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Germania Ilmenau siegt 3:1 - Ein Abend zwischen Wucht, Witz und Wohlklang

Wenn 38.414 Zuschauer an einem frostigen Januarabend ins Stadion strömen, dann hoffen sie auf ein Spektakel. Und Germania Ilmenau lieferte - zumindest phasenweise. Beim 3:1 (2:1) gegen Bad Kleinen sahen die Fans ein Spiel, das zwischen taktischer Disziplin und improvisierter Fußballkunst pendelte - mit dem besseren Ende für die Hausherren.

Dabei begann alles mit einem Paukenschlag der Gäste. In der 22. Minute schlich sich Bad Kleinens Manuel Semeraro auf der linken Seite davon, bekam den Ball von Youngster Detlev Renner serviert und drosch die Kugel unhaltbar in den Winkel. "Ich dachte, der Ball sei schon draußen", meinte Germania-Trainer Thorben Hartung später mit einem Grinsen. "Aber anscheinend hat Semeraro andere geometrische Vorstellungen."

Doch die Freude der Gäste währte exakt 60 Sekunden. Fast im Gegenzug schickte Luca Erdmann seinen Kollegen Jari Vuorinen steil. Der Finne blieb eiskalt und schob den Ball zum 1:1 ins Netz. "Ich wollte eigentlich flanken", lachte Vuorinen nach dem Spiel, "aber wenn’s drin ist, sagt das keiner mehr."

Von da an war Ilmenau wach. Mit 52 Prozent Ballbesitz und einem Passspiel, das an präzise Uhrwerke erinnerte, übernahmen sie das Kommando. Die Offensive blieb, wie schon in den letzten Wochen, offensiv - im wahrsten Sinne des Wortes. Immer wieder suchten Vuorinen, Hennig und Reimann den Weg nach vorne, während Bad Kleinen versuchte, mit einer "balancierten" Taktik und null Pressing das Geschehen unter Kontrolle zu halten. Das Ergebnis? Kontrolle hatte vor allem Ilmenau.

In der 40. Minute drehte sich das Spiel endgültig. Rechtsverteidiger Rafael Weis, sonst mehr für rustikale Grätschen bekannt, spielte einen butterweichen Pass in den Lauf von Fynn Hennig. Der Mittelstürmer ließ sich nicht zweimal bitten - 2:1. "Wir üben das im Training genau so", sagte Hennig später und zwinkerte. "Also, wenn man unter Üben versteht, dass der Ball manchmal zufällig ankommt."

Zur Pause schien Bad Kleinen noch nicht geschlagen, aber Trainer C.W. W.C. (ja, das ist wirklich sein Name - und ja, die Fans hatten ihre Freude daran) musste reagieren. "Wir wollten kompakter stehen", erklärte er nach dem Spiel, "aber irgendwie standen wir dann nur noch."

In der zweiten Hälfte blieb Ilmenau tonangebend. Die Statistik spricht Bände: 11 Torschüsse zu 8, eine Zweikampfquote von fast 52 Prozent - keine erdrückende Überlegenheit, aber eine spürbare. Bad Kleinens Bemühungen, das Spiel zu drehen, endeten meist an der Strafraumkante oder in den Händen von Keeper Vitorino Manu, der in der 89. Minute sogar durch Nachwuchstorwart Luis Kern ersetzt wurde. "Ich wollte ihm ein paar Minuten gönnen", sagte Hartung danach. "Und ehrlich gesagt, ich wollte meine Nerven schonen."

Den endgültigen Deckel machte dann der 19-jährige Philippe Menard drauf, der in der 74. Minute für Lucas Reimann kam und nur vier Minuten später in der 78. Minute traf. Ben Haase legte vor, Menard zog ab - 3:1. Das Stadion tobte. "Das war wie im Traum", stotterte der junge Franzose später, während er noch suchte, wo er sein Trikot hingelegt hatte. "Ich wollte einfach Spaß haben - und dann passiert sowas."

Bad Kleinen beendete den Abend frustriert und leicht gelblich gefärbt: Olaf Esser sah in der 70. Minute die erste Verwarnung, Detlev Renner legte in der Nachspielzeit nach. "Wenn man schon verliert, dann wenigstens mit Farbe", murmelte Esser beim Abgang in die Kabine.

Am Ende jubelte Germania Ilmenau über drei verdiente Punkte und die Erkenntnis, dass Offensive eben doch Spaß machen darf. Trainer Hartung fasste es gewohnt trocken zusammen: "Wir sind offensiv, aggressiv und manchmal sogar erfolgreich - das ist eine gefährliche Mischung."

Und Bad Kleinen? Sie fahren mit leeren Händen, aber immerhin mit einem schönen Tor nach Hause. "Wenn wir das nächste Mal treffen", meinte Coach W.C., "sollten wir vielleicht einfach nicht gleich danach wieder einen reinbekommen."

So bleibt vom 11. Spieltag der 1. Liga Deutschland das Bild eines munteren Abends: taktisch solide, emotional aufgeladen, und mit dem leisen Gefühl, dass in Ilmenau gerade etwas wächst. Oder wie ein älterer Fan beim Verlassen des Stadions sagte: "Die spielen ja fast schon wie in der Bundesliga."

Fast. Aber eben nur fast.

14.05.643987 21:50
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