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Hannover verpasst den Sieg in letzter Minute - Fuhlenbrock jubelt spät

Es war einer dieser Abende, an denen Fußballfans alles bekommen, was sie lieben - Drama, Tore, Karten und ein bisschen Chaos zum Dessert. Vor 55.840 Zuschauern in der ausverkauften HDI-Arena trennten sich Hannover und der SV Fuhlenbrock mit 2:2, ein Ergebnis, das beide Seiten wohl noch eine Weile beschäftigen wird.

Hannover begann forsch, wie ein Team, das seine Offensive liebt und die Defensive eher als lästige Pflicht versteht. Schon in der dritten Minute prüfte Aldo Locatelli den wackeren Fuhlenbrocker Keeper Garritt Van Antwerp - die Fans hatten kaum ihren Sitzplatz gefunden, da roch es schon nach Tor. "Ich dachte, der Ball sei schon drin", grinste Locatelli später, "aber der Torwart hatte offenbar was dagegen."

Fuhlenbrock ließ sich davon nicht beirren. Der erste ernsthafte Stich der Gäste saß. In der 36. Minute zog Salvador Godinez, ein Mittelfeldspieler mit der Schusstechnik eines Geometers, aus 20 Metern ab. Der Ball flatterte, der Torwart schaute - und das Netz wackelte. 0:1. Trainer Mike Lowrey riss die Arme hoch, als hätte er gerade die Champions League gewonnen. "Wir wissen, dass Salvador das kann", sagte er später mit einem Lächeln, das irgendwo zwischen Stolz und Überraschung lag.

Doch Hannover antwortete prompt. Sechs Minuten später überbrückte Cristobal Maniche die rechte Seite, flankte flach in den Rückraum, wo Georges Carriere lauerte und trocken zum 1:1 abschloss. "Wir wollten zeigen, dass wir sofort antworten können", erklärte Trainer Daniel Dietrich. "Außerdem war Georges heute einfach überall - sogar da, wo er nicht sein sollte."

Zur Pause war das Spiel ausgeglichen - auf der Anzeigetafel wie auch auf dem Rasen. Hannover hatte 53 Prozent Ballbesitz, Fuhlenbrock dafür die etwas schärferen Konter. Und beide Trainer wirkten zufrieden. Zumindest so zufrieden, wie Fußballtrainer in Deutschland eben aussehen, wenn sie wissen, dass noch 45 Minuten Nervenkitzel vor ihnen liegen.

Nach dem Seitenwechsel blieb Hannover am Drücker. Dietrich brachte in der 52. Minute den erfahrenen Hugo Assis für Felipe Delgado, und das sollte sich noch auszahlen. In der 73. Minute war es nämlich eben jener Assis, der nach schöner Vorarbeit von Bruno Castel die Kugel ins lange Eck schlenzte - 2:1. Der Jubel hallte durch die Arena, Carriere sprang Assis auf den Rücken, und Dietrich brüllte an der Seitenlinie "Genau so!" - eine Szene, die man sich als Trainer vermutlich für schlechte Tage im Büro aufhebt.

Fuhlenbrock hingegen verlor kurz den Faden - und dann auch noch seinen Mittelstürmer. Carlos Caneira, schon früh mit Gelb verwarnt, sah in der 83. Minute Gelb-Rot, nachdem er sich beim Schiedsrichter lautstark nach einer Offside-Entscheidung erkundigt hatte ("auf Portugiesisch, aber in einer Lautstärke, die man in Hannover-Nord noch hörte", wie ein Ordner süffisant bemerkte).

Doch manchmal schreibt der Fußball seine eigenen Drehbücher. Trotz Unterzahl warfen die Gäste alles nach vorn. In der 89. Minute kombinierte sich Fuhlenbrock noch einmal über die rechte Seite durch. Haim Eban schickte Dusan Pivaljevic steil - und der traf mit einem satten Schuss ins kurze Eck. Ausgleich! Der Gästeblock explodierte, Lowrey rannte an der Seitenlinie wie ein Mann, der vergessen hatte, dass er in Lackschuhen steht.

"Wir haben nie aufgegeben", sagte Pivaljevic später, noch mit Grasflecken auf dem Trikot. "Und ein Punkt in Hannover ist für uns wie ein kleiner Sieg."

Am Ende stand ein 2:2, das genauso wild war, wie es klingt. Hannover hatte mehr Schüsse (14 zu 10), mehr Ballbesitz und eigentlich alles im Griff - außer eben die Schlussphase. Dietrichs Kommentar fiel entsprechend trocken aus: "Wir hätten das Spiel nach Hause bringen müssen. Stattdessen haben wir den Gästen noch Kaffee und Kuchen serviert."

Die Fuhlenbrocker hingegen feierten den Punkt wie einen Sieg. Lowrey schüttelte jedem seiner Spieler die Hand, inklusive des Torwarts, der in der Nachspielzeit noch einen gefährlichen Schuss von Bruno Castel entschärfte.

Ein Spiel, das keiner so schnell vergessen wird: zwei Teams, die lieber nach vorne als nach hinten denken, ein Platzverweis, späte Emotionen und ein Endstand, der irgendwie gerecht, aber für beide unbefriedigend ist. Vielleicht, weil beide Seiten spürten, dass mehr drin war.

Und als die Flutlichter langsam erloschen, sagte ein älterer Hannover-Fan auf der Tribüne seufzend: "Früher hätten wir so was gewonnen." Sein Enkel grinste und antwortete: "Früher hättest du auch nicht bis zur Nachspielzeit durchgehalten."

Ein gerechtes Remis, ein unterhaltsamer Abend - und ein weiterer Beweis dafür, dass Fußball manchmal mehr Drama bietet als jede Netflix-Serie.

30.05.643997 17:45
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