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Germania Ilmenau ringt SV Rohrbach nieder - Korn als heimlicher Regisseur

Ein Flutlichtabend in Ilmenau, wie ihn die 40.501 Zuschauer so schnell nicht vergessen werden: Germania Ilmenau gewann am 9. Spieltag der 1. Liga Deutschland mit 2:1 gegen den SV Rohrbach - und das nach einer ersten Halbzeit, die eher an ein Schachspiel im Nebel als an Spitzenfußball erinnerte. Trainer Thorben Hartung brachte es nach Schlusspfiff halb lachend, halb erleichtert auf den Punkt: "Wenn man zur Pause denkt, schlimmer kann’s nicht werden - und dann gewinnen wir doch, muss irgendwas richtig gelaufen sein."

Dabei sah es in den ersten 45 Minuten gar nicht so aus, als könnte hier jemand ein Tor erzielen. Beide Teams begannen offensiv eingestellt, doch was auf dem Papier nach Spektakel klang, war auf dem Rasen zunächst ein zähes Ringen um jeden Quadratmeter. Ilmenau kombinierte zwar gefällig, aber ohne Durchschlagskraft, Rohrbach lauerte auf Konter, fand aber selten den Weg in den Strafraum. Immerhin - die Statistik belegt: 16:11 Torschüsse aus Sicht der Gastgeber, aber viele davon endeten im Fangnetz oder auf der Tribüne.

Zur Pause stand es also 0:0, und man hörte von den Rängen leise "Wach werden, Germania!"-Rufe. Offenbar kam die Botschaft an. Denn kaum war der zweite Durchgang angepfiffen, übernahm Ilmenau das Kommando. In der 55. Minute fiel das, was man gemeinhin als Dosenöffner bezeichnet: Jesus Korn, der Regisseur im Mittelfeld, steckte einen Traumpass in die Gasse, und Stürmer Fynn Hennig blieb eiskalt - 1:0. "Ich hab den Pass schon kommen sehen, bevor Jesus ihn überhaupt gespielt hat", grinste Hennig später und klopfte seinem Vorbereiter in der Mixed Zone auf die Schulter.

Zehn Minuten später fast eine Kopie des ersten Treffers: Wieder Korn, diesmal mit einem butterweichen Ball auf Jari Vuorinen, der aus spitzem Winkel vollendete - 2:0. Die Ilmenauer Bank sprang kollektiv auf, Trainer Hartung brüllte "Endlich!" in Richtung Himmel, und das Stadion tobte.

Doch Rohrbach gab nicht auf. Coach Maik Kuntz reagierte nach einer Stunde, brachte mit Joschua Kremer frische Beine im Sturm. Und tatsächlich - in der 71. Minute schlug sein Team zurück. Robert Ledig, der nach einer frühen Verletzung von Gerhard Noack ins Spiel gekommen war, leitete einen Angriff über links ein. Georg Lindner nahm Maß und traf präzise zum 2:1. Plötzlich war wieder Spannung drin.

"Da hatten wir kurz das Gefühl, das kippt noch", gestand Ilmenaus Verteidiger Georg König, der sich später in der Nachspielzeit noch eine Gelbe Karte abholte, "aber dann hat Vitorino Manu im Tor zwei Dinger gehalten, die waren nicht von dieser Welt." Tatsächlich rettete der Ilmenauer Keeper in der Schlussphase mit zwei starken Paraden gegen Lindner (85.) und Johansson (78.) den knappen Vorsprung.

Das Spiel blieb intensiv, manchmal auch ruppig. Rohrbachs Simon Hübner sah in der 60. Minute Gelb für ein taktisches Foul, Ilmenaus Luís de Freitas konterte 14 Minuten später mit der eigenen Verwarnung - offenbar eine Art sportliche Höflichkeit. Als der Schlusspfiff ertönte, fiel Hartung seinem Co-Trainer in die Arme, während Kuntz kopfschüttelnd in Richtung seiner Ersatzbank stapfte. "Wir haben gut gespielt, aber nicht clever genug", sagte er später. "Ilmenau hatte heute den besseren Jesus."

Die Zahlen unterstreichen den Spielverlauf: Rohrbach mit leichtem Ballbesitzvorteil (53,8 Prozent), Ilmenau aber mit mehr Zug zum Tor. Der Gastgeber spielte mit kurzen Pässen, viel Einsatz und Mut, während Rohrbachs Konterspiel zwar gefährlich wirkte, aber selten präzise genug war.

Ein kleiner Moment am Rande blieb besonders hängen: Als der junge Philippe Menard in der 55. Minute für Lucas Reimann eingewechselt wurde, rief ein Zuschauer: "Na, jetzt kommt der Franzose, jetzt wird’s chic!" - und tatsächlich, kurz darauf fiel das 1:0. Menard grinste später: "Ich war’s nicht, aber wenn sie’s glauben wollen, bitte."

So endete ein Abend, der begann wie ein Nickerchen und endete wie ein Thriller. Germania Ilmenau kletterte mit diesem 2:1 Sieg weiter nach oben, während Rohrbach trotz engagierter Leistung mit leeren Händen dastand.

Oder, wie Hartung beim Verlassen des Stadions sagte, als er noch einmal Richtung Flutlicht blickte: "Manchmal hilft kein System, keine Taktik - manchmal hilft nur, dass der Ball endlich mal reinrollt."

Und an diesem Abend tat er es. Gleich zweimal.

21.04.643987 18:17
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