubovsky kam für Esteve, Couture ersetzte Angelow, der unter stehenden Ovationen seiner Teamkollegen das Feld verließ. Kurz darauf brachte er noch Javier Meira für Wagner - das Signal: Beton anrühren und hoffen.

Und tatsächlich: Die letzten Minuten wurden zur Abwehrschlacht. Lupeni drängte, warf alles nach vorn - sogar Innenverteidiger Gheorghe Niculescu stürmte mit. In der 89. Minute hatte Kraft den Ausgleich auf dem Fuß, aber Maxime parierte wieder glänzend. "Ich hab einfach die Augen zugemacht", grinste der Keeper später. "Vielleicht war das mein Trick heute."

Als der Schlusspfiff ertönte, sank Karl-Heinz Müller auf seine Bank, während Cuba Libre sein Team umarmte. Petrosani hatte gewonnen - mit 41 Prozent Ballbesitz, acht Torschüssen, drei Gelben Karten und einer soliden Portion Glück.

"Das war kein schönes Spiel, aber drei wunderschöne Punkte", bilanzierte Libre. Müller hingegen schüttelte nur den Kopf: "Wenn Ballbesitz Tore wären, hätten wir 5:1 gewonnen. Aber Fußball ist eben nicht Excel."

Am Ende blieb den Fans von Lupeni nur der Trost, dass ihre Mannschaft wenigstens kämpfte - und dass das nächste Derby nicht lange auf sich warten lässt. Vielleicht bringt der Frühling dann ja auch wieder Tore. Bis dahin bleibt der Satz des Abends von einem älteren Fan auf der Tribüne: "Wir haben alles gegeben - außer den Ball ins Tor."

29.03.643987 13:44
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