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Hannovers Minimalismus siegt beim SC Papenburg

45925 Zuschauer im ausverkauften Papenburger Stadion sahen am Freitagabend einen dieser Fußballabende, an denen man sich fragt, wie viel Ballbesitz eigentlich wert ist - wenn am Ende nur der Gegner jubelt. Der SC Papenburg dominierte lange Zeit das Geschehen, hatte mehr vom Ball (53 Prozent) und neun Torschüsse, aber die entscheidende Szene gehörte Hannover. In der 30. Minute verwandelte Damir Komljenovic nach glänzender Vorarbeit von Aldo Locatelli die einzige echte Lücke in der Papenburger Deckung eiskalt zum 0:1 - und das blieb es dann auch.

Dabei hatte alles so vielversprechend begonnen für die Gastgeber. Schon in der dritten Minute prüfte Julien Hubbert Hannovers Torwart Ernesto Manuel mit einem strammen Linksschuss. "Wenn der zwei Zentimeter tiefer kommt, steht’s 1:0", murmelte Trainer Frank Helmbrecht später, halb ärgerlich, halb stolz. Stattdessen aber übernahm Hannover zunehmend die Kontrolle - und zwar in typisch norddeutscher Sachlichkeit: kein Spektakel, aber Effizienz pur.

In der 30. Minute dann der Moment des Abends: Locatelli narrte links zwei Gegenspieler, legte auf Komljenovic ab, und der drosch den Ball, als ginge es um sein Leben, unter die Latte. Torwart Daniel Cabrera streckte sich vergeblich - 0:1. Danach jubelte Hannover so nüchtern, als hätte man gerade eine Steuererklärung abgegeben. "Das war einstudiert", grinste Komljenovic nach der Partie. "Aldo hat mir den Ball genau da hingelegt, wo ich ihn haben wollte. Und wenn ich so treffe, darf ich mir sogar mal ein Grinsen erlauben."

Die Szene hatte allerdings auch ihren Preis: Beim Wiederanpfiff nach der Pause musste Komljenovic verletzt raus, offenbar eine Muskelzerrung. "Vorsicht, nichts Dramatisches", beruhigte Gästetrainer Daniel Dietrich, der danach gefühlt jede Minute an der Seitenlinie mit den Händen in den Taschen verbrachte - zwischen britischer Coolness und norddeutscher Gelassenheit.

Papenburg versuchte es in der zweiten Halbzeit mit mehr Druck, brachte frische Kräfte: Atabey Kaldirim und José Galindez kamen zur 46. Minute, später folgte Domingo Xavier für Hugo Ronaldo. Doch trotz aller Bemühungen - und einer Latte an Chancen - blieb der Ball einfach nicht drin. Orhan Karaer scheiterte zweimal aus der Distanz (39. und 58.), Tristan Middag traf in der 64. Minute nur das Außennetz, und Samuel Suy (später ebenfalls ausgewechselt) verzog in der 68. Minute knapp.

Hannover hingegen lauerte auf den entscheidenden Konter - und hatte durch Locatelli sogar die Chance, alles klarzumachen. Doch Papenburgs Keeper Cabrera hielt stark. "Der Junge hat uns im Spiel gehalten", lobte Helmbrecht später, der sich mit verschränkten Armen und finsterer Miene an der Seitenlinie die letzten Minuten ansah. "Aber wenn du vorne nicht triffst, kannst du hinten noch so gut stehen."

Die Partie blieb intensiv, aber fair - nur zwei Gelbe Karten zeugen davon (Neville in der 23. für Hannover, Dalnoki in der 76. für Papenburg). Kurz vor Schluss musste Papenburgs Enrique Miguel verletzt raus, was die Gastgeber endgültig aus dem Rhythmus brachte. "Das war irgendwie sinnbildlich", sagte Helmbrecht trocken. "Wir haben alles gegeben, aber das Glück war wohl mit dem Gastbus nach Hannover gefahren."

Statistisch gesehen war Papenburg sogar leicht überlegen: mehr Ballbesitz, bessere Passquote, aber eben kein Tor. Hannover dagegen zeigte, dass Effektivität manchmal schöner ist als jeder Offensivwirbel. 14 Schüsse, ein Treffer - das nennt man Minimalismus in Reinkultur.

Als der Schlusspfiff ertönte, blickte Papenburgs Kapitän Orhan Karaer noch einmal kopfschüttelnd auf die Anzeigetafel. "So ein Spiel verlierst du einmal im Jahr - und das war’s dann hoffentlich", sagte er.

Hannovers Trainer Dietrich grinste nur und zuckte mit den Schultern: "Wir wollten einfach nur gewinnen. Schön gespielt haben wir schon letzte Woche."

Ein Satz, der es auf den Punkt brachte.

Schlusswort? Vielleicht dies: Fußball ist manchmal wie ein alter VW-Käfer - laut, wackelig, aber wenn er läuft, dann läuft er. Hannover rollte an diesem Abend einfach ein Stück weiter als Papenburg. 0:1. Und irgendwo im Emsland seufzte man: Hätten wir doch nur noch eine Chance mehr gehabt.

07.08.643990 10:35
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