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2. Bundesliga | 13. Spieltag | 29.09.26 | TSV Essingen - Weiler im Allgäu 4:3 Um 20.30 Uhr begann die Partie mit offenem Visier. Beide Mannschaften traten offensiv auf, beide suchten den direkten Weg nach vorn. Das war attraktiv, allerdings auch ungefähr so beruhigend wie ein Regenschirm aus Zeitungspapier. Weiler hatte zunächst die besseren Szenen. Nick Scherer prüfte die Essinger Defensive früh, Jürgen Linke blieb ebenfalls auffällig. Dann schlug Essingen zu: In der 15. Minute brachte Jamie Keane die Gastgeber nach Vorarbeit von Robert Piccard mit 1:0 in Führung. Die Freude hielt allerdings kaum länger als ein frisch gezapftes Stadionbier. Vier Minuten später glich Linke für Weiler aus, vorbereitet von Dimas Allegri. In der 30. Minute drehte Tomasz Stoll, dessen Treffer Ben Meister einleitete, die Partie komplett. Essingen antwortete noch vor der Pause. Rafael Ze Castro traf in der 41. Minute nach erneutem Zuspiel von Piccard zum 2:2. Doch Weiler hatte offenbar beschlossen, die Halbzeitpause möglichst spannend zu gestalten: In der 42. Minute erzielte Innenverteidiger Asen Todorow das 3:2 für die Gäste, Allegri lieferte wieder die Vorarbeit. Todorow sah kurz darauf auch noch Gelb. Ein ereignisreicher Abend für den Abwehrspieler - wobei "ereignisreich" bei Verteidigern meist ein höfliches Wort für "zu viel los im eigenen Strafraum" ist. In der Pause dürfte TSV-Trainer Philipp Wiedmann seine Mannschaft daran erinnert haben, dass Fußball nicht zwingend ein Wettbewerb darin ist, wer die meisten Gegentore überlebt. Tatsächlich kam Essingen mit neuem Schwung zurück. Fritjof Lundqvist glich in der 46. Minute zum 3:3 aus, Ethan Gayheart hatte den Treffer vorbereitet. Plötzlich war wieder alles offen. Essingen übernahm nun zunehmend die Kontrolle. 53,0 Prozent Ballbesitz standen am Ende zu Buche, dazu 14 Torschüsse gegenüber neun der Gäste. Weiler blieb gefährlich, doch die Gastgeber drängten energischer auf den entscheidenden Treffer. Rafael Ze Castro sorgte mehrfach für Unruhe auf der rechten Seite, Jamie Keane arbeitete unermüdlich im Zentrum. "Wir wollten ruhig bleiben", sagte Wiedmann nach dem Spiel. "Das ist uns ungefähr bis zum 3:3 gelungen. Danach war von Ruhe keine Rede mehr." Eine Einschätzung, die vermutlich auch der Essinger Torwart Milan Jendrisek unterschrieben hätte - wenn er in diesem Moment nicht gerade versucht hätte, seine Handschuhe wiederzufinden. Weiler wechselte in der 60. Minute gleich dreifach: Lennard Jansen, Ronald Krämer und Carles Celis kamen für Todorow, Robert Schöne und Ben Meister. Bei Essingen musste Jose Enrique Teixeira in der 81. Minute verletzt vom Feld; Archie Kavanagh übernahm. Die Gastgeber ließen sich davon nicht stoppen. In der Nachspielzeit, genauer gesagt in der 92. Minute, fiel die Entscheidung: Keane erzielte nach Vorlage von Lundqvist das 4:3. Der Mittelstürmer hatte damit bereits sein zweites Tor des Abends geschossen und Essingen endgültig aus dem Nervenkitzel befreit. "Beim zweiten Treffer habe ich nur noch auf den Ball gewartet", soll Keane gesagt haben. "Und darauf, dass niemand mehr auf die Idee kommt, das Spiel noch komplizierter zu machen." Weiler ging leer aus, obwohl die Gäste lange geführt hatten. Essingen dagegen bewies Moral, Offensivkraft und eine bemerkenswerte Bereitschaft, den eigenen Zuschauern keine langweilige Heimfahrt zu gönnen. So sehen drei Punkte aus - zumindest in Essingen. 29.09.2026 22:09 |
Sprücheklopfer
Wenn sie mich heute Scheiße fragen, wissen Sie auch nicht, ob Sie morgen noch ihren Job haben.
Andreas Brehme nach einer Niederlage auf die Frage, ob er glaubt, am nächsten Tag noch Trainer des 1.FC Kaiserslautern zu sein.[t]Andreas Brehme