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Eschborns Geduldsspiel: Klug köpft den Pokalsieg herbei

Ein Flutlichtabend in Eschborn, 47.700 Zuschauer im Stadion - und nach 90 Minuten stand es 1:0. Klingt nüchtern, war es aber nicht. Es war ein Spiel, das man getrost als Lehrfilm über Geduld, Aluminiumtreffer und die Kunst des "Wie kriegen wir den Ball da endlich rein?" bezeichnen darf. Am Ende erlöste Luis Klug den 1. FC Eschborn mit einem wuchtigen Treffer in der 49. Minute, und beim SV Tumlingen dürften die Abwehrspieler noch immer von ihm träumen - Albträume natürlich.

Dabei begann alles so, wie man es von einem Pokalabend erwartet: mit viel Lärm, einem Hauch Nervosität und dem unerschütterlichen Glauben der Gäste, dass man vielleicht, ganz vielleicht, den großen Favoriten ärgern könnte. Doch schon nach drei Minuten setzte Jacob Holz das erste Ausrufezeichen - Schuss aufs Tor, gehalten. Minute vier: wieder Holz, wieder gehalten. Minute sechs: Holz, diesmal vorbei. Und so ging es weiter, als hätte Eschborns Offensivabteilung beschlossen, den Torhüter von Tumlingen persönlich in den Wahnsinn zu treiben.

"Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen", lachte Tumlingens Keeper Tom Buettner nach dem Spiel. "Aber so ungefähr 26 Mal hat’s gescheppert. Nicht alles auf die Latte, aber gefühlt überall hin, wo ich gerade nicht war - nur eben nicht ins Tor."

In Zahlen: 26 Torschüsse für Eschborn, einer für Tumlingen. Das Ballbesitzverhältnis? 60 zu 40 Prozent. Und doch dauerte es bis kurz nach der Pause, ehe sich die Überlegenheit endlich in Zählbares verwandelte. Rastislav Harsanyi, der sonst eher für rustikale Klärungsaktionen bekannt ist, hatte sich nach vorne geschlichen und flankte mit chirurgischer Präzision auf Luis Klug, der den Ball per Kopf unhaltbar in die Maschen drückte. 49. Minute, 1:0, und das Stadion tobte.

"Ich hab einfach gehofft, dass er mal reingeht", grinste Klug später. "Rasti hat mir den Ball perfekt serviert - da hätte sogar unser Torwart getroffen." Trainer Yas Sin kommentierte trocken: "Wir hätten’s uns leichter machen können. Aber wer Pokal will, muss leiden."

Tumlingen versuchte danach, das Spiel noch irgendwie offen zu halten. Doch wenn man selbst nur einen einzigen Torschuss zustande bringt - den übrigens Guillermo Verdasco in der 36. Minute abgab, halbherzig und direkt in die Arme von Ashton Carmody -, dann wird’s schwierig mit der Sensation. Carmody, der zur Halbzeit durch Amaury Alvarez ersetzt wurde, hatte wohl den entspanntesten Arbeitstag seiner Karriere.

Eschborn dagegen drückte weiter: Wilhelm Holz prüfte Buettner im Minutentakt, der junge Sven Will verzog knapp, und selbst der Rechtsverteidiger Meik John versuchte sich mit einem Distanzschuss. In der 71. Minute stand wieder Jacob Holz frei vor dem Tor - und wieder flog der Ball knapp vorbei. Der Mann war an diesem Abend so etwas wie der tragikomische Held: immer da, immer gefährlich, aber eben ohne Fortune. "Ich glaub, ich brauch nach dem Spiel neue Schuhe", meinte Holz mit einem gequälten Grinsen. "Oder einen Exorzisten."

Die Tumlinger Abwehr stemmte sich tapfer gegen die Welle, die von allen Seiten anrollte. Trainer Buddy Brown versuchte, von außen Ruhe hineinzubringen. "Wir wussten, dass Eschborn drückt. Unser Plan war, sie müde zu laufen", erklärte er. Nach einer kurzen Pause fügte er mit einem Augenzwinkern hinzu: "Leider waren wir dann selbst die Müden."

In der Schlussphase verwaltete Eschborn das knappe Ergebnis mit einer Mischung aus Kontrolle und Nervenkitzel. Jede vergebene Chance wurde vom Publikum mit einem kollektiven Seufzer quittiert, jede Tumlinger Befreiung mit ironischem Applaus. Die Eschborner Defensive, angeführt von Harsanyi und dem eingewechselten Nowak, ließ nichts anbrennen.

Als Schiedsrichter Keller nach 94 Minuten abpfiff, war die Erleichterung greifbar. Spieler fielen sich in die Arme, die Zuschauer sangen, und Trainer Sin verschwand kurz in der Kabine - angeblich, um "den Blutdruck zu überprüfen".

So zieht der 1. FC Eschborn mit einem 1:0-Sieg in die zweite Pokalrunde ein. Verdient, ungefährdet, aber nervenaufreibend. Die Statistik spricht Bände, das Ergebnis dagegen flüstert nur - doch im Pokal zählt eben nicht die Lautstärke, sondern das Weiterkommen.

Zum Abschied sagte ein Fan beim Hinausgehen: "War ja klar, dass wir’s spannend machen. Sonst wär’s ja kein Eschborn-Spiel." Recht hat er.

26.07.643990 15:47
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