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Hennef ringt Union nieder - Hayman trifft, Berlin hadert

19140 Zuschauer im Hennefer Stadion erlebten am Samstagabend ein Spiel, das eine überraschende Wendung nahm: Der SC Hennef schlug den favorisierten Gast Eisern Union Berlin mit 2:1 (1:1). Während auf den Rängen Jubel und Zweifel gleichermaßen mitschwingen, sprechen die Zahlen eine klare Sprache - 57 Prozent Ballbesitz, 17 Torschüsse und ein junger Hennefer Flügel, der die Berliner Abwehr in die Knie zwang.

Von Beginn an war klar: Hennef hatte keine Angst vor großen Namen. Bereits in der ersten Minute zog Dominique Hayman einfach mal aus der Distanz ab - ein Warnschuss, der den Abend programmierte. "Ich wollte nur sehen, ob der Ball fliegt", grinste der 22-Jährige später. Union antwortete mit zwei schnellen Gegenstößen über Jan Betz und Curt Scholz, doch Torwart Asier Beto parierte mit der Gelassenheit eines Mannes, der offenbar schon vor dem Anpfiff Kaffee intravenös bekam.

Nach zwanzig Minuten wurde es ruppiger. Diego Sousa, Hennefs rechter Verteidiger, sah Gelb, nachdem er Berlins Betz etwas zu enthusiastisch die Schuhgröße kontrolliert hatte. "War Ball gespielt", meinte Sousa nach dem Spiel trocken, "nur dass der Ball halt gerade zwischen seinen Beinen war."

Die erste Belohnung für Hennefs mutige Flügelangriffe folgte in der 41. Minute: Sousa flankte von rechts, Jürgen Adam, erst 20 Jahre jung, nahm den Ball volley - 1:0! Ein Tor, das aus dem Lehrbuch für jugendlichen Übermut stammen könnte. "Ich hab gar nicht nachgedacht, einfach draufgehalten", gestand Adam später. Trainer Giovanni Diaco kommentierte süffisant: "Wenn er nachgedacht hätte, wäre der Ball wahrscheinlich auf der Tribüne gelandet."

Doch die Freude währte kurz. Drei Minuten später traf Curt Scholz für Union, nach einem feinen Pass von Heinz Eckert. 1:1 - und plötzlich schienen die Berliner wieder das Steuer zu übernehmen. Scholz, 31, grinste nach dem Abpfiff bitter: "Wir waren dran, aber irgendwie hatte Hennef heute Magneten im Tor."

Nach der Pause brachte Unions Coach Roter Jan gleich zwei frische Flügelspieler, Ximenis und Garces, doch der Plan, über Tempo und Pressing die Wende zu erzwingen, verpuffte. Hennef blieb konzentriert, lauerte auf Fehler - und schlug erneut über den linken Flügel zu.

In der 66. Minute war es wieder Hayman, der sich ein Herz fasste. Eine Ablage von Rechtsverteidiger Jonathan Maes, ein Haken, ein Schuss - 2:1! Der Ball zischte unhaltbar ins rechte Eck. Während das Stadion bebte, stand Hayman mit verschränkten Armen da, als wolle er sagen: "Ich hab’s doch gesagt." Nach dem Spiel erklärte er nüchtern: "Ich wollte eigentlich flanken. Jetzt steht’s halt 2:1."

Union rannte an, brachte Ball um Ball in den Strafraum, doch Hennefs Defensive - allen voran der bärenstarke Innenverteidiger Pau Alcantara - hielt stand. Als Scholz in der 95. Minute noch einmal abschloss, reckte Beto die Faust und hielt den Sieg fest.

Am Ende blieb den Berlinern nur Frust. "Wir haben zu wenig aus unseren Chancen gemacht", seufzte Trainer Roter Jan. "Und Hennef? Die haben halt an sich geglaubt. Das ist manchmal schlimmer als jeder Stürmer."

Giovanni Diaco indes konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen: "Ich hab meinen Jungs gesagt, sie sollen Spaß haben. Ich wusste ja nicht, dass sie gleich einen Bundesligisten ärgern wollen."

Statistisch gesehen war der Sieg verdient: mehr Ballbesitz, mehr Torschüsse, mehr Biss. Symbolisch dafür die 87. Minute, als Lajos Koplarovics noch einen Distanzschuss abfeuerte, als wolle er das Stadiondach testen. "Der Ball war leicht", erklärte er später entschuldigend, "da musste ich mal gucken, ob der Wind stimmt."

So verabschiedete sich Hennef mit einem Lächeln in die Nacht, während die Berliner ratlos die Kabine suchten. Ein Sieg des Mutes über Routine, des jugendlichen Übermuts über Erfahrung - und vielleicht auch ein Fingerzeig, dass in dieser Liga niemand zu klein ist, um Großes zu schaffen.

Oder, wie Hennefs Keeper Beto in der Mixed Zone sagte: "Heute hat nicht der Name gewonnen, sondern das Laufen." Ein Satz, der nachklingt - so wie der Jubel der Hennefer Fans, die noch lange nach Abpfiff sangen, als ginge die Saison gerade erst los.

15.07.643990 06:43
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