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Eschborn gewinnt Spektakel gegen Osnabrück - Holz und Kavanagh glänzen

Ein Freitagabend, Flutlicht, 41.806 Zuschauer und ein 3:2, das sich gewaschen hat: Der 1. FC Eschborn hat am 9. Spieltag der 1. Liga Deutschland den VfL Osnabrück in einem intensiven, teilweise chaotischen Spiel niedergerungen. Tore, Taktik, Zittern - alles war dabei.

Schon nach drei Minuten zappelte der Ball im Netz: William Kavanagh, Eschborns bulliger Mittelstürmer, nahm eine halbhohe Flanke von rechts mit dem Rücken zum Tor an - und drehte sich wie ein Balletttänzer, nur mit etwas mehr Körpermasse. Der Ball landete unten rechts. 1:0. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", grinste Trainer Yas Sin später, "aber William hat wohl andere Physikgesetze."

Osnabrück wirkte vom frühen Schock zunächst unbeeindruckt. Trainer Carsten Baumann hatte seine Elf mit aggressivem Pressing eingestellt, doch Eschborn spielte mit 59 Prozent Ballbesitz zu abgeklärt, zu sicher. Dennoch - in der 36. Minute schlug Osnabrück zu. Benjamin Heuer, 23 Jahre jung und mit der Energie eines Duracell-Hasen, wurde von Helmut Göbel perfekt in Szene gesetzt und schob zum Ausgleich ein. "Das war Trainingsplatz-Standard", sagte Heuer später, "nur dass im Training niemand so laut schreit."

Mit 1:1 ging’s in die Pause. Während Eschborns Trainer Sin in der Kabine angeblich "mehr Mut zum Risiko" forderte, hämmerte Osnabrücks Baumann seinen Jungs ein: "Zwei Meter weiter vorne attackieren, und wir nehmen die Punkte mit." Es sollte anders kommen.

Direkt nach Wiederanpfiff übernahm Eschborn die Kontrolle. Wilhelm Holz, der ältere der beiden Holz-Brüder in der Offensive, kam in der 50. Minute nach Vorlage von Petar Milosevic freistehend zum Abschluss - und traf trocken zur 2:1-Führung. Die Fans tobten, Bierbecher flogen, und Holz rief Richtung Tribüne: "Das war für meinen Bruder!" - kaum 60 Sekunden später antwortete Osnabrück. Wieder Benjamin Heuer, diesmal nach Vorarbeit von Marvin Kroll. 2:2 - und plötzlich war das Spiel ein offener Schlagabtausch.

Eschborn, nun mit vollem Einsatz und offensiver Ausrichtung, drängte weiter. Yas Sin brachte kurz vor der Pause schon Ersatzkeeper Logan Cochran für den jungen Amaury Alvarez, angeblich wegen einer leichten Blessur. Cochran, der Typ Torwart, der eher wie ein Handballer agiert, hielt danach zweimal glänzend.

In der 67. Minute fiel dann der entscheidende Treffer: Jacob Holz - der jüngere der Holz-Dynastie - vollendete eine butterweiche Flanke des linken Verteidigers Werner Ledig per Direktabnahme zum 3:2. Das Stadion bebte. "Ich hab einfach draufgehauen", erzählte Holz später, "wenn ich da nachdenke, geht der Ball sonst auf den Parkplatz."

Osnabrück versuchte in der Schlussphase alles. Baumann brachte gleich drei frische Kräfte: Greiner, Gabriel und Lemke, der 18-Jährige, der prompt in der 69. Minute noch einmal gefährlich abzog. Doch Eschborns Defensive hielt - auch weil Milosevic im Mittelfeld ackerte, als ginge es um den letzten Parkplatz vor der Bäckerei. "Ich hab keine Luft mehr", keuchte er nach Abpfiff, "aber drei Punkte schmecken besser als Sauerstoff."

Statistisch gesehen war Eschborn das aktivere Team: zehn Abschlüsse auf das Tor, fast 60 Prozent Ballbesitz, und eine Zweikampfquote von 51,6 Prozent - also gerade genug, um das Spiel zu "verdienen", wie man so schön sagt. Osnabrück dagegen kam auf neun Torschüsse, viele davon durch Heuer, der so ziemlich jede Eschborner Schienbeinschoner einmal getestet hat.

Trainer Yas Sin zeigte sich nach dem Spiel zufrieden, aber nicht übermütig: "Wir haben das Spiel kontrolliert, dann hergegeben, dann wieder kontrolliert. Typisch wir." Sein Gegenüber Baumann sah das naturgemäß anders: "Wenn du zweimal ausgleichst und trotzdem verlierst, fehlt dir nicht der Wille, sondern das Quäntchen Glück - oder ein Holz weniger."

Ein launiges Schlusswort von Eschborn-Kapitän Milosevic fasst den Abend wohl am besten zusammen: "Das war kein Fußballspiel, das war ein kleiner Krieg mit freundlichem Ausgang."

Und so ging ein Freitagabend mit allem, was das Fußballherz begehrt, zu Ende: fünf Tore, zwei Holz, ein Kavanagh - und ein Eschborn, das wieder einmal bewies, dass man mit offensivem Mut und einer Prise Chaos durchaus erfolgreich sein kann.

Ob das nächste Spiel ähnlich aufregend wird? Wahrscheinlich nicht. Aber sicher ist: Wenn Eschborn so weitermacht, wird’s in dieser Liga nie langweilig.

22.04.643987 00:03
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