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Bundesliga | 17. Spieltag | 03.10.26 | Gelsenkirchen 04 - FC Stollberg 2:3 Dabei begann der Gastgeber im eigenen Stadion durchaus mit dem Anspruch, die Angelegenheit selbst zu regeln. Trainer Andreas Meyer hatte seine Mannschaft offensiv ausgerichtet, mit ausgewogenem Passspiel und dem klaren Auftrag, nicht bei jeder Gelegenheit panisch den Ball nach vorn zu dreschen. Das gelang zumindest phasenweise. Gelsenkirchen hatte 56,3 Prozent Ballbesitz und gab neun Torschüsse ab - mehr als Stollberg. Leider ist Fußball bekanntlich die Sportart, in der man für Ballbesitz keine Punkte bekommt, sondern höchstens anerkennende Blicke von Statistikern. Die erste große Warnung kam in der 22. Minute, als Justin Gebhardt aus der rechten Abwehr heraus den Abschluss suchte. Fünf Minuten später probierte es Gebhardt erneut. Stollberg blieb zunächst geduldig, lauerte auf Umschaltmomente und suchte den Weg durch die Mitte. In der 39. Minute zahlte sich diese Geduld aus: Arjen Vrooman fand Danilo Mauro, und der 20 Jahre alte Linksaußen schob zur Führung ein. 0:1 - und plötzlich sah Gelsenkirchens Defensive aus, als hätte jemand den Notausgang ausgeschildert, aber vergessen zu sagen, wo er liegt. "Wir hatten die Kontrolle, aber Stollberg hatte den besseren Moment", sagte Andreas Meyer später. "Das ist im Fußball eine eher unangenehme Kombination." Nach der Pause wechselte Meyer Phillip Hafner aus, Günter Meissner kam für ihn. Gelsenkirchen erhöhte den Druck, und in der 58. Minute fiel der verdiente Ausgleich. Heinrich Petersen bereitete vor, Innenverteidiger Lennard Konrad vollendete. Ein Abwehrspieler als Torschütze - manchmal muss die Defensive eben persönlich demonstrieren, wie Angriff funktioniert. Nur 13 Minuten später drehte Gelsenkirchen die Partie. Jannick Kurz servierte, Joschua Lindemann traf in der 71. Minute zum 2:1. Der erfahrene Mittelstürmer hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht und wirkte nun entsprechend erleichtert. "Ich dachte kurz, der Ball wollte heute einfach nicht zu mir", sagte Lindemann mit einem Grinsen. "Dann hat er sich offenbar umentschieden." Doch Stollberg weigerte sich, das Drehbuch zu akzeptieren. In der 81. Minute schlug Mauro erneut zu - diesmal nach Vorarbeit von Luca Schultz. 2:2. Und vier Minuten später war die Gelsenkirchener Aufholjagd endgültig zur Fußnote geworden: Duarte Minambres traf zum 3:2 für die Gäste, wieder kam die Vorlage von Schultz. Trainer Wei To hatte seine Mannschaft lange ausgewogen agieren lassen, gegen Ende blieb Stollberg bei langen Bällen und kontrollierter Defensive. "Wir wollten nicht schön aussehen, sondern gewinnen", sagte To. "Heute war das eine sehr erfolgreiche Entscheidung." Gelsenkirchen warf in der Schlussphase alles nach vorn, stellte auf intensiveres Pressing um und schoss zunehmend aus allen Lagen. Berndt Hein kam noch für Lindemann, ein weiterer Treffer blieb jedoch aus. Stollberg brachte den Vorsprung über die Zeit - mit sieben Torschüssen, weniger Ballbesitz und deutlich mehr Effizienz. So blieb den Gastgebern nur die Erkenntnis, dass Überlegenheit ohne Ertrag ungefähr so nützlich ist wie ein Regenschirm im Stadiondach. Stollberg nimmt drei Punkte mit, Gelsenkirchen 04 eine Menge Gesprächsstoff. Und Danilo Mauro vermutlich den Spielball. 03.10.2026 21:23 |
Sprücheklopfer
Ich bin gespannt auf den ersten Augenblick, wenn er auf dem Spielfeld erstmals wegen seiner Erkrankung von einem Gegenspieler dumm angemacht wird. Wenn er ihm dann in die Eier tritt, dann weiß ich, dass er gesund ist.
Uli Hoeneß zum Gesundheitszustand von Sebastian Deisler