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2. Bundesliga | 34. Spieltag | 21.10.26 | FC München - SV Warnemünde 2:0 Anstoß war um 20.30 Uhr, und Warnemünde begann zunächst mit bemerkenswert wenig Respekt vor der Münchner Abendruhe. Marcus Konrad prüfte in der dritten Minute die Defensive der Gastgeber, zwei Minuten später zog Helmut Heise nach. "Wir wollten zeigen, dass wir nicht nur zum Besichtigen der Arena gekommen sind", sagte SV-Trainer Horst Horstmann später. Das klang mutig - und war es auch, zumindest für ungefähr fünf Minuten. Danach übernahm der FC München die Regie. Nevio Kaiser tauchte mehrfach gefährlich auf, Kian Latham suchte die Lücken, und Willem Wendell stand dort, wo ein Mittelstürmer stehen muss: im Zentrum des Geschehens und vermutlich auch der gegnerischen Geduldsgrenze. In der 21. Minute wurde der Aufwand belohnt. Kaiser legte auf, Wendell schloss ab - 1:0. Die Gastgeber spielten offensiv, ohne kopflos zu werden. Das war durchaus bemerkenswert, denn im Fußball gilt bekanntlich oft die Formel: Je mehr Platz, desto mehr schlechte Ideen. München hatte diesmal beides im Griff. Warnemünde blieb zwar bemüht, kam durch Horst Betz und Konrad zu weiteren Abschlüssen, doch Torhüter Dimas Escudero musste nicht zum Hauptdarsteller werden. In der 37. Minute fiel das zweite Tor. Dimas Jorge bereitete vor, Ricardo Semedo traf. Der zentrale Mittelfeldspieler hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht und wurde nun für seine Beharrlichkeit belohnt. "Ich habe mir gedacht: Wenn der Ball schon nicht von allein ins Tor geht, muss ich eben nachhelfen", sagte Semedo mit einem Grinsen. Eine Erkenntnis, die im Fußball erstaunlich häufig funktioniert. Mit dem 2:0 zur Pause war die Richtung vorgegeben. Warnemünde stellte zur Halbzeit im Tor um: Finn Bertram kam für Kai Reich. Später wechselte Horstmann zudem Jacob Schulte und brachte in der Offensive Andres Quevedo für den angeschlagenen Konrad. Der 17-Jährige hatte bis zu seiner Verletzung mehrfach für Unruhe gesorgt und musste in der 56. Minute vom Feld. "Marcus hat uns vorne gefehlt, aber wir wollten kein Risiko eingehen", erklärte Horstmann. Die Gäste gaben sich nach dem Seitenwechsel nicht auf. Quevedo kam in der 75. Minute zu einem Abschluss, Heise versuchte es in der 84. Minute noch einmal. Doch insgesamt blieb München überlegen. 18 Torschüsse standen am Ende acht der Gäste gegenüber. Auch beim Ballbesitz hatte der FC mit 54,4 Prozent die Nase vorn. In den Zweikämpfen setzte sich München ebenfalls knapp durch: 54,6 Prozent lautete die Bilanz. Franz Kuntz nutzte die komfortable Führung, um seiner Mannschaft frische Kräfte zu geben. Dilmen Özari, der in der 65. Minute noch Gelb gesehen hatte, machte in der 68. Minute Platz für Justin Seifert. Auch Kian Latham und Kai Frank wurden ausgewechselt. "Wir wollten Kontrolle behalten und gleichzeitig niemanden unnötig durch die Schlussphase schleppen", sagte Kuntz. "Das ist am letzten Spieltag manchmal wichtiger als ein drittes Tor." Ein drittes Tor fiel tatsächlich nicht mehr. Dafür gab es weitere Münchner Abschlüsse, besonders Dimas Jorge blieb bis in die Schlussphase hinein auffällig. Warnemünde verteidigte tapfer, München verwaltete souverän. Als der Schlusspfiff ertönte, stand es weiterhin 2:0. So verabschiedet sich der FC München mit einem ungefährdeten Erfolg aus der Saison. Warnemünde nahm Einsatz, Chancen und immerhin die Gewissheit mit, nicht chancenlos gewesen zu sein. Für Punkte reichte es allerdings nicht. Die hatten an diesem Abend bereits andere abgeholt - und zwar völlig verdient. 22.10.2026 10:47 |
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Die biologische Uhr tickt und geht auch an mir nicht vorbei.
Lothar Matthäus