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Eintracht Völlen dreht wildes 4:3 gegen Rohrbach - ein Spiel wie ein Actionfilm

Wenn 38.567 Zuschauer an einem Dienstagabend ins Völlener Stadion pilgern, dann erwarten sie Spektakel. Und sie bekamen es - mit allem, was dazugehört: Tore, Dramatik, ein Torwartwechsel, Gelbe Karten, Schweiß, Wut, Jubel und am Ende ein 4:3, das noch lange nachhallen dürfte. Eintracht Völlen besiegte den SV Rohrbach in einem wilden Schlagabtausch, der mehr Wendungen hatte als eine Telenovela.

Schon in der 10. Minute legte Srdan Tadic los, normalerweise als linker Verteidiger eher Mann fürs Grobe, diesmal aber mit feiner Klinge. Nach einem Pass von Zakhar Schitnik knallte er den Ball aus vollem Lauf ins lange Eck - 1:0. Trainer Dennis Hees sprang an der Seitenlinie in die Luft, als hätte er selbst getroffen. "Srdan hat gesagt, er wollte eigentlich flanken", grinste Hees später. Tadic selbst schwor Stein und Bein, dass er das so gewollt hatte - und wer will’s ihm verdenken, wenn’s so schön aussieht?

Doch Rohrbach antwortete eiskalt. Hermann Hoffmann, der zentrale Motor der Gäste, traf in der 19. Minute nach Vorlage von Innenverteidiger Gerhard Noack. Nur fünf Minuten später legte Georg Behrendt nach, nachdem Hoffmann ihn mustergültig bedient hatte. Der SV Rohrbach spielte in dieser Phase wie im Rausch - schnell, direkt, angriffslustig. "Wir hätten da eigentlich schon 1:4 führen müssen", knurrte Gästetrainer Maik Kuntz später, "aber wir haben Völlen leben lassen."

Völlen? Die Eintracht war angeknockt - aber nicht k.o. In der 33. Minute zeigte Noach Van Keuren, dass man ihn besser nicht frei zum Schuss kommen lässt. Nach einer butterweichen Flanke von Joris Manser drosch er den Ball zum 2:2-Ausgleich unter die Latte. Jubel? Nur kurz, denn Rohrbachs Hoffmann traf in der 38. Minute erneut. 2:3 zur Pause - und die Fans rieben sich die Augen: ein Mittelfeldspieler mit Doppelpack, ein Spiel auf der Rasierklinge.

Zur Halbzeit ließ Coach Hees seine Mannschaft etwas länger in der Kabine. "Ich habe ihnen gesagt: Wenn ihr schon Achterbahn fahrt, dann bitte bis zum Ende", verriet er später mit einem schelmischen Grinsen. Und tatsächlich: Nach dem Seitenwechsel drehte Völlen auf.

Kurz nach der Pause kam es zu einem Schreckmoment: Torwart Karsten Lange verletzte sich in der 54. Minute und musste raus. Der junge Harrison Jean-Pierre kam - und spielte, als hätte er nie etwas anderes getan. "Ich war nervös wie beim ersten Date", gab der 22-Jährige später zu, "aber dann hat mir der Trainer zugerufen: ’Halt einfach irgendwas!’ - das hat geholfen."

Rohrbach wechselte derweil zweimal und blieb gefährlich, doch Völlen übernahm das Kommando. 59,7 Prozent Ballbesitz, 16 Torschüsse - die Zahlen lügen nicht. In der 64. Minute belohnte sich der Gastgeber: Joris Manser, zuvor Vorlagengeber, traf selbst zum 3:3-Ausgleich - nach Vorarbeit von Ernesto Miguel, der über rechts einen Sprint hinlegte, der wohl in jedem Leichtathletikverein Applaus bekommen hätte.

Das Stadion bebte, Völlen drückte weiter, und Rohrbach begann unter dem Druck zu schwimmen. In der 71. Minute sah Joao Meireles Gelb - ein taktisches Foul, das so offensichtlich war, dass selbst die eigene Bank lachte. Doch der entscheidende Moment kam in der 83. Minute: Miguel erneut über rechts, flach in die Mitte, und Javier Coelho schob ein - 4:3! Der rechte Flügelspieler ließ sich feiern, als hätte er gerade das WM-Finale entschieden.

"Ich hab einfach die Augen zugemacht", gab Coelho nach dem Spiel zu, "und gehofft, dass der Ball irgendwo hingeht, wo’s weh tut - dem Gegner halt."

Rohrbach war geschockt, Hoffmann humpelte in der 88. Minute verletzt vom Platz, und die Eintracht brachte den Sieg mit vollem Einsatz über die Zeit. Die letzten Minuten waren ein einziger Pressing-Orkan - Völlen rannte, grätschte, stemmte sich gegen jeden Angriff.

Auch die Statistik sprach am Ende eine klare Sprache: 16:8 Torschüsse, 53 Prozent gewonnene Zweikämpfe, fast 60 Prozent Ballbesitz. Das war kein Zufallssieg, sondern ein erkämpfter Triumph.

"Wir haben heute unsere Seele auf dem Platz gelassen", meinte Trainer Hees mit heiserer Stimme nach dem Abpfiff. Maik Kuntz hingegen starrte lange auf das leuchtende 4:3 auf der Anzeigetafel: "Manchmal ist Fußball einfach ein mieser Kerl."

Eintracht Völlen jedenfalls feiert einen emotionalen Befreiungsschlag - und wer dieses Spiel gesehen hat, weiß: Für langweilige Nullnummern ist in dieser Liga ohnehin kein Platz.

Und während die Fans noch sangen, stapfte Harrison Jean-Pierre lächelnd vom Platz. Ein Journalist fragte ihn, was er jetzt mache. "Erstmal duschen", sagte er trocken. "Dann vielleicht ein Bier. Oder zwei. Für die Nerven."

So klingt Fußball, wenn er Geschichten schreibt, die kein Drehbuch besser hinbekommen hätte.

30.05.643997 17:44
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