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Forsythe trifft, Petrosani verzweifelt - Arad siegt eiskalt mit 1:0

Es war einer dieser Abende, an denen man sich fragt, ob der Fußballgott gerade ein Nickerchen macht. 16.000 Zuschauer im Stadion von Petrosani, Flutlicht, frostige Januarluft - und am Ende ein einziger Treffer, der alles entschied: ATU Arad stiehlt sich mit einem 1:0‑Sieg davon, während CFR Petrosani in Schönheit scheitert.

Beide Teams begannen den 10. Spieltag der rumänischen Liga mit einer eher abwartenden Haltung. Die Gastgeber aus Petrosani hielten den Ball, 52 Prozent Ballbesitz sprechen eine deutliche Sprache, aber was nützt die Kugel, wenn sie nicht ins Tor will? Trainer der Hausherren - der sich nach dem Spiel hinter einem Schal versteckte - hatte offenbar auf kontrollierte Offensive gesetzt: "Wir wollten ruhig aufbauen", murmelte er später, "leider haben wir das Toreschießen vergessen."

Arad hingegen kam mit einer ganz anderen Idee: lange Bälle, hohes Risiko, und wenn es kracht, dann richtig. "Wir spielen Flügelsturm, kein Schach", grinste Gäste‑Coach Mister Zvenson nach dem Abpfiff, als wäre ihm das 1:0 geradezu zu langweilig gewesen. Seine Mannschaft war aggressiv, bissig, und schoss neunmal aufs Tor - mehr als doppelt so oft wie Petrosani.

Der entscheidende Moment kam in der 42. Minute. Nach einem weiten Ball von Innenverteidiger Avi Peretz - vermutlich so geplant, wahrscheinlich aber eher eine Befreiung - landete das Leder bei Jamie Forsythe. Der 24‑jährige Rechtsaußen nahm den Ball mit der Brust an, ließ Abwehrmann Balaci stehen und jagte das Ding mit einem satten Schuss ins lange Eck. Torwart Dimas Mendo, der bis dahin wenig gefordert war, streckte sich vergeblich - 0:1. Arad jubelte, Petrosani fror innerlich.

"Ich hab einfach draufgehalten", sagte Forsythe später bescheiden, "ich dachte, der Ball fliegt über die Tribüne. Aber er blieb brav unten." Ein Satz, den man sich als Stürmer tätowieren lassen könnte.

Petrosani versuchte nach der Pause alles - oder zumindest das, was im Rahmen des "kontrollierten Aufbauspiels" möglich war. Es gab Chancen: Cornel Mateut in der 47. Minute, Baltsar Johnsson in der 67., und ganz spät Marcel Boyer, der in der 86. Minute noch einmal draufhielt. Doch Arads Keeper Yannik Hausmann, sonst eher unauffällig, war an diesem Abend ein Fels in der Brandung. "Ich hab den Ball einfach angeschrien", witzelte er später, "und er ist erschrocken zur Seite gesprungen."

In der Statistik sah Petrosani gar nicht so schlecht aus - mehr Ballbesitz, mehr Pässe, sogar ein bisschen mehr Ruhe. Aber Fußball bleibt ein Spiel der Tore, und da hatte Arad die Nase vorn. Die Gäste verteidigten diszipliniert, kassierten keine Karte, während Petrosani zweimal Gelb sah: erst der junge Romeo Sabau nach einem rustikalen Einsteigen (36.), später Radu Balaci (80.), der sich wohl zu sehr über den eigenen Fehlpass ärgerte.

Taktisch blieb Arad durchweg auf "Wings" eingestellt - also über die Flügel, mit viel Tempo und Mut. Petrosani hingegen hielt an seiner "Balanced"-Philosophie fest, die ungefähr so aufregend war wie eine Steuererklärung. Selbst als die Minuten verrannen, blieb das Pressing aus. Kein Wunder, dass Mister Zvenson nach dem Spiel süffisant meinte: "Wenn sie nicht pressen wollen, dann lassen wir sie eben laufen."

Die Schlussphase brachte noch ein paar Wechsel bei Arad - der 17‑jährige Daniel Stancu durfte in der 54. Minute ran, später kam der ebenso junge Iosif Bratu (62.). So etwas nennt man wohl jugendlichen Elan, auch wenn es am Ergebnis nichts mehr änderte.

Als der Schlusspfiff ertönte, sah man zwei sehr unterschiedliche Gesichter: Jubelnde Arader, die sich gegenseitig in die Arme fielen, und ratlose Petrosaner, die auf den Rasen starrten, als suchten sie dort den verschwundenen Ausgleich.

Fazit? Arad macht mit 47 Prozent Ballbesitz und neun Torschüssen das Maximum aus seinen Möglichkeiten - Effizienz in Reinform. Petrosani dagegen bleibt die Mannschaft mit schönen Pässen, aber ohne Punch.

"Wir müssen lernen, dass Schönheit keine Punkte bringt", sagte Kapitän Balaci kurz angebunden. Vielleicht hat er recht.

Und während die letzten Zuschauer die Ränge verließen, kommentierte ein älterer Fan sarkastisch in Richtung der Heimtrainerbank: "Vielleicht sollte man mal den Ball ins Tor passen statt daneben." Ein Satz, der den Abend ziemlich gut zusammenfasst.

So bleibt am Ende ein nüchternes Ergebnis - 0:1 -, ein zufriedener Mister Zvenson und eine Mannschaft aus Petrosani, die wohl noch eine Weile überlegt, wie man aus 52 Prozent Ballbesitz wenigstens ein halbes Tor macht.

03.05.643987 07:05
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Ich kann nicht sagen, dass ich es nicht gesagt habe, weil ich es gesagt habe.
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