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2. Bundesliga | 13. Spieltag | 17.07.26 | Weiler im Allgäu - SV Steuden 3:3 Die Hausherren begannen furios, als wollten sie den Gästen aus Sachsen-Anhalt zeigen, dass im Allgäu nicht nur Käse gereift wird, sondern auch torgefährliche Offensivkräfte. Bereits in der 8. Minute drosch Jannick Fritsch den Ball nach einem energischen Solo zum 1:0 in die Maschen. Sieben Minuten später legte Samuel Erskine nach - auf Vorlage des quirligen Dimas Allegri. "Ich hab den Ball einfach reingezirkelt, weil der Torwart so schön gezögert hat", grinste Erskine anschließend, während Allegri daneben verschmitzt anfügte: "War natürlich genauso geplant." Doch wer glaubte, der SV Steuden würde sich in sein Schicksal fügen, kannte Trainer Karli Konter schlecht. Der Mann heißt nicht umsonst so. "Wir spielen immer auf Konter - das steht ja schon auf meiner Visitenkarte", witzelte er später. Und tatsächlich: In der 26. Minute schlug Maximilian Weis nach feinem Zuspiel von Björn Kraft zu. Zehn Minuten darauf traf Linksverteidiger Daniel Berg mit einem satten Schuss aus 20 Metern. "Ich wollte eigentlich flanken", gab er ehrlich zu. Und noch vor der Pause drehte Weis mit seinem zweiten Treffer die Partie komplett - 2:3 aus Sicht der Gastgeber. "In der Kabine war’s kurz still", verriet Heimtrainer Mino Raiola nach dem Abpfiff. "Dann hab ich gesagt: Jungs, ihr seid keine Käselaibe - ihr könnt euch bewegen. Und siehe da, sie haben’s getan." Direkt zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Raiola den 18-jährigen Ophir Kashtan, der prompt in der 51. Minute das 3:3 erzielte. Der Youngster, kaum älter als der Stadionkiosk, jubelte mit weit aufgerissenen Augen: "Ich hab nur gesehen, dass Nick (Scherer) den Ball querlegt - und dann war einfach alles weiß vor Glück." Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Weiler hatte mit 16 Torschüssen das aktivere Bein, während Steuden mit 52 Prozent Ballbesitz die ruhigere Kugel schob. Doch wer auf ein viertes Tor hoffte, musste sich mit Gelben Karten begnügen - dreimal zückte der Schiedsrichter den Karton gegen die Gäste, unter anderem für den 17-jährigen Innenverteidiger Jay Cort, der danach zuckte: "War doch nur ein bisschen Tempo im Zweikampf." In der Schlussphase drückte Weiler mit aller Macht. Zweimal versuchte es der eingewechselte Tomasz Stoll, einmal scheiterte er spektakulär am Keeper Julius Seiler, der sich in bester Handball-Manier in die Flugbahn warf. "Ich hab einfach gehofft, dass mich der Ball nicht umbringt - und er blieb an mir hängen", lachte Seiler hinterher. Am Ende blieb es beim 3:3, einem Ergebnis, das beide Trainer unterschiedlich bewerteten. "Wenn man 0:2 zurückliegt und am Ende noch einen Punkt holt, ist das Moral", bilanzierte Konter zufrieden, ehe er mit einem Augenzwinkern hinzufügte: "Wenn’s nach mir ginge, hätten wir noch zehn Minuten länger gespielt - Weiler war da schon platt." Raiola hingegen sah’s anders: "Nach den Chancen in der zweiten Halbzeit müssen wir das gewinnen. Aber gut, wer drei Tore schießt und trotzdem nicht gewinnt, hat zumindest für Gesprächsstoff gesorgt." Gesprächsstoff gab es reichlich. In den Gängen des Stadions diskutierten Fans über Fritschs vergebene Kopfballchance in der 34. Minute, über Erskines Distanzschuss kurz vor der Pause und über die jugendliche Unbekümmertheit von Kashtan, der nach Abpfiff noch Selfies mit halben Mannschaftsbusladungen machte. Statistisch betrachtet war es ein Duell auf Augenhöhe: Weiler knapp überlegen in den Zweikämpfen (52,8 Prozent), Steuden dominanter im Ballbesitz. Beide spielten offensiv, beide suchten den Abschluss - und beide hätten das Spiel gewinnen können. "So ist Fußball", seufzte der Stadionsprecher nach dem Abpfiff ins Mikro. "Mal läuft’s, mal läuft man hinterher - heute haben alle gleichzeitig gelaufen." Und so verließen 16.880 Zuschauer das Stadion mit einem Lächeln und vermutlich einem leichten Pfeifen im Ohr. Denn dieser 13. Spieltag der 2. Bundesliga hatte alles: Drama, Tempo, Talente - und ein Ergebnis, das keiner so richtig einordnen konnte. Nur einer wusste es genau: der Ball. Der rollte zufrieden in die Kabine und dachte sich wohl: "Na, das war mal wieder ein schöner Abend im Allgäu." 17.07.2026 21:06 |
Sprücheklopfer
Das ist eine Deprimierung.
Andreas Möller