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Essingen zaubert - und Hordel schaut zu

12500 Zuschauer im Essinger Stadion erlebten am Valentinstag keinen romantischen Blumenregen, sondern Fußball mit kantigem Charme: Der TSV Essingen besiegte TuS Hordel im Freitagabendspiel der 2. Liga mit 2:0 - ein Ergebnis, das so klar war wie die Rollenverteilung auf dem Platz.

Schon nach vier Minuten schien Trainer Philipp Wiedmann kaum glauben zu können, wie leicht das Spiel anlief. Christian Schön traf nach Vorarbeit von Agemar Sorribas zur frühen Führung. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Schön später, "aber wenn der Ball so schön ins Eck segelt, beschwert sich keiner." Tatsächlich segelte er traumhaft - und Hordel schaute nur hinterher.

Essingen war von Beginn an das aktivere, mutigere Team. 13 Torschüsse, fast 59 Prozent Ballbesitz, ein Pressing, das eher höflich als aggressiv war - aber dafür ein Passspiel, das wie Öl durch die gegnerischen Reihen floss. Hordel dagegen wirkte, als versuche man, mit langen Bällen die Gesetze der Physik zu überlisten. "Unsere Idee war, über Konter zu kommen", erklärte Gästetrainerin Ute Finkeldy später tapfer. "Leider muss man dafür auch mal den Ball haben."

Den hatte meist der TSV. Und als wäre die erste Viertelstunde ein Bewerbungsvideo für den Offensivfußball, erhöhte Sorribas in der 11. Minute auf 2:0. Alejandro Gutierrez, quirlig wie ein Espresso auf zwei Beinen, setzte sich links durch und legte quer. Sorribas musste nur noch einschieben. Danach jubelte Essingen wie ein Team, das wusste: Das war’s eigentlich schon.

Bis zur Pause sah Hordel kaum Land. Tiago Valente hatte in der 22. Minute den einzigen echten Abschluss, den man ernsthaft erwähnen konnte - aber TSV-Keeper Marcio Botin pflückte den Ball seelenruhig aus der Luft, als sei es eine überreife Birne.

In der Kabine muss Finkeldy deutliche Worte gefunden haben, denn zur zweiten Halbzeit tauschte sie gleich drei Spieler, darunter auch ihren Torwart. Kay Fuhrmann, gerade mal 20, durfte ran. "Ich wollte einfach, dass Davide Lorenzo mal wieder sieht, wie die Ersatzbank von innen aussieht", scherzte sie später mit einem müden Lächeln.

Doch die Wechsel brachten wenig. Hordel blieb zwar bemüht, aber harmlos. Berndt Brand - mit 36 Jahren der Methusalem im Sturm - arbeitete, rackerte, winkte, rief - aber meistens ins Leere. Die Essinger Abwehr um Juanito Cuadrado und Nelson Coelho spielte abgeklärt, fast arrogant. Nur einmal, in der 53. Minute, kam Hordel gefährlich vor das Tor, als Ernst Kunkel abzog - doch wieder stand Botin im Weg.

Die zweite Hälfte plätscherte dann dahin, so wie ein Sonntagsspiel auf dem Ascheplatz - nur dass es Freitag war und der Rasen perfekt gepflegt. Essingen kontrollierte, Hordel kämpfte, und das Publikum hatte Zeit, über die Stadionwurst zu diskutieren. Trainer Wiedmann stand an der Seitenlinie und sah zufrieden aus, fast zu zufrieden. "Ich hab ihnen gesagt, sie sollen nichts riskieren. Und sie haben mich wörtlich genommen", lachte er später.

In der 74. Minute gab’s noch eine Gelbe Karte für Hordels Innenverteidiger Charlie Bradshaw, der offenbar beschlossen hatte, wenigstens einmal in der Statistik aufzutauchen. Danach passierte nicht mehr viel - außer dass Gutierrez noch dreimal abschloss, ohne zu treffen. Vielleicht wollte er einfach sicherstellen, dass sein Name in diesem Artikel vorkommt.

Am Ende blieb es beim 2:0 - ein Sieg, der nie in Gefahr war, aber auch keiner, der in die Geschichtsbücher eingeht. Essingen spielte clever, effizient, fast lehrbuchhaft. Hordel dagegen blieb der Statist in einem Stück, das längst entschieden war.

"Wir haben das heute erwachsen gespielt", sagte Schön nach dem Abpfiff und grinste, "was ungewöhnlich ist, wenn man unsere WhatsApp-Gruppe kennt." Trainer Wiedmann nickte zufrieden: "Das war solide, nicht spektakulär - aber manchmal ist solide das schönste Kompliment."

Ute Finkeldy dagegen fand klare Worte: "Wir waren heute nicht gut genug. Aber ich hab meine Jungs gefragt, ob sie wenigstens Spaß hatten - zwei haben genickt, das ist doch ein Anfang."

Ein Anfang vielleicht - für Hordel. Für Essingen dagegen war es die Fortsetzung einer kleinen Erfolgswelle. Und wer weiß: Wenn sie so weiterspielen, reden wir bald nicht mehr von Essingen - sondern von der "kleinen Maschine aus dem Osten".

Ein sarkastisches Schlusswort gefällig? Gern: Hordel spielte mutig, Essingen spielte Fußball. Und das war am Ende der Unterschied.

29.08.643990 07:08
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