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2. Bundesliga | 21. Spieltag | 01.09.26 | TuS Hordel - SC Weimar 6:0 Um 20.30 Uhr war die Welt für Weimar noch halbwegs in Ordnung. Die Mannschaft von Pino Zimmermann begann defensiv, lauerte auf Konter und verzichtete zunächst auf aktives Pressing. Ein Plan, der auf dem Papier vernünftig aussah. Auf dem Rasen allerdings wirkte er bald ungefähr so hilfreich wie ein Regenschirm in einem Schwimmbecken. Nach sieben Minuten schlug Ernst Kunkel erstmals zu. Marwin Rodriguez hatte die Vorarbeit geleistet, Kunkel vollendete zur frühen Führung. Nur fünf Minuten später war der linke Angreifer erneut zur Stelle, diesmal nach Zuspiel von Vincent Albinana. 2:0 - und Weimar sah sich bereits mit der unangenehmen Frage konfrontiert, ob man den Abend nicht besser mit einer taktischen Mannschaftsbesprechung im Bus verbringen sollte. Hordel spielte dabei keineswegs mit erdrückendem Ballbesitz. 50,5 Prozent standen am Ende für die Gastgeber, 49,5 für Weimar. Der Ball war also durchaus gerecht verteilt. Nur wusste Hordel sehr viel mehr damit anzufangen. Während die Gäste den Ball offenbar gelegentlich zur Beruhigung herumreichten, suchte TuS den direkten Weg zum Tor - offensiv, mit langen Pässen und dem klaren Auftrag, auch aus weniger aussichtsreichen Positionen abzuziehen. In der 28. Minute erhöhte Fynn Huber nach Vorlage von Tim Pfeiffer auf 3:0. Fünf Minuten später war wieder Kunkel an der Reihe, ehe der 26-Jährige kurz vor der Pause sogar seinen vierten Treffer erzielte. Nach 43 Minuten stand es 5:0. Die Anzeigetafel arbeitete schneller als manche Abwehrreihe an diesem Abend. "Noch ein Tor, dann wird es unhöflich", soll ein Zuschauer auf der Tribüne zu seinem Nebenmann gesagt haben. Der Nebenmann soll kurz gerechnet und geantwortet haben: "Wir sind schon lange über diesen Punkt hinaus." Eine Szene, die nicht verbürgt ist, aber emotional erstaunlich gut zum Spiel passte. Trainerin Finkeldy durfte mit der ersten Halbzeit hochzufrieden sein. Hordel hatte bis zur Pause bereits ein Chancenfeuerwerk abgebrannt, während Weimar weiter auf Konter setzte und den Einsatz eher dosiert hielt. Zimmermann reagierte zur 54. Minute und brachte Torsten Albrecht für Alexander Finnan. Der Wechsel brachte zunächst mehr Ordnung, aber keine Wende. Die Hoffnung auf Schadensbegrenzung hielt bis zur 61. Minute. Dann traf Tiago Valente nach Vorarbeit von Detlev Foerster zum 6:0. Hordel nahm danach etwas Tempo heraus, blieb aber gefährlich. Insgesamt verzeichneten die Gastgeber 17 Torschüsse, Weimar lediglich einen. Der kam in der 86. Minute von Finnan - zu diesem Zeitpunkt war der Abend längst entschieden, und selbst der Ball schien sich zu fragen, warum er so spät noch bemüht wurde. Die drei gelben Karten gegen Klaus Merkel, Peter Zimmer und Jesus Meiser blieben die einzigen nennenswerten Disziplinarmaßnahmen. Hordel gewann zudem 58,1 Prozent der Zweikämpfe. Am Ende blieb Weimar ohne Tor, ohne Punkt und mit einer Rückfahrt, bei der vermutlich niemand auf die Idee kam, den Mannschaftsfilm des Abends einzulegen. Für Hordel war es dagegen ein nahezu perfekter Fußballabend: sechs Tore, fünf davon schon vor der Pause, und ein Ernst Kunkel in Galaform. Weimar hatte den Ball fast genauso oft - nur leider meistens in den falschen Momenten. 02.09.2026 09:12 |
Sprücheklopfer
Es wird nicht ganz zur Routine, weil ich ja mittlerweile auch die Mütter gewechselt habe.
Felix Magath auf die Frage, ob Geburten ab dem fünften Kind schon zur Routine werden