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Hennef tanzt, Köln stolpert: SC Hennef schockt den Effzeh mit 4:1

Ein kalter Freitagabend, 20:30 Uhr in Hennef, 18.206 Zuschauer zwischen Glühweinbecher und Plastikponcho - und am Ende ein Spiel, das man so schnell nicht vergisst. Der SC Hennef feiert beim 4:1 gegen den Effzeh Köln nicht nur drei Punkte, sondern ein kleines Fußballfest, das irgendwo zwischen jugendlichem Übermut und taktischer Präzision pendelte.

Schon die ersten Minuten machten klar: Hennef wollte, Köln musste - und das ist bekanntlich eine gefährliche Kombination. Nach sechs Minuten prüfte Dominique Hayman erstmals Kölns Keeper Bruno Jemez, der noch ahnte, dass dies ein langer Abend werden könnte. In der 13. Minute dann der Dosenöffner: Lucas Marceau, gerade einmal 19, schlenzte den Ball nach Vorlage von Jorge da Costa humorlos ins lange Eck. "Ich hab einfach draufgehalten, ehrlich gesagt", grinste Marceau später, "der Ball war so schön rund heute."

Kölns Trainer Toni Tapolski stand da noch mit verschränkten Armen an der Seitenlinie - drei Minuten später nicht mehr. Denn Hennef spielte frech weiter, nutzte jede Lücke, als wäre es das letzte Training vor Saisonende. In der 31. Minute bediente der 18-jährige Alessio Borghi mustergültig den einlaufenden Jorge da Costa, der zum 2:0 einschob. Ein Tor wie aus dem Lehrbuch, nur dass es vermutlich kein Kölner gelesen hatte.

Doch wer glaubte, der Effzeh würde sich ergeben, der kennt die Domstädter schlecht. Nur zwei Minuten nach dem 0:2 fasste sich Tyler Nicksay ein Herz, zog aus 20 Metern ab - und traf. 2:1, Anschluss, Hoffnung. "Da dachte ich, jetzt kippt das Ding", sagte Tapolski später. Tat es aber nicht. Denn ab da war Hennef wieder Herr im eigenen Haus, mit 56 Prozent Ballbesitz, 15 Torschüssen und einem Mittelfeld, das Larry Vrooman fast im Alleingang kontrollierte.

Genau der war es auch, der kurz nach Wiederanpfiff den Deckel halb draufsetzte: 47. Minute, Vrooman schiebt nach Vorlage von Borghi eiskalt ein - 3:1. Kölns Defensive? Kurz in Gedanken woanders. "Wir haben uns in der Kabine geschworen, direkt Druck zu machen", erklärte Vrooman später. "Aber dass es so funktioniert, hätte ich selbst nicht geglaubt."

Köln versuchte danach, das Spiel zu drehen, stellte auf noch offensiver um, doch außer Gelben Karten für Yannik Gorgon (67.) und Ricardo Ibanez (83.) sprang wenig Zählbares heraus. Ein paar harmlose Schüsse von Mitrofan Starschinow und August Carlsen landeten in den sicheren Händen von Hennefs Keeper Asier Beto.

Und während die Gäste hektisch wechselten - Corraface und Heuer kamen in der 89. Minute hinein, da war der Drops längst gelutscht - setzte Hennef noch einen drauf. Wieder Lucas Marceau, diesmal nach feinem Zuspiel von John Lockhart, in der 65. Minute zum 4:1. Der junge Franzose drehte jubelnd ab, die Fans sangen, und Trainer Giovanni Diaco rieb sich lachend die Hände: "Ich sag’s immer wieder: Wenn du jung bist und keine Angst hast, dann kannst du gegen jeden gewinnen. Sogar gegen Köln."

Taktisch war’s ein Lehrstück: Hennef mit ausgewogener Ausrichtung, stark im Zweikampf (55,7 Prozent gewonnen), bissig im Pressing, während Köln zwar offensiv dachte, aber defensiv träumte. 15:5 Torschüsse sprechen eine klare Sprache. Während Tapolski nach dem Spiel trotzig meinte: "Wir haben nicht vier Tore kassiert, wir haben vier Lektionen bekommen", stand Diaco schon mit einem Espresso in der Hand und frotzelte: "Ich hab ihm gesagt, wir spielen nur balanced, nicht brilliant."

Am Ende verließen die Zuschauer zufrieden das Stadion, der Stadionsprecher hatte Mühe, die Superlative zu finden, und irgendwo in der Kabine soll Lucas Marceau leise ein Chanson gepfiffen haben - vermutlich über den süßen Geschmack des Sieges.

Fazit: Der SC Hennef hat an diesem Abend gezeigt, dass jugendliche Unbekümmertheit und taktische Disziplin wunderbar harmonieren können. Köln hingegen muss sich fragen, wie man mit so viel Ballverlust und so wenig Biss in dieser Liga bestehen will. Aber wie sagte Hennefs Kapitän Ignacio Hernandez augenzwinkernd: "Effzeh steht für Energie, Feuer, Zielstrebigkeit - nur heute war’s wohl eher Ehrgeiz, Frust und Zittern."

Ein Spiel, das man in Hennef so schnell nicht vergessen wird. Und in Köln vermutlich auch nicht - nur aus anderen Gründen.

10.04.643987 03:55
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Meine Jungs sitzen noch in der Kabine. Sie wollen alle hierbleiben und nächste Woche wieder hier spielen.
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