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FC Marzahn stolpert, Rohrbach jubelt - Ein Abend voller Konter, Krämpfe und Kaltschnäuzigkeit

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott vielleicht seine Witze auf Kosten des FC Marzahn macht. 31.740 Zuschauer im ausverkauften Marzahner Stadion sahen ein Spiel, das in seiner Dramaturgie irgendwo zwischen Slapstick, Drama und Lehrfilm über Effizienz rangierte. Am Ende gewann der SV Rohrbach mit 2:1 - und das, obwohl beide Teams statistisch gesehen fast ein Spiegelbild voneinander waren: je neun Torschüsse, fast identischer Ballbesitz. Doch Fußball wird eben nicht nach Prozenten entschieden, sondern nach Toren. Und davon hatte Rohrbach zwei.

Dabei fing alles gar nicht so schlecht an für die Hausherren. Trainer Frank Henning hatte seine Mannschaft gewohnt kontrolliert eingestellt - "Wir wollten das Spiel aus einer starken Ordnung heraus gestalten", erklärte er nach Abpfiff, sichtbar bemüht, das Wort "langweilig" zu vermeiden. "Balanced", wie es im Taktikprotokoll heißt, mit einem Schuss Konterlust, aber ohne jeglichen Drang zu übermäßigem Pressing. Mit anderen Worten: lieber reagieren als agieren.

In der 37. Minute schien diese Strategie aufzugehen. Der agile Rechtsaußen Tyler Carsley, der ohnehin aussah, als hätte er sich in der Kabine mit Espresso intravenös versorgt, setzte sich nach einem Steilpass von Sergi Bischoff durch und drosch das Leder unter die Latte. 1:0 für Marzahn, und das Stadion vibrierte. Carsley riss die Arme hoch, Henning ballte kurz die Faust - und dachte vermutlich, das wird heute ein ruhiger Abend.

Doch wer Rohrbach kennt, weiß: Wenn sie einmal zurückliegen, werden sie erst richtig gefährlich. Fünf Minuten später stellte Joschua Kremer den Spielstand wieder auf Null. Der 22-jährige Mittelstürmer traf nach Vorarbeit von Simon Hübner abgeklärt ins lange Eck, als wolle er sagen: "Na, so leicht machen wir’s euch nicht." "Das war der Moment, in dem wir gespürt haben, dass noch mehr geht", grinste Rohrbachs Trainer Maik Kuntz später. "Wir spielen offensiv, wir denken offensiv - und manchmal funktioniert’s sogar."

Die zweite Halbzeit begann mit einem Wechsel: Marzahn brachte Patrick Moritz für Pedro Valdes, frisches Blut für die linke Seite. Doch das half nur bedingt, denn Rohrbach roch den Braten. In der 61. Minute schlug Jürgen Busch zu - der Mann, dessen Stirnband schon in der ersten Hälfte mehr gelaufen war als mancher Abwehrspieler. Nach feinem Zuspiel von Hermann Hoffmann zog Busch von links ab, der Ball zischte flach ins rechte Eck. 2:1 für Rohrbach, und Marzahns Keeper Vicente Domingos sah dabei aus, als überlege er, ob er sich bei der nächsten Parade lieber hinlegt oder gleich Urlaub nimmt.

Danach entwickelte sich eine Partie, die weniger durch Struktur als durch Verzweiflung glänzte. Marzahn drückte, Carsley schoss, Caio Gome schoss noch öfter - aber eben vorbei. "Wir hatten genug Chancen, um zwei Spiele zu gewinnen", knurrte Gome nach Schlusspfiff. "Aber das Tor war heute einfach kleiner."

Trainer Henning reagierte mit weiteren Wechseln: Alex Bruni für Carsley (60.), Peter Mann für Jake Carsley (75.). Doch die neuen Kräfte brachten eher Energie als Präzision. Besonders Mann sorgte mit einem beherzten Einwurf für Szenenapplaus - leider in die falsche Richtung.

Rohrbach dagegen blieb cool, lauerte auf Konter und hätte durch Lindner oder Busch sogar erhöhen können. Doch Domingos verhinderte Schlimmeres. In der 83. Minute wechselte Kuntz dann doppelt: die jungen Volker Esser und Hanns Seidel kamen, um das Ergebnis über die Zeit zu bringen. "Manchmal brauchst du einfach frische Beine, wenn das Herz schon müde ist", philosophierte Kuntz später mit einem Schmunzeln.

Als der Schlusspfiff ertönte, jubelten die Gäste ausgelassen, während die Hausherren zwischen Frust und Ratlosigkeit pendelten. "Wir haben gut gespielt, aber gut reicht halt nicht", seufzte Henning, bevor er in den Kabinentrakt verschwand.

Am Ende stand ein 1:2, das in den Zahlen aussieht wie ein Unentschieden, sich aber anfühlt wie eine kalte Ohrfeige. Rohrbachs offensive Mentalität hatte gesiegt, Marzahns kontrollierte Taktik war verpufft.

Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Schöner Ballbesitz, aber Punkte gibt’s dafür keine." Und während die Flutlichter langsam erloschen, dachte man in Marzahn wohl schon an das nächste Spiel - und daran, dass man manchmal mehr braucht als Balance und Ballbesitz: ein bisschen Glück, ein bisschen Mut, und vielleicht einen Tyler Carsley, der auch in der 90. Minute noch Espresso im Blut hat.

29.03.643987 13:57
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Im ersten Moment war ich nicht nur glücklich, ein Tor geschossen zu haben, sondern auch, dass der Ball reinging.
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