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2. Bundesliga | 18. Spieltag | 05.10.26 | TuS Hordel - FC München 0:1 Dabei begann Hordel durchaus munter. Fynn Huber prüfte Münchens Torhüter früh, Ernst Kunkel legte in der 13. Minute nach. Die Gastgeber spielten, wie es Trainerin Ute Finkeldy offenbar vorgesehen hatte: offensiv, mit langen Bällen und dem festen Glauben, dass einer davon irgendwann schon die richtige Adresse finden werde. Das war theoretisch ein Plan. Praktisch stand der FC München im entscheidenden Moment meist dort, wo der Ball nicht hin sollte. München selbst trat offensiv und robust auf, verzichtete aber auf übermäßiges Pressing. Man ließ Hordel kommen - eine Strategie, die im Fußball gern als kontrolliert bezeichnet wird und beim Gegner gelegentlich wie höfliche Einladung zum Angriff wirkt. In der 27. Minute musste Marcio Forque verletzt vom Feld; Jean Marshal kam für ihn. Eine Minute später war Marshal bereits an der wichtigsten Szene des Abends beteiligt. Kian Latham nahm den Ball in der 28. Minute auf, zog ab und brachte den FC München mit 1:0 in Führung. Marshal lieferte die Vorarbeit, Latham den Abschluss - und Hordel durfte sich fragen, warum ein Team mit weniger Ballbesitz plötzlich so viel mehr vom Spiel hatte. "Ich dachte kurz, der Ball sei noch unterwegs zur Seitenlinie", sagte Finkeldy später sinngemäß mit trockenem Humor. "Dann war er leider im Tor." Hordel antwortete wütend. Tim Pfeiffer schoss in der 34., 38. und 58. Minute, Kunkel versuchte es mehrfach, Huber kam ebenfalls zu einer weiteren Gelegenheit. Besonders vor der Pause drängte der TuS auf den Ausgleich. Pfeiffer verfehlte das Ziel nur knapp, Kunkel zwang die Münchner Defensive zum Rückwärtslaufen. Doch der FC blieb bei seiner Linie: sicher stehen, konsequent verteidigen, auf gute Chancen warten. Latham hatte mit seinem Treffer gezeigt, dass "gute Chancen" offenbar aus Sicht der Gäste auch genau eine sein kann. Nach dem Seitenwechsel änderte sich am Bild wenig. Hordel hatte 56,3 Prozent Ballbesitz und gewann sogar 54,3 Prozent der Zweikämpfe. München kam auf 43,7 Prozent Ballbesitz und 45,7 Prozent in den Duellen. Die Statistik las sich also wie ein Plädoyer für Hordel - leider ohne richterliche Wirkung. Fußball ist schließlich kein demokratisches Verfahren, sonst hätte Hordel nach Punkten gewonnen. Pfeiffer blieb der auffälligste Unruhestifter der Gastgeber, Kunkel arbeitete unermüdlich über links. In der Schlussphase warf Finkeldys Mannschaft alles nach vorn. Valente, Rodriguez und erneut Kunkel suchten den Abschluss. In der 87. Minute schoss Rodriguez, zwei Minuten später prüfte München noch einmal die Hordeler Abwehr. Der Ausgleich aber blieb aus. Münchens Trainer Franz Kuntz durfte sich über einen Sieg freuen, der nicht immer schön aussah, aber bemerkenswert stabil war. "Wir haben heute nicht den Ball gewonnen, sondern das Spiel", soll Kuntz nach dem Abpfiff gesagt haben. Eine nüchterne, fast schon unverschämt passende Zusammenfassung. So blieb es beim 0:1. Hordel hatte mehr Ball, mehr Abschlüsse und vermutlich auch mehr Gesprächsstoff. München nahm drei Punkte mit. Im Fußball ist das ungefähr so, als würde jemand beim Buffet nur ein Brötchen essen und trotzdem als Erster satt werden. 06.10.2026 11:24 |
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Ich sehe Licht am Himmel.
Friedel Rausch