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Eschborn trotzt Unterzahl: Pokal-Krimi mit Papenburger Herzschmerz endet 2:1

Ein Pokalabend, wie ihn kein Drehbuchautor besser hätte schreiben können: 45.558 Zuschauer im Papenburger Stadion sahen am 12. Januar 2026 ein Spiel, das alles bot - frühe Tore, hitzige Zweikämpfe, eine Gelb-Rote Karte und am Ende einen Außenseiter, der sich trotz Unterzahl durchboxte. Der 1. FC Eschborn gewann beim SC Papenburg mit 2:1 und zog damit in die dritte Pokalrunde ein.

Kaum hatte der Schiedsrichter den Ball freigegeben, da blitzte Eschborns Offensivgeist auf. In der 5. Minute segelte ein Pass von Niklas Steffen quer über das Feld, Bernt Geier nahm ihn technisch fein mit der Brust an - und schlenzte die Kugel aus 18 Metern unhaltbar in den Winkel. "Ich dachte erst, der Ball geht über das Dach", grinste Geier später, "aber dann hat er sich wohl doch umentschieden." 1:0 für Eschborn - und Papenburgs Trainer Frank Helmbrecht schaute, als hätte ihm jemand das Pausenbier gestrichen.

Doch Papenburg antwortete prompt. In der 18. Minute setzte sich Ilie Florea auf der linken Seite durch, schickte einen flachen Ball in den Strafraum, wo Björn Karlson lauerte. Der Stürmer ließ sich nicht zweimal bitten und drückte den Ball zum 1:1 über die Linie. "So wollten wir’s machen - Flanke, Abschluss, Jubel", kommentierte Karlson trocken. Da hatte der Stadionsprecher kaum Zeit, den ersten Torschützen zu nennen.

Das Spiel blieb in der Folge offen, wobei Papenburg mehr Ballbesitz (56,7 Prozent) und mehr Abschlüsse (11:9) verbuchte. Eschborn verteidigte leidenschaftlich, manchmal über die Grenze des Regelwerks hinaus. Bereits in der 21. Minute kassierte Rechtsverteidiger Marek Kisel Gelb, und kurz nach der Pause erwischte es Tibor Nyilasi doppelt: Erst Gelb in der 53., dann Gelb-Rot in der 65. Minute. "Ich habe nur laut geatmet", schnaubte Nyilasi beim Abgang - eine Auslegung, die Schiedsrichter wohl selten teilen.

In Unterzahl schien Eschborns Spielplan klar: Beton anrühren und auf den einen Lucky Punch hoffen. Und der kam tatsächlich. In der 67. Minute leitete Petar Milosevic mit einem Traumpass in die Tiefe den entscheidenden Konter ein. Tomasz Buchholz sprintete los, ließ Papenburgs Michail Szymanowski wie einen Verkehrshütchen stehen und schob überlegt zum 2:1 ins lange Eck ein. "Ich hab nur gedacht: Bitte nicht stolpern", sagte Buchholz später mit einem Grinsen, während Trainer Yas Sin sich auf der Bank die Hände rieb.

Papenburg war geschockt, aber nicht gebrochen. Trainer Helmbrecht reagierte, brachte frische Kräfte: Enrique Miguel kam für Taylor Auch (60.), später folgte Anton Hanson für Orhan Karaer (65.) und Christopher Bridges für Karlson (75.). Doch die neuen Impulse verpufften. Zwar prüfte Harald Geiger in der 86. Minute mit einem strammen Schuss Eschborn-Keeper Logan Cochran, doch der reagierte glänzend. "Der Ball war heiß wie ein Grillabend - aber ich hatte kalte Hände", scherzte der Torwart nach Abpfiff.

In der Nachspielzeit warf Papenburg alles nach vorn. Selbst Innenverteidiger Szymanowski tauchte plötzlich im Strafraum auf. "Wenn ich schon vorne bin, dann bleib ich auch hier", rief er angeblich seinem Trainer zu. Doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Stattdessen feierte Eschborns Ersatzmann Sven Will in der 90. Minute noch sein Pokaldebüt - eine symbolische Geste des Trainers, der die letzten Sekunden genoss. "Wir haben heute nicht schön, aber clever gespielt", resümierte Yas Sin. "Und manchmal reicht das im Pokal."

Die Papenburger hingegen mussten sich einmal mehr fragen, wie man ein Spiel verlieren kann, das man eigentlich kontrolliert. 56 Prozent Ballbesitz, mehr Schüsse, mehr Laufleistung - und doch steht am Ende das bittere 1:2. Trainer Helmbrecht suchte die Worte, fand aber nur ein Schulterzucken: "Wir haben uns selbst geschlagen. Und vielleicht auch ein bisschen an Tomasz Buchholz."

So verabschiedete sich der SC Papenburg aus dem Pokal, während Eschborn in Feierlaune den Bus bestieg. Auf dem Weg zum Parkplatz soll ein Fan gerufen haben: "Mit zehn Mann seid ihr besser als wir mit zwölf!" - worauf Yas Sin nur lachte: "Vielleicht lag’s an der Taktik: offensiv denken, defensiv beten."

Ein Pokalabend, der wieder einmal bewies: Statistik schießt keine Tore, und Unterzahl ist nur ein Zahlwort, wenn man an sich glaubt. Papenburg trauert, Eschborn träumt - und der Pokal schreibt seine eigenen Geschichten.

26.05.643987 05:54
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