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2. Bundesliga | 20. Spieltag | 07.10.26 | TuS Hordel - SV Warnemünde 4:3 Es dauerte gerade einmal sieben Minuten, bis die Gastgeber ihre offensive Grundhaltung in Zählbares verwandelten. Tiago Valente brachte Hordel in Führung. Wer nun glaubte, die Partie werde sich beruhigen, hatte entweder noch nie ein Spiel dieser beiden Mannschaften gesehen oder zu viel Vertrauen in die Vernunft des Fußballs. In der neunten Minute legte Fjodor Koroljuk nach. Nach Vorlage von Olav Anders stellte der 36-jährige Mittelstürmer auf 2:0 - und Warnemündes Hintermannschaft sah dabei ungefähr so sortiert aus wie ein Einkaufszettel nach einem Sturmangriff auf den Supermarkt. Der SVW antwortete allerdings prompt. Markus Brunner verkürzte in der 17. Minute nach Zuspiel von Klaus Stumpf. Hordel blieb unbeeindruckt und erhöhte in der 25. Minute durch David Drulak wieder. Valente hatte den Treffer vorbereitet. 3:1, die Lage schien übersichtlich. Für ungefähr vier Minuten. Dann schlug Warnemünde zurück. Nelson Costinha traf in der 29. Minute nach Vorlage von Manfred Seifert, ehe Brunner zwei Minuten später mit seinem zweiten Tor den Ausgleich erzielte. Diesmal kam der Pass von Johannes Noll. 3:3 - und das noch vor dem Pausenpfiff. Die Zuschauer auf den Rängen mussten sich nicht fragen, ob sie ihr Geld gut angelegt hatten. Sie mussten sich eher fragen, ob die Stadionärzte vorsorglich Beruhigungstee ausgaben. "Wir wollten mutig nach vorn spielen", lautete die sinngemäß rekonstruierte Einschätzung von Hordel-Trainerin Ute Finkeldy. "Dass beide Mannschaften diesen Plan so ernst nehmen, war vielleicht nicht ganz abgesprochen." Ihr Gegenüber Horst Horstmann hätte, ebenfalls sinngemäß, wohl sagen können: "Drei Tore auswärts sind normalerweise eine gute Grundlage. Heute waren sie zunächst nur die Hälfte der Hausaufgabe." Nach dem Seitenwechsel blieb Hordel seiner Linie treu: offensiv ausgerichtet, mit langen Bällen und schnellen Gegenstößen. In der 50. Minute zahlte sich das aus. Koroljuk erzielte nach erneuter Vorlage von Anders das 4:3. Für den Angreifer war es der zweite Treffer des Abends, für die Hordeler Fans der Moment, in dem sie erstmals zaghaft darüber nachdenken durften, das Spiel tatsächlich gewinnen zu können. Warnemünde stellte später taktisch um, spielte stärker über die Flügel, suchte mit langen Bällen den Weg nach vorn und erhöhte in der Schlussphase das Pressing. Die Einwechslungen von Mariusz Willimowski, Finn Bertram und Moritz Holz brachten neue Energie. Doch Hordel verteidigte den Vorsprung mit viel Einsatz. Nico Blum sah in der 55. Minute Gelb, auf Warnemünder Seite folgten Verwarnungen für Luis Schmitz und Costinha. Die Statistik bestätigt ein enges, aber leichtes Übergewicht der Gastgeber: Hordel kam auf 15 Torschüsse, Warnemünde auf zehn. Beim Ballbesitz lag Hordel mit 53,7 Prozent knapp vorn, auch die Zweikampfquote sprach mit 53,1 Prozent für die Mannschaft von Finkeldy. In den letzten Minuten wurde jeder Ballkontakt zur kleinen Staatsaffäre. Warnemünde drängte, Hordel konterte, und Koroljuk prüfte in der 89. Minute offenbar noch einmal, ob ein fünftes Tor wirklich nötig wäre. Es blieb beim 4:3. So endete ein Abend, an dem die Defensive beider Teams gelegentlich wie ein höflicher Vorschlag behandelt wurde. Hordel nimmt drei Punkte mit - Warnemünde immerhin die Erkenntnis, dass sieben Tore für einen unterhaltsamen Fußballabend reichen. Für einen Sieg hätten es allerdings acht sein müssen. 08.10.2026 08:22 |
Sprücheklopfer
Ha, auch Walter!
Fritz Walter Junior auf die Frage, wie denn seine Frau heißt