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Hannover zerlegt Bad Kleinen - ein 0:6, das noch lange nachhallen wird

Es war ein Abend, an dem die Flutlichtanlage von Bad Kleinen vermutlich Mitleid empfand. 43.630 Zuschauer hatten sich im heimischen Stadion eingefunden - voller Hoffnung auf ein versöhnliches Saisonfinale. Am Ende aber stand ein Resultat, das man wohl am besten in Großbuchstaben schreibt: 0:6. Hannover, angeführt von einem entfesselten Mike Christ, zerlegte die Gastgeber in ihre Einzelteile.

Schon nach einer Viertelstunde begann das Unheil. Mike Christ, 30 Jahre alt, bulliger Mittelstürmer mit der Eleganz eines Betonmischers und der Zielgenauigkeit eines Snipers, verwandelte den ersten sehenswerten Angriff. Vorlagengeber Luke MacRae grinste später: "Ich hab den Ball einfach reingeschlenzt - und Mike stand halt im Weg. Zum Glück im richtigen." Zehn Minuten später erhöhte Henrich Hlinka, der linke Flügelblitz Hannovers, auf 0:2. Spätestens da ahnte man in Bad Kleinen: Das wird kein gemütlicher Abend.

Dabei war es statistisch gar kein Klassenunterschied. 49 Prozent Ballbesitz für Bad Kleinen, 51 für Hannover - das klingt nach ausgeglichenem Spiel. Nur, die Tore fallen nun mal nicht in Prozent. Sie fallen ins Netz, und dort zappelte der Ball ausschließlich hinter Torhüter Kurt Hagen, der nach dem dritten Gegentreffer demonstrativ in Richtung Himmel blickte, als wolle er fragen: "Warum ich?"

Nach der Pause nahm das Unheil richtig Fahrt auf. In der 52. Minute traf Hannovers linker Verteidiger Spiridon Tertyschny - jawohl, ein Linksverteidiger! - aus gut 25 Metern, nachdem Cameron Prinsloo ihm den Ball sauber aufgelegt hatte. Trainer Daniel Dietrich grinste nach dem Spiel: "Wir üben das im Training nie. Vielleicht sollten wir."

Fünf Minuten später schlug wieder Mike Christ zu, diesmal nach Vorarbeit von Rechtsverteidiger Cristobal Maniche. Und als ob das nicht genug wäre, machte Christ in der 61. Minute seinen Hattrick perfekt. Lukas Penicka hatte den Ball quergelegt, und Christ musste nur noch einschieben. "Ich hatte kurz Angst, dass ich zu viel Zeit habe", witzelte der Dreifachtorschütze später.

Das 0:5 nach einer Stunde war längst kein Fußballspiel mehr, sondern eine Lehrstunde. Bad Kleinen versuchte, mit Auswechslungen gegenzusteuern - Wimmer raus, Höwedes rein; Pfeifer raus, Matusiak rein; Jorge raus, Köhler rein - aber es war wie ein Eimer Wasser gegen ein Hausbrand.

In der 81. Minute setzte Henrich Hlinka mit seinem zweiten Treffer den Schlusspunkt. Wieder kam die Vorlage von Penicka, der an diesem Abend mehr Assists lieferte als Bad Kleinen Torschüsse (zwei). Das Publikum reagierte erstaunlich gefasst - vielleicht, weil sich Fassungslosigkeit irgendwann in Galgenhumor verwandelt. Ein älterer Fan auf der Tribüne brachte es auf den Punkt: "Wir sind halt nicht schlecht, Hannover war nur zu gut für uns. Und zu schnell. Und zu präzise. Und überhaupt."

Bad Kleinens Trainer Cw WC wirkte nach dem Spiel gefasst, fast schon stoisch. "Wir wollten offensiv spielen, das haben wir getan", sagte er trocken. Dann hielt er inne, seufzte und fügte hinzu: "Leider war das auch unser größter Fehler." Tatsächlich ließ sein Team viel Platz, spielte mit offenem Visier - und wurde von Hannovers Offensivmaschine förmlich überrollt.

Hannover dagegen zeigte eine bemerkenswerte Mischung aus Aggressivität und Effizienz: 11 Torschüsse, 6 Treffer. Eine Quote, von der Mathematiklehrer träumen würden. "Wir wollten ein Zeichen setzen, und ich glaube, das ist uns gelungen", meinte Trainer Dietrich, während sein Team in der Kabine lauthals sang - vermutlich nichts, was jugendfrei druckreif wäre.

Die Gastgeber handelten sich immerhin drei Gelbe Karten ein - ein kleiner Beweis, dass sie sich nicht kampflos ergaben. Renner (23.), Ukkonen (38.) und Esser (71.) griffen mal beherzt, mal verzweifelt zu. Auf der anderen Seite sah Luke MacRae Gelb für ein etwas übermotiviertes Einsteigen, was ihn allerdings nicht weiter störte. "Wenn du 5:0 führst, darfst du dir auch mal eine Gelbe leisten", grinste er.

Am Ende stand ein 0:6, das in Bad Kleinen wohl noch einige Tage in den Köpfen nachhallen wird. Die Fans verließen das Stadion mit gemischten Gefühlen - zwischen Resignation und dem leisen Stolz, wenigstens dabei gewesen zu sein, als Hannover sein Meisterstück ablieferte.

Oder, wie ein Ordner beim Rausgehen murmelte: "So schlimm war’s gar nicht - die Würstchen waren gut." Und wer weiß, vielleicht ist das an einem solchen Abend schon die beste Nachricht.

06.05.643990 03:08
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