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2. Bundesliga | 4. Spieltag | 20.09.26 | Hamburger SC - FC München 5:2 Schon nach acht Minuten bebte das Stadion. Rechtsverteidiger Salvador Duran zog mutig nach vorn und traf zur Hamburger Führung, vorbereitet von Arkadiusz Olisadebe. Viel Zeit zum Feiern blieb allerdings nicht: Nur eine Minute später antwortete Kian Latham für den FC München. Walther Rodriguez hatte den Treffer vorbereitet. 1:1 - und die Zuschauer ahnten bereits, dass dieser Abend für Blutdruckmessgeräte ein gutes Geschäft werden könnte. Hamburg blieb die aktivere Mannschaft. Die Gastgeber hatten am Ende 58,03 Prozent Ballbesitz und gaben 22 Torschüsse ab, München kam auf elf. Vor allem über die Flügel entwickelte der HSV - pardon, der Hamburger SC - ordentlich Druck. Serge Besson tauchte mehrfach gefährlich vor dem Münchner Tor auf, während Vitor Dominguez aus dem Zentrum immer wieder nachsetzte. "Wir wollten nicht lange überlegen, sondern den Ball dahin bringen, wo es weh tut", sagte Trainer Bernd Happel nach der Partie. "Manchmal war das beim Gegner, manchmal bei uns selbst." Kurz vor der Pause schlug Carl Miguel zu. In der 40. Minute vollendete der linke Angreifer nach Vorlage von Claudiu Tataru zum 2:1. Die Münchner Defensive sah dabei ungefähr so sortiert aus wie eine Gruppe Menschen, die gleichzeitig durch dieselbe U-Bahn-Tür will. Zur Halbzeit lag Hamburg verdient vorn. Trainer Franz Kuntz muss in der Kabine dennoch die richtigen Worte gefunden haben - zumindest für ungefähr vier Minuten. In der 50. Minute erhöhte Zivojin Stevic nach Zuspiel von Serge Besson auf 3:1. Stevic, der zur Pause für Philip Chalaskiewicz Platz machte, verabschiedete sich also mit einem Tor und bewies, dass Auswechslungen im Fußball manchmal auch wie eine elegante Form des Abgangs aussehen können. München bemühte sich, blieb offensiv aber zu ungenau. Sebastian Lustig verkürzte in der 76. Minute nach Vorlage von Ricardo Semedo auf 2:4 und sorgte kurzzeitig für Hoffnung. "Wir waren nicht tot", erklärte Kuntz später. "Aber wir haben uns heute sehr überzeugend totgestellt." Das dürfte als Zusammenfassung des Münchner Abwehrverhaltens durchgehen. Denn Hamburg hatte noch nicht genug. Stevic hatte bereits getroffen, Carl Miguel wollte offenbar nicht zurückstehen: In der 83. Minute erzielte er nach Vorarbeit von Laurent Bradshaw das 5:2. Zwei Tore, drei Punkte und ein Abend, an dem Miguel vermutlich nur deshalb nicht mit dem Spielball nach Hause ging, weil irgendjemand ihn daran erinnerte, dass der offiziell dem Schiedsrichter gehört. Die Partie war geprägt von Tempo, Chancen und gelegentlichen Härten. Münchens Dror Revivo sah in der 15. Minute Gelb, Hamburgs Duran in der 71. Minute und Bradshaw in der Nachspielzeit. In der 88. Minute musste Ricardo Semedo verletzt vom Feld. Am Ende blieb jedoch vor allem eines: ein Hamburger Auftritt mit 22 Torschüssen, größerem Ballbesitz und fünf Treffern. "Wir haben heute offensiv gedacht und defensiv nicht den Verstand verloren", sagte Happel. "Das ist schon ziemlich nah an einem perfekten Fußballabend." Für München bleibt die Erkenntnis, dass offensive Taktik ohne defensive Ordnung ungefähr so funktioniert wie ein Regenschirm aus Zeitungspapier. unerquicklich, aber immerhin gut lesbar. 20.09.2026 21:09 |
Sprücheklopfer
Wenn der Ball am Torwart vorbeigeht, ist es meist ein Tor.
Mario Basler