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2. Bundesliga | 18. Spieltag | 29.08.26 | Hamburger SC - TuS Hordel 3:3 Hordel begann, als hätte jemand versehentlich den Turbo eingelegt. Die Mannschaft von Trainerin Ute Finkeldy spielte offensiv, suchte mit langen Bällen den schnellen Weg nach vorn und schoss aus nahezu jeder halbwegs vertretbaren Lage. Nach neun Minuten war Tim Pfeiffer zur Stelle und verwertete die Vorarbeit von Olav Anders zum 1:0. Zwölf Minuten später legte Pfeiffer erneut nach, diesmal nach Zuspiel des eingewechselten Joshua Klein. Der 19-Jährige war erst kurz zuvor für den verletzten Marwin Rodriguez ins Spiel gekommen - und durfte sich vermutlich fragen, ob man in Hordel neuerdings auch mit einem Feuerwehreinsatzplan arbeitet. "Wir wollten mutig nach vorne spielen. Dass es dann so schnell zweimal klingelt, nimmt man natürlich gern mit", sagte Finkeldy später sinngemäß. Klingeln sollte es an diesem Abend noch reichlich. Der Hamburger SC wirkte in dieser Phase ungefähr so stabil wie ein Klappstuhl im Sturm. Trainer Bernd Happel hatte seine Mannschaft offensiv und mit kontrolliertem Passspiel aufgestellt, doch Kontrolle war zunächst eher eine theoretische Kategorie. Erst in der 30. Minute setzte Zivojin Stevic ein Zeichen. Der Mittelstürmer prüfte Hordels Torwart Jacob Montgomery zunächst mit zwei Abschlüssen und traf wenig später nach Vorlage von Claudiu Tataru zum 1:2. Die Hoffnung der Gastgeber hielt allerdings gerade einmal sieben Minuten. Dann bediente Tiago Valente Ernst Kunkel, der zum 3:1 für Hordel traf. Kunkel hatte zuvor bereits mehrfach den Abschluss gesucht. "Ich dachte kurz, wir hätten heute eine Schussprämie ausgelobt", soll Happel in der Kabine mit trockenem Humor gesagt haben. Nach den Zahlen wäre der Verdacht nicht völlig abwegig: Hordel kam insgesamt auf 18 Torschüsse, Hamburg auf acht. Nach der Pause änderte sich das Bild. Hordel blieb gefährlich, doch der Hamburger SC fand endlich den Zugriff. Carl Miguel, der bereits vor der Halbzeit zweimal anvisiert hatte, verkürzte in der 62. Minute nach Vorlage von Tataru auf 2:3. Nur eine Minute später explodierte das Stadion erneut: Serge Besson vollendete nach Pass von Vitor Dominguez zum Ausgleich. Zwei Tore in zwei Minuten - im Hamburger Strafraum dürfte sich da kurz jemand nach einem Feuerlöscher umgesehen haben. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Hordel blieb über Konter gefährlich, Hamburg drängte mit zunehmender Verzweiflung nach vorn. Die Gäste besaßen mit 51,9 Prozent etwas mehr Ballbesitz und gewannen auch mehr Zweikämpfe, doch die Gastgeber hatten nun das emotionale Übergewicht. Miguel suchte in der Nachspielzeit noch einmal den Abschluss, Pfeiffer antwortete für Hordel. Ein weiterer Treffer fiel nicht. "Nach dem 1:3 haben wir Charakter gezeigt. Schön wäre gewesen, wenn wir den Charakter früher gefunden hätten", sagte Happel sinngemäß. Finkeldy dürfte das ähnlich gesehen haben - allerdings mit deutlich weniger Begeisterung. So blieb am Ende ein 3:3, sechs Tore, zwei Gesichter und die Erkenntnis: Wer in Hamburg früh abschaltet, verpasst womöglich die ganze zweite Hälfte. 30.08.2026 09:34 |
Sprücheklopfer
Geld schießt keine Tore.
Otto Rehhagel