Gazeta sporturilor
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Henriksson köpft Petrosani zum Sieg - Resita verzweifelt an der Mauer

Es war ein frostiger Januarabend in Petrosani, an dem 23.677 Zuschauer die Tribünen des Mineri-Stadions füllten. Der Atem bildete kleine Wolken über den Rängen, als die Mannschaften von Mineri Petrosani und Rosso-Nerri Resita zum vierten Spieltag der rumänischen Liga aufliefen. 20:30 Uhr, Flutlicht, leicht gefrorener Rasen - beste Voraussetzungen für ein Spiel, das eher nach Kohlenstaub und Kampf als nach filigraner Fußballkunst roch.

Von Beginn an übernahm Petrosani das Kommando. Trainer Cuba Libre - ja, er heißt wirklich so - hatte seine Elf mutig eingestellt. "Wir wollten Resita gleich zeigen, dass hier keine Geschenke verteilt werden", grinste Libre später mit einem Augenzwinkern. Und seine Jungs folgten dem Plan: Massimo Sorrentino prüfte den Gäste-Keeper Bindea bereits in der 6. Minute mit einem strammen Schuss, und nur zwölf Minuten später wieder. Der Italiener schien besonders heiß zu sein, vielleicht weil er in der Kabine gewettet hatte, wer zuerst ein Loch in das Tornetz schießt.

Doch trotz zahlreicher Chancen - allein in der ersten halben Stunde verzeichnete Petrosani acht Schüsse aufs Tor - blieb es beim 0:0. Resita war defensiv bemüht, aber in der Offensive wirkte das Team so harmlos wie eine Kerze im Schneesturm. Ihr erster nennenswerter Versuch kam in der 31. Minute von Rafael Valente, dessen Schuss eher einem Rückpass glich.

Die Partie war ruppig, zwei frühe Gelbe Karten für Petrosani (Angelow in der 17., Meira in der 23.) zeigten, dass der Gastgeber auch in der Kategorie "körperbetont" führen wollte. "Ich dachte, ich hätte nur den Ball getroffen", verteidigte sich Meira später - woraufhin sein Gegenspieler Bruno Costantini lachend einwarf: "Welchen Ball?"

Nach torloser erster Halbzeit ging es mit unveränderter Marschroute weiter. Petrosani blieb dominant, Resita lauerte auf Konter, die aber selten über die Mittellinie hinaus kamen. Dann die 50. Minute: Ecke von der rechten Seite, getreten von Jose Enrique Esteve - und mitten hinein in den Fünfmeterraum segelt Helgi Henriksson, der Innenverteidiger mit der Statur eines Schrankes. Mit einem wuchtigen Kopfball versenkt er den Ball zum 1:0 in die Maschen. Das Stadion explodierte. "Ich habe einfach die Augen zugemacht und gehofft, dass mich keiner trifft", sagte Henriksson später mit trockenem Humor.

Resita wachte danach kurz auf, hatte durch Costantini (56.) und Petre (58.) zwei ordentliche Szenen, doch Petrosanis Keeper David Maxime war auf dem Posten. Ansonsten blieb den Gästen wenig mehr als Frust. Trainer Ionel Grigorescu - der nach dem Spiel so wirkte, als hätte er lieber ein Sudoku gelöst - fasste es so zusammen: "Wir hatten den Plan, ruhig zu bleiben. Leider war der Ball anderer Meinung."

Petrosani hingegen spielte weiter munter nach vorn. Sorrentino feuerte in der 73. und 75. Minute noch einmal auf das Tor, doch Bindea verhinderte Schlimmeres. In der 85. Minute zirkelte Capone den Ball knapp vorbei, und kurz vor Schluss bekam Nuno Herrera sogar noch die Gelegenheit, sein Glück zu versuchen - aber das Netz blieb unberührt.

Die späten Minuten waren mehr Schauspiel als Fußball: ein paar Gelbe Karten für die Nerven (Dumitru sah sie in der 88.), einige theatralische Stürze, ein Schiedsrichter, der wohl schon an den Feierabend dachte. Als der Abpfiff ertönte, lagen sich die Petrosani-Spieler in den Armen, als hätten sie gerade die Champions League gewonnen.

Statistisch untermauert war der Sieg verdient: 15 zu 6 Schüsse aufs Tor, 53 Prozent Ballbesitz, mehr gewonnene Zweikämpfe. "Wir haben unseren Plan durchgezogen - und endlich mal ein Standardtor gemacht!", freute sich Trainer Libre in der Pressekonferenz. Und fügte mit einem Grinsen hinzu: "Vielleicht lassen wir Henriksson ab jetzt alle Ecken schießen und köpfen."

Resita reist mit leeren Händen heim, während Petrosani mit diesem 1:0-Sieg den Anschluss an die Tabellenspitze wahrt. Die Fans sangen noch lange nach Spielende, als die Flutlichter längst erloschen waren.

Und irgendwo in der Kabine soll man Helgi Henriksson lachend sagen gehört haben: "Wenn ich jetzt jedes Spiel treffe, will ich auch Prämie wie ein Stürmer."

Ein Satz, den man in Petrosani wohl gerne hört.

06.03.643987 10:16
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