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Bundesliga | 12. Spieltag | 28.09.26 | Gelsenkirchen 04 - 1. FC Eschborn 1:1 Gelsenkirchen begann offensiv, allerdings mit jener speziellen Mischung aus Mut und Kontrollverlust, die Trainer Andreas Meyer offenbar als Konterfußball verkauft. In der sechsten Minute prüfte Rauf Avci erstmals Eschborns Torwart Ashton Carmody. Fünf Minuten später versuchte es Jens Brenner, ehe Avci erneut auftauchte. Beim dritten Anlauf klappte es: In der 12. Minute traf der 18 Jahre alte Mittelstürmer zum 1:0. Andreas Reichert hatte den Treffer vorbereitet. Die Freude hielt ungefähr so lange wie ein Vorsatz am Neujahrsmorgen. Nur fünf Minuten später schlug Eschborn zurück. Javier Iniguez, eigentlich rechter Verteidiger und an diesem Abend mit bemerkenswertem Vorwärtsdrang ausgestattet, traf in der 17. Minute nach Zuspiel von Sven Will zum 1:1. Eschborn hatte damit nicht nur den Ausgleich erzielt, sondern auch das Kommando übernommen. "Wir wollten schnell umschalten", sagte Meyer nach dem Spiel sinngemäß in der szenisch nachgebildeten Pressekonferenz. "Das haben wir gemacht. Nur manchmal hat Eschborn schneller umgeschaltet als wir." Ein Satz, der taktisch klingt und vermutlich auch deshalb auf einer Pressekonferenz funktioniert. Die Gäste spielten mit langen Bällen, später mit ausgeprägtem Pressing und fast ständigem Zug zum Tor. 21 Torschüsse standen am Ende für Eschborn zu Buche, Gelsenkirchen kam auf gerade einmal vier. Beim Ballbesitz lag der 1. FC ebenfalls vorn: 56,9 Prozent gegenüber 43,1 Prozent. Kurz gesagt: Eschborn hatte den Ball, die Chancen und offenbar auch den Stadtplan zum gegnerischen Strafraum. Gelsenkirchen hatte das Ergebnis. Jaime de Villota beschäftigte die Hintermannschaft der Gastgeber besonders nachhaltig. Der Eschborner Mittelstürmer tauchte in der neunten, 44., 47., 58., 71. und 76. Minute gefährlich auf, blieb aber ohne weiteren Treffer. Auch Jacob Holz versuchte sich mehrfach, zuletzt noch in der 95. Minute. Torwart Rene Adler und seine Vorderleute hatten längst den Modus "alles weg, was irgendwie fliegt" aktiviert. Nach der Pause wechselten beide Trainer kräftig durch. Eschborn brachte unter anderem Phillipp Meiser und später Jannis Stephan, Gelsenkirchen reagierte mit Elias Schröder, Berndt Hein und Bertalan Bicskei. Am Spielbild änderte das wenig. Die Gäste drängten, die Hausherren wichen zurück. Trainer Yas Sin hatte seine Mannschaft offensiv eingestellt und ließ sie mit starkem Einsatz weiter anlaufen. Gelsenkirchen blieb bei Kontern und langen Entlastungsaktionen. In der 83. Minute wurde es besonders hektisch: Lennard Konrad sah nach seiner zweiten Verwarnung Gelb-Rot. Die Gastgeber mussten die Schlussphase in Unterzahl überstehen. "Ab da war jeder Ballkontakt ein kleines Bewerbungsgespräch für einen Herzinfarkt", hätte Meyer die letzten Minuten wohl zusammenfassen können. Eschborn fand trotz Überzahl keinen Weg durch das dicht gestaffelte Gelsenkirchener Bollwerk. Iniguez, Holz und Stephan feuerten weiter, doch der entscheidende Schuss blieb aus. So endete ein Spiel, das Eschborn nach Chancen und Spielanteilen eigentlich hätte gewinnen können, mit einem 1:1. Für Gelsenkirchen 04 fühlt sich der Punkt wie ein Sieg an. Für Eschborn eher wie eine höfliche Einladung, die man leider zu spät abgesagt hat. 28.09.2026 22:59 |
Sprücheklopfer
Eines möchte ich noch kurz anfügen. Auf der Homepage meines Kollegen Thomas Sobotzik habe ich gelesen, dass ich seinem Sohn so ähnlich sehe. Mit Frau Sobotzik habe ich aber schmunzelnd ausgemacht, dass an dieser Geschichte nichts dran ist.
Jan-Aage Fjörtoft