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FC Stollberg entführt drei Punkte aus Marzahn - Effizienz schlägt Leidenschaft

Ein kühler Märzabend, Flutlicht, 25.416 Zuschauer und eine Stimmung, die irgendwo zwischen Vorfreude und Nervosität pendelte - die 2. Liga ist zurück, und gleich am ersten Spieltag zeigte das Duell FC Marzahn gegen FC Stollberg, warum Fußball manchmal so gnadenlos sein kann: Wer die Tore nicht macht, kriegt sie eben. Am Ende stand ein 1:2 aus Sicht der Marzahner, die sich trotz 22 Torschüssen die Zähne an einem abgezockten Gegner aus Stollberg ausbissen.

Das Spiel begann mit einem Donnerschlag, und zwar so früh, dass mancher Fan noch an der Wurstbude stand. In der 4. Minute tauchte Stollbergs Inigo Hernandez nach einem blitzsauberen Pass von Andrea Terinese vor Keeper Domingos auf und schob eiskalt ein. "Ich dachte, das sei noch Aufwärmphase", murmelte Marzahns Trainer Frank Henning später mit einem gequälten Lächeln. "Aber Hernandez hatte offenbar schon Betriebstemperatur."

Der frühe Rückstand schien Marzahn wachzurütteln. In der Folge rollte Angriff auf Angriff auf das Tor von Fernando Navarro, der sich mit Glanzparaden in die Herzen der mitgereisten Stollberger Fans spielte. Tyler Carsley prüfte ihn in der 6., 7. und 27. Minute, Caio Gome donnerte das Leder an die Latte (30.), und Patrick Moritz zirkelte mehrfach haarscharf vorbei. 22 Schüsse aufs Tor stehen am Ende für Marzahn zu Buche - und doch nur ein Treffer.

Dieser fiel kurz vor der Pause, in der 43. Minute, als Moritz endlich den richtigen Moment fand, den Ball auf Carsley durchzustecken. Der Engländer ließ sich nicht zweimal bitten und vollendete trocken zum 1:1. Das Stadion bebte, und Henning rief seinem Co-Trainer zu: "Jetzt geht’s los!" - ein Satz, der sich im Nachhinein fast tragikomisch lesen lässt.

Denn nach der Pause wurde das Spiel zäher. Marzahn hatte zwar mehr vom Ball (47,6 Prozent, was sich gefühlt nach 80 anfühlte), doch Stollberg blieb gefährlich, wenn sie mal kamen. Und sie kamen - in der 68. Minute über links: Stephan Kunkel flankte butterweich, und der 18-jährige Mike Beyer köpfte mit jugendlicher Unbekümmertheit zum 1:2 ein. "Ich hab einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass’s passt", grinste Beyer nach dem Spiel. Es passte.

Marzahn reagierte prompt. Henning brachte frische Offensivkräfte: McGee kam für Gome, später folgten Jake Carsley und Patryk Zewlakow. Doch egal, wer es versuchte - der Ball wollte nicht mehr über die Linie. McGee hatte gleich fünf gute Chancen (71., 73., 80., 84., 87. Minute), aber entweder reagierte der eingewechselte Stollberg-Keeper Oscar Gordon glänzend oder der Ball segelte knapp vorbei. "Das war wie Dosenwerfen - nur dass die Dose immer stehen blieb", witzelte McGee nach dem Schlusspfiff.

Stollberg verteidigte mit Leidenschaft und zwei Gelben Karten (Beier 69., Hamann 72.), die man getrost als Arbeitsnachweis verstehen kann. Trainer Wei To zeigte sich nach dem Spiel entsprechend zufrieden: "Wir haben das gemacht, was man auswärts machen muss: überleben und treffen."

Marzahn hingegen stand mit leeren Händen da, trotz Kampf, Statistik und Publikum. "Manchmal gewinnt eben nicht der Schönere, sondern der Cleverere", sagte Henning und sah dabei so aus, als würde er am liebsten die Latte aus der 30. Minute verklagen.

Die Zuschauer verabschiedeten ihre Mannschaft trotzdem mit Applaus - vielleicht auch aus Erleichterung, dass der Fußball endlich wieder da ist. Und obwohl Stollberg mit drei Punkten heimfährt, bleibt Marzahn der moralische Sieger der Herzen - nur, dass es dafür keine Tabellenpunkte gibt.

Am Ende fasste es Stadionsprecher Rolf mit einem Augenzwinkern zusammen: "Fußball ist wie das Leben - manchmal steht man besser da, wenn man weniger versucht." Vielleicht übertreibt er ein bisschen. Aber nach diesem 1:2 könnte man ihm fast zustimmen.

Und so ging ein Abend zu Ende, der alles bot: frühe Schocks, späte Hoffnung, große Chancen und kleine Dramen. FC Marzahn wird sich fragen, wie man mit 22 Schüssen nur ein Tor erzielen kann. FC Stollberg wird einfach lächeln und sagen: "Effizienz, mein Freund."

Ein Auftakt nach Maß für die Gäste - und für Marzahn ein Lehrstück in Sachen Fußballweisheit: Wer seine Chancen nicht nutzt, der wird eben genutzt.

11.11.643993 13:03
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Eigentlich bin ich ein Supertyp. Aber ich kann wohl auch ein richtiger Arsch sein!
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