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2. Bundesliga | 11. Spieltag | 27.09.26 | TuS Hordel - DJK Rosenheim 1:0 Hordel begann offensiv und mit erstaunlich wenig Interesse daran, den Ball lange zu streicheln. Die taktische Marschroute war klar: lange Zuspiele, schnelle Gegenstöße, Schüsse aus allen denkbaren Lagen. Bereits in der dritten Minute prüfte Tim Pfeiffer Rosenheims Torwart Vitorino Enrico. Tiago Valente legte wenig später nach, Marwin Rodriguez versuchte es in der siebten Minute. Hordel schoss, Rosenheim sortierte sich - ein Muster, das sich durch die erste Halbzeit zog. "Wir wollten Rosenheim gar nicht erst zum Nachdenken kommen lassen", sagte Finkeldy später. "Das hat in den ersten Minuten ganz ordentlich funktioniert. Danach haben wir ihnen leider etwas Zeit gelassen." Eine bemerkenswert ehrliche Analyse für einen Abend, an dem ihre Mannschaft immerhin 16 Torschüsse abgab. Rosenheim hatte zwar knapp mehr Ballbesitz, mit 50,08 Prozent allerdings nur so viel, dass man daraus kaum eine Dynastie ableiten konnte. Die Mannschaft von Kamil Breer versuchte es ausgewogen, mit kontrolliertem Passspiel und ohne nennenswertes Pressing. Sreto Vasiljevic gab in der achten Minute den ersten Warnschuss der Gäste ab, Lucas Baker folgte in der 40. Minute. Mehr war es zunächst nicht. Hordel blieb gefährlicher, traf aber ebenfalls nicht. Zur Pause stand es 0:0 - ein Ergebnis, das vor allem den Torhütern und der Torlatte gefallen haben dürfte. Auch nach dem Seitenwechsel blieb Hordel im Vorwärtsgang. Olav Anders schoss in der 62. Minute, Pfeiffer versuchte es drei Minuten später erneut. Dann kam die 65. Minute: Rodriguez setzte sich auf der rechten Seite durch und bediente Pfeiffer. Der Mittelstürmer blieb ruhig und erzielte das 1:0. Kein Zaubertrick, kein dramaturgischer Nebel - einfach ein sauber ausgespielter Angriff und ein Abschluss, der seinen Namen verdient. "Marwin hat den Ball perfekt gebracht", sagte Pfeiffer. "Ich musste eigentlich nur noch dort stehen, wo ein Stürmer eben stehen sollte." Das klingt simpel, ist aber im Fußball bekanntlich eine hochkomplexe Wissenschaft. Rosenheim musste nun mehr riskieren, blieb aber offensiv überschaubar. Christopher Bedard und Baker kamen noch zu Abschlüssen, ohne Hordel ernsthaft aus dem Gleichgewicht zu bringen. Die Gastgeber verteidigten konzentriert und gewannen 57 Prozent ihrer Zweikämpfe. Klaus Merkel sah in der 78. Minute die Gelbe Karte, was vermutlich der deutlichste Hinweis darauf war, dass dieses Spiel gegen Ende doch noch ein wenig Emotion vertrug. "Wir hatten den Ball, aber Hordel hatte die besseren Ideen", räumte Gästetrainer Breer ein. "Das ist eine bittere Art zu verlieren, weil wir nicht völlig chancenlos waren." Das stimmt. Rosenheim war nicht schlecht - nur eben nicht gut genug, um aus Ballbesitz Gefahr zu machen. Hordel brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Joel Schumacher durfte in der 90. Minute noch einmal schießen, danach war Schluss. 1:0 für TuS Hordel, dank Pfeiffer und Rodriguez - und dank einer Mannschaft, die öfter schoss, härter in die Zweikämpfe ging und am Ende den entscheidenden Moment erwischte. Rosenheim nimmt immerhin 50,08 Prozent Ballbesitz mit nach Hause. Hordel nimmt drei Punkte. Im Fußball ist das meistens das bessere Souvenir. 29.09.2026 09:07 |
Sprücheklopfer
Das Positive war, dass wir hinten zu Null gespielt haben. Das Negative war, dass wir auch vorne zu Null gespielt haben.
Felix Magath