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2. Bundesliga | 10. Spieltag | 14.07.26 | TuS Hordel - CFC Hertha 0:3 Schon in der Anfangsphase war klar, dass Hertha nicht zum Kaffeeklatsch angereist war. Owen MacQueen prüfte Hordels jungen Keeper Harald Anders gleich in der ersten Minute - und das gleich mehrfach in Serie. Filipe Gamoneda, der zentrale Dirigent der Gäste, streute zwei Distanzschüsse ein, um die Defensive wachzurütteln. "Wir wollten gleich zeigen, dass wir nicht zum Sightseeing gekommen sind", grinste Hertha-Coach Julian Hummel nach dem Spiel - ganz der Taktiker, dessen Mannschaft mit 24 Torschüssen und 52 Prozent Ballbesitz die Begegnung dominierte. Hordel dagegen hielt zunächst tapfer dagegen, lief viel, passte ordentlich, blieb aber im letzten Drittel harmlos. Der 18-jährige Christopher Hansen versuchte sich in der 16. Minute mit einem beherzten Schuss, doch Hertha-Keeper Martin Kincl wurde kaum gefordert. "Da dachte ich kurz: Vielleicht geht heute was", sagte Hansen später, "aber dann hat MacQueen plötzlich aufgedreht, und wir haben nur noch hinterhergeschaut." In der 32. Minute war es so weit: Nach einer flachen Hereingabe von Innenverteidiger Michael Mihajlovic stand Thomas Corraface goldrichtig und schob zur verdienten Führung ein. Acht Minuten später erhöhte MacQueen selbst - nach feiner Vorarbeit von Sebastian Horst, der die linke Seite hinaufstürmte, als gäbe es kein Morgen. 0:2 zur Pause, und die Luft war raus. "Ich habe in der Kabine gesagt: Wir dürfen uns nicht verstecken", berichtete Trainerin Finkeldy. Doch ihre Elf versteckte sich nicht - sie fand schlicht den Ball nicht mehr. Hertha ließ Hordel laufen, kombinierte sachlich, fast arrogant. Filipe Gamoneda durfte sich einmal mehr als Ballverteiler aufspielen, während Bjelanovic vorne lauerte wie eine Katze vor der Milch. Fünfmal zielte der Routinier in der zweiten Halbzeit aufs Tor, ehe es in der 86. Minute endlich klingelte: Flanke Arne Schmitz, Kopfball Bjelanovic - 0:3. Der Rest war Ergebnisverwaltung. "Ich war schon ein bisschen sauer, dass ich so lange warten musste, um auch mal zu treffen", gab Bjelanovic hinterher schmunzelnd zu. "Aber wenn’s dann so passt, verzeiht man sich selbst." Sein Trainer Hummel ergänzte trocken: "Miroslav braucht eben erst fünf, sechs Versuche zum Warmwerden." Auf der anderen Seite stand TuS-Keeper Anders, gerade 18, mit glasigen Augen. "Ich hab irgendwann aufgehört zu zählen, wie oft die geschossen haben", meinte er ehrlich. "Manchmal dachte ich: Wenn ich heute überhaupt noch einen halte, spendiert mir jemand ’nen Kakao." Statistisch gesehen war das Spiel eine klare Sache: 24:5 Torschüsse, 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe und eine taktisch disziplinierte Vorstellung der Gäste. Hordel blieb bemüht, aber harm- und zahnlos. Ihr Offensivkonzept - offensiv ausgerichtet, aber ohne Pressing - wirkte, als hätte jemand das Handbuch für modernen Fußball auf dem Weg zum Stadion verloren. Trotzdem: Die Hordeler Fans blieben bis zum Schluss lautstark. Als der Schlusspfiff ertönte, brandete Applaus auf - nicht für das Ergebnis, sondern für den Mut der eigenen Jugend. "Wenn man mit sechs 18-Jährigen spielt, darf man sich über Lehrstunden nicht wundern", sagte Finkeldy süffisant. "Aber vielleicht schreiben wir in fünf Jahren selbst solche Geschichten." Hertha dagegen marschiert weiter Richtung Tabellenspitze, die Spieler verabschiedeten sich mit lässigem Winken in die Kabine. MacQueen lachte, als ihn ein Reporter fragte, ob er mit dem Ergebnis zufrieden sei: "Ach, wenn wir unsere Chancen nutzen, wird’s sonst schnell zweistellig. Heute waren wir nett." Ein Abend, an dem TuS Hordel viel lief, Hertha viel lachte - und alle etwas lernten. Vielleicht nicht über Fairness (Sebastian Horst sah in der 87. Minute Gelb für ein übermotiviertes Einsteigen), aber sicher über den Unterschied zwischen Ambition und Realität. Oder, wie ein Zuschauer beim Hinausgehen trocken sagte: "Wenn man gegen so eine Hertha spielt, hilft nur Humor. Und vielleicht ein Torwart mit Fangnetz." Endstand: TuS Hordel - CFC Hertha 0:3 (0:2). Tore: Corraface (32.), MacQueen (40.), Bjelanovic (86.). Zuschauer: 31.320. 15.07.2026 08:08 |
Sprücheklopfer
Das spricht vielleicht für eine schlechte Vereinskarriere - aber das war ein Höhepunkt meiner Laufbahn!
Jan-Aage Fjörtoft auf die Frage, was ihm der Siegtreffer gegen Bayern München bedeutet