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Eschborn verspielt Führung - Rohrbach dreht heißes Duell in der zweiten Halbzeit

Das Stadion in Eschborn bebte, 43.917 Zuschauer schrien, fluchten, jubelten - und am Ende stöhnten sie kollektiv. Der 1. FC Eschborn verlor am 12. Spieltag der 1. Liga Deutschland ein Spiel, das er eigentlich schon gewonnen hatte. 2:3 hieß es nach 90 intensiven Minuten gegen den SV Rohrbach, der die Partie mit einer Mischung aus Hartnäckigkeit, Cleverness und einer Prise Chaos drehte.

Dabei begann alles nach Maß für die Gastgeber. Nach einem stürmischen Auftakt brachte Cesar Meireles, der junge Brasilianer mit der Eleganz eines Capoeira-Tänzers und der Zielstrebigkeit eines Presslufthammers, Eschborn in der 24. Minute in Führung. Nach feinem Zuspiel von Sven Will zog Meireles aus 16 Metern ab - 1:0. Das Stadion tobte, Trainer Yas Sin riss die Arme in die Höhe und brüllte: "So wollte ich das sehen! Direkt, mutig, giftig!"

Doch wer dachte, Rohrbach würde sich in die Defensive retten, täuschte sich. Sechs Minuten später überrumpelte Linksverteidiger Tom Berndt die Eschborner Abwehr mit einem Schuss, der so gar nicht nach Abwehrspieler aussah. Nach einem Pass von Sergio Gnabry zog Berndt ab - und plötzlich stand es 1:1. "Ich hab einfach mal draufgehalten", grinste Berndt später in die Kameras, "meine Kinder glauben mir das heute Abend eh nicht."

Eschborn reagierte stark. Wieder war es Meireles, der in der 39. Minute seine Klasse zeigte. Nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Meik John stieg er am höchsten und köpfte zum 2:1 ein. Es war das zweite Tor des Abends für den 22-Jährigen - und zugleich das letzte Mal, dass Eschborn jubeln durfte.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Paukenschlag: In der 52. Minute glich Rohrbach durch Hermann Hoffmann aus. Der Mittelfeldmotor traf nach Vorarbeit von Edvard Ali - ein sauberer Schuss aus der Distanz, unhaltbar für Keeper Catalin Bükössy. Und während Rohrbach zu feiern begann, ging bei Eschborn der Stecker raus - im wahrsten Sinne.

In der 60. Minute sah Rechtsverteidiger Meik John nach einem rustikalen Einsteigen glatt Rot. "Ich wollte nur den Ball spielen", erklärte er nach dem Spiel und blickte betreten zu Boden. Trainer Sin kommentierte trocken: "Vielleicht meinte er den Ball, der in der Nachbarstadt liegt."

Mit einem Mann weniger verlor Eschborn die Kontrolle. Rohrbach roch förmlich das Blut. Trainer Maik Kuntz stellte um, brachte frische Kräfte mit Maier und Kremer - und drückte auf das Gaspedal. In der 79. Minute war es dann soweit: Sergio Gnabry, der bereits ein Tor vorbereitet hatte, traf selbst. Nach Doppelpass mit Hoffmann schlenzte er den Ball in die lange Ecke - 3:2 für Rohrbach.

Die Schlussphase war wild. Eschborn versuchte es mit wütenden Angriffen, Meireles prüfte den Torwart noch einmal in der 89. Minute, Ethan Marley setzte in der Nachspielzeit einen Schuss knapp über die Latte. Doch das Glück hatte längst die Seiten gewechselt.

In der 93. Minute sah auch Rohrbachs Innenverteidiger Gerhard Noack Rot - eine späte, symbolische Geste für ein Spiel, das längst brannte. "Das war kein Fußballspiel mehr, das war ein Western", sagte Rohrbach-Trainer Maik Kuntz lachend nach Abpfiff. "Aber wir haben die Colts gezückt, als es drauf ankam."

Eschborns Coach Yas Sin hingegen kämpfte mit der Fassung. "Wir haben die erste Halbzeit dominiert, aber nach dem Platzverweis war’s wie ein Kartenhaus im Sturm. So ein Spiel darfst du nicht aus der Hand geben."

Die Zahlen unterstreichen die Dramatik: 13 Torschüsse für Eschborn, 18 für Rohrbach, Ballbesitz nahezu ausgeglichen (50,4 zu 49,6 Prozent). Ein Duell auf Augenhöhe - aber eben mit dem glücklicheren Ende für die Gäste.

Cesar Meireles verließ das Stadion als unglücklicher Held. "Zwei Tore, null Punkte - das tut weh", sagte er. "Aber wir kommen zurück. Wir sind keine Mannschaft, die sich hängen lässt."

Am Ende blieb den Eschborner Fans nur die Erkenntnis, dass Fußball grausam schön sein kann. Ein Spiel, das in der Halbzeit nach Festtag roch, endete als bittere Lehrstunde. Rohrbach aber feierte ausgelassen - und manch einer soll im Kabinengang noch "Auswärtssieg!" gesungen haben.

Oder wie ein älterer Fan auf der Tribüne brummte, während die Lichter ausgingen: "So ist Fußball. Erst Champagner, dann Kamillentee."

23.02.644003 15:45
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Wenn wir ein Quiz machen würden unter den Trainern in Deutschland, wer am meisten Ahnung hat von Trainingslehre, Psychologie, und der Trainer mit den besten Ergebnissen kriegt den besten Klub - dann wäre ich bald bei Real Madrid.
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