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Eschborn ringt Ilmenau nieder - Buchholz trifft, Statistiker jubeln

Ein lauer Dienstagabend, Flutlicht über dem Eschborner Stadion, 50.322 Zuschauer und ein Spiel, das die Romantiker des 1:0-Fußballs in Verzückung versetzte. Der 1. FC Eschborn schlägt Germania Ilmenau am 7. Spieltag der 1. Liga Deutschland mit eben jenem Ergebnis - knapp, aber verdient. Und wie so oft in dieser Saison war es ein Mann, der zur richtigen Zeit am richtigen Ort stand: Tomasz Buchholz.

Die 27. Minute brachte die Entscheidung. Rechtsaußen Bernt Geier, der zuvor schon mehr Kilometer abgespult hatte als ein Mittelklassewagen auf der A3, bediente Buchholz mit einem messerscharfen Pass. Der Pole fackelte nicht lange, zog aus halblinker Position ab - und traf. Eiskalt, kompromisslos, torhungrig. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Buchholz nach dem Spiel, "aber dann dachte ich mir: Ach komm, probier’s mal." Trainer Yas Sin (ja, so heißt er wirklich) kommentierte trocken: "Wenn alle meine Spieler so ’zufällig’ treffen, bin ich zufrieden."

Eschborn spielte von Beginn an mit breiter Brust, 58 Prozent Ballbesitz, 14 Torschüsse, eine klare Ansage. Ilmenau? Kämpferisch, aber harmlos. Ganze drei Schüsse aufs Tor - einer davon in der 35. Minute durch Ralf Baumann, der aus 25 Metern abzog und Eschborns Torwart Ashton Carmody immerhin ein bisschen ins Schwitzen brachte. "Da musste ich kurz fliegen, um mich lebendig zu fühlen", witzelte Carmody später.

Die Taktik der Gäste blieb offensiv - jedenfalls auf dem Papier. Coach Thorben Hartung hatte seine Germania mutig eingestellt, aber was nützt die schönste Aufstellung, wenn der Ball selten über die Mittellinie kommt? "Wir wollten Druck machen", erklärte Hartung. "Leider fiel uns dabei auf, dass man dafür auch den Ball braucht."

Kurz vor der Pause dann Aufregung im Eschborner Strafraum: ein hoher Ball, ein Zusammenstoß, ein kurzer Blick des Schiedsrichters - weiterspielen. Ilmenau reklamierte, der Schiedsrichter blieb unbeeindruckt. "Ich hab gar nix gespürt", beteuerte Eschborns Innenverteidiger Nael Goncalves später und fügte mit einem Augenzwinkern hinzu: "Vielleicht weil ich aus Eisen bin."

Zur Halbzeit reagierte Yas Sin ungewöhnlich: Er wechselte gleich dreimal. Carmody musste raus, dafür kam Nachwuchskeeper Catalin Bükössy. "Ich wollte sehen, ob der Junge auch mal Gras unter die Schuhe bekommt", so der Trainer. Außerdem kamen Christopher Houghton und Justin Grossmann - frischer Wind, der das Spiel stabilisierte, aber keine Tore mehr brachte.

In der zweiten Hälfte verlegte sich Eschborn auf kontrolliertes Risiko. Kurze Pässe, ruhiger Aufbau, zwischendurch immer wieder gefährliche Distanzschüsse. Patrick Herrmann probierte es gleich mehrfach (24., 26., 28., 36., 38.), aber der Ball wollte nicht mehr ins Netz. "Ich dachte schon, das Tor ist beleidigt", lachte der 21-Jährige.

Ilmenau hingegen blieb bemüht, aber blass. Nelson Domingos bekam in der 62. Minute Gelb, nachdem er mehr Gegner als Ball getroffen hatte. Teamkollege Ricardo Pereira hatte sich schon in der 63. Minute eine Verwarnung abgeholt - sinnbildlich für die zunehmende Frustration der Gäste.

Spätestens nach der Einwechslung von Sven Adler (74.) war klar: Germania wollte zumindest noch den Ausgleich erzwingen. Doch Eschborns Abwehr, angeführt von den jungen Wilden Frei und Grossmann, hielt stand. Die Schlussphase gehörte dann wieder den Gastgebern. Sven Will (84.), Alexander Willoughby (85.) und schließlich Houghton (93., 94.) feuerten noch einmal, als ginge es um den Torschützenkönigstitel - aber Torwart Bruce parierte, was zu parieren war.

Nach 94 Minuten pfiff der Schiedsrichter ab, und das Stadion atmete auf. Kein Spektakel, aber ein Sieg, wie ihn Trainer lieben: kontrolliert, effizient, mit minimalem Risiko. "Wir hätten das zweite Tor machen müssen", grummelte Sin, "aber manchmal ist ein 1:0 eben auch Kunst."

Und Ilmenau? Trainer Hartung blieb gefasst: "Wir haben heute viel gelernt - vor allem, dass Ballbesitz nicht nur eine Idee, sondern auch eine Tat ist."

Am Ende jubelten die Eschborner Fans, die Spieler klatschten ab, und Tomasz Buchholz genoss die Ovationen. "Ich nehme das Tor mit nach Hause", scherzte er, "vielleicht hänge ich’s mir übers Bett."

Ein Abend also, an dem die Statistik glänzte (58 Prozent Ballbesitz, 14:3 Torschüsse, 57 Prozent Zweikampfquote), das Ergebnis nüchtern blieb - und der 1. FC Eschborn sich in der Tabelle weiter nach oben schiebt.

Oder, wie ein Zuschauer auf der Tribüne zusammenfasste, während er sein Bier hob: "War kein Feuerwerk - aber wenigstens ein Treffer."

30.05.643997 17:46
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Der Dieter Hoeneß hat die Glatze noch ganz nass gehabt. Da geht es um 30 bis 35 Millionen. Das ist Monopoly original.
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