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Hordel rettet späten Punkt gegen Hennef - Valente trifft mit jugendlicher Frechheit

Ein Mittwochabend in Bochum, Flutlicht, 28.430 Zuschauer, und gleich in der ersten Minute ein kollektives "Wie bitte?!" von den Rängen: Kaum hatte Schiedsrichter Klein die Partie angepfiffen, zappelte der Ball schon im Netz der Hordeler. Jonathan Maes, rechter Verteidiger des SC Hennef und offenbar Frühaufsteher, fasste sich nach 60 Sekunden ein Herz, zog aus gut 25 Metern ab - und traf. "Ich wollte eigentlich flanken", grinste Maes später, "aber manchmal hat der Ball halt andere Pläne."

Trainer Giovanni Diaco sprang jubelnd in die Luft, während Ute Finkeldy an der Hordeler Seitenlinie noch nicht einmal ihren Notizblock aufgeklappt hatte. "Da fragt man sich ja kurz, warum man überhaupt Taktikbesprechungen macht", murmelte sie trocken.

Doch der frühe Rückstand weckte den Kampfgeist der Gastgeber. TuS Hordel, taktisch auf Konter eingestellt und mit langen Bällen operierend, brauchte ein paar Minuten, um sich zu sortieren. Danach entwickelte sich ein offener Schlagabtausch - allerdings mit Vorteilen für Hennef, das 60 Prozent Ballbesitz und stolze 16 Torschüsse verzeichnete. Hordel hielt mit Herz und Härte dagegen, gewann aber nur knapp 47 Prozent der Zweikämpfe.

In der 14. Minute prüfte Mathias Stefan den Hennefer Keeper Noe Carreras mit einem satten Distanzschuss, der aber ebenso sicher gefangen wurde wie der anschließende Versuch von Fynn Huber drei Minuten später. Hennef blieb gefährlich - Lockhart, Marceau und Hayman feuerten beinahe im Minutentakt. Zwischenzeitlich musste Hordels junger Torhüter Davide Lorenzo mehr fliegen als ein durchschnittlicher Linienrichter, hielt aber, was zu halten war.

Kurz vor der Pause wurde es hitzig: Hordels Klaus Merkel sah Gelb nach einem rustikalen Einsteigen, Hennefs Eric Neville revanchierte sich eine Minute später mit einer eigenen Verwarnung. "Da hat’s ein bisschen geknistert", gab Hennef-Kapitän MacDuff zu, "aber Fußball ohne Emotionen wäre ja nur Yoga mit Ball."

Zur Pause reagierte Finkeldy gleich dreifach: Freitag, Hauser und Runge kamen neu. "Ich wollte frische Beine - und vielleicht auch frische Ideen", erklärte sie später mit einem Augenzwinkern. Die Umstellungen zeigten Wirkung. Hordel stand kompakter, lauerte auf Konter - und bekam sie.

In der 53. Minute verpasste Gunborg Brun noch knapp das Tor, dann kam die Phase, in der Hordel den Druck erhöhte. Das Publikum spürte es, die Spieler spürten es - und in der 81. Minute platzte endlich der Knoten: Der 22-jährige Tiago Valente, bis dahin eher mit Fehlschüssen aufgefallen, nutzte eine Hereingabe des eingewechselten Routiniers Tim Freitag und schob eiskalt zum 1:1 ein. "Ich hab nur gedacht: Bitte nicht drüber!", lachte Valente nach dem Spiel. "Und dann war er drin. Perfekt."

Das Stadion bebte, die zuvor müde wirkende Mannschaft war plötzlich elektrisiert. Die letzten Minuten wurden ein wilder Ritt. Hennef warf alles nach vorne, Hayman prüfte Lorenzo in der 93. und 96. Minute erneut. Doch der junge Keeper hielt mit stoischer Ruhe - und einem Reflex, der an eine Katze auf Espresso erinnerte.

Hennef haderte, Hordel jubelte. "Wir haben zwei Punkte verloren", meinte Hennefs Trainer Diaco, "aber immerhin keinen dritten." Finkeldy sah es gelassener: "Nach so einem Start ist ein Punkt eigentlich wie ein kleiner Sieg. Ich überlege, ob ich beim nächsten Spiel einfach in der zweiten Minute ein Gegentor einplane - scheint ja zu helfen."

Statistisch gesehen war Hennef klar überlegen - doppelt so viele Torschüsse, mehr Ballbesitz, besseres Zweikampfverhalten. Doch Fußball wird bekanntlich nicht auf Tabellenblättern gespielt. "Wir haben uns das Unentschieden erarbeitet", sagte Kapitän Berndt Brand, der mit 37 Jahren die Ruhe selbst blieb. "Und Tiago hat gezeigt, dass Jugend und Wahnsinn manchmal genau das sind, was man braucht."

Als die Spieler nach Abpfiff in die Kabinen gingen, rief ein Zuschauer von der Tribüne: "Beim nächsten Mal bitte früher aufwachen!" - worauf Tiago Valente lachend antwortete: "Versprochen, aber dann schießen wir gleich zwei!"

So endete ein Abend, der für Taktiker eine Lehrstunde, für Romantiker eine Achterbahnfahrt und für alle anderen einfach ein gutes Stück Zweitligaunterhaltung war.

Und während draußen noch die Flutlichter glühten, fasste ein Fan das Spiel wohl am treffendsten zusammen: "Erst Schock, dann Hoffnung, schließlich Erlösung - klingt fast wie mein Montagmorgen."

05.03.643994 17:59
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Weil, der Trainer braucht jetzt Spieler mit harten Eiern.
Jan-Aage Fjörtoft auf die Frage, warum er beim nächsten Spiel aufgestellt werden sollte
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