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Fortuna Chemnitz und Weiler liefern sich ein 4:4-Spektakel

2. Bundesliga | 4. Spieltag | 20.09.26 | Fortuna Chemnitz - Weiler im Allgäu 4:4

Was für ein Abend in Chemnitz: 23.860 Zuschauer kamen am Sonntagabend zum 4. Spieltag der 2. Bundesliga - und vermutlich einige davon mit der Hoffnung, irgendwann auch einmal tief durchatmen zu dürfen. Vergeblich. Fortuna Chemnitz und Weiler im Allgäu trennten sich nach 90 Minuten 4:4 (2:2) in einem Fußballspiel, das in Sachen Defensive eher den Charakter einer freundlichen Empfehlung hatte.

"Wir wollten offensiv auftreten", sagte Fortuna-Trainer Maik Oberländer später. "Dass beide Mannschaften diesen Auftrag so gründlich ausführen, war dann vielleicht etwas zu viel des Guten." Sein Gegenüber Mino Raiola soll es ähnlich lakonisch formuliert haben: "Acht Tore sind doch ein ordentliches Ergebnis. Für die Torhüter war es eher ein langer Arbeitstag."

Weiler erwischte den besseren Start. In der 12. Minute traf Ben Meister zur Führung, vorbereitet von Michel Hierro. Die Gäste spielten mutig, suchten den Weg nach vorn und hatten bereits zuvor durch Ophir Kashtan eine erste Möglichkeit verbucht. Fortuna antwortete allerdings ohne lange Diskussion: Vier Minuten nach dem Rückstand glich Fabio Marcedusa aus, Bruno McLeod lieferte die Vorarbeit.

Chemnitz bekam nun Oberwasser - und offenbar auch Appetit. In der 30. Minute brachte Yusuf Avci die Gastgeber mit 2:1 in Führung, Luke Graves legte auf. Die Fortuna hatte zu diesem Zeitpunkt etwas mehr Ballbesitz und kombinierte sich gefällig durch das Mittelfeld. Weiler blieb jedoch gefährlich, besonders über die Außenbahnen. Kurz vor der Pause schlug Heinrich Foerster zu und stellte nach Vorlage von Nick Scherer auf 2:2. Ein Unentschieden zur Halbzeit, das sich eher wie eine Zwischenrechnung anfühlte.

"In der Kabine war die Stimmung ungefähr so ruhig wie auf einem Jahrmarkt", schilderte Oberländer die Pause. Tatsächlich blieb es nach dem Seitenwechsel turbulent. In der 53. Minute war erneut Ben Meister zur Stelle. Foerster bereitete vor, Meister schnürte den Doppelpack - und Weiler führte wieder 3:2.

Doch Fortuna Chemnitz ließ sich nicht abschütteln. Caio Lomban glich in der 59. Minute aus, Daniele Benedetto hatte den Treffer vorbereitet. Kaum war der Jubel verklungen, schlug Weiler zurück: Carsten Vetter erzielte nur eine Minute später das 4:3. Der 19-Jährige war zuvor bereits mehrfach zum Abschluss gekommen und entwickelte sich endgültig zum Schrecken der Chemnitzer Hintermannschaft.

Die Gastgeber bewiesen danach immerhin Nerven und offensive Konsequenz. In der 73. Minute traf Marcedusa zum zweiten Mal an diesem Abend, diesmal nach Vorlage von Alfonso Aguas. 4:4 - und noch immer war nicht der Eindruck entstanden, dass irgendjemand mit dem Toreschießen fertig sein wollte. Vetter prüfte die Fortuna-Abwehr später erneut, während auf der anderen Seite Avci und Marcedusa weitere Chancen suchten.

Am Ende blieb es beim spektakulären Remis. Weiler hatte mit elf Torschüssen sogar zwei Abschlüsse mehr als Chemnitz, die Hausherren besaßen dagegen 54,6 Prozent Ballbesitz. Die Zweikampfquote lag nahezu ausgeglichen bei 49,4 Prozent für Fortuna und 50,6 Prozent für die Gäste. Fünf gelbe Karten, eine Verletzung von Ivar Sundström und mehrere Wechsel rundeten einen Abend ab, an dem selbst die Statistik Mühe hatte, hinterherzukommen.

"Wir haben vier Tore erzielt und trotzdem nicht gewonnen", sagte Marcedusa. "Das ist normalerweise ein schlechter Witz." In Chemnitz dürfte man ihm zustimmen. Nur lachen konnte darüber nach diesem 4:4 vermutlich niemand mehr - dafür waren alle zu müde.

20.09.2026 21:08
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