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2. Bundesliga | 21. Spieltag | 26.07.26 | TuS Hordel - SV Steuden 3:0 Tiago Valente war der Mann des frühen Schocks. Der Hordeler Angreifer traf in der ersten Minute und verwandelte das Stadion umgehend in einen Ort, an dem selbst harmlose Bälle plötzlich wie historische Ereignisse gefeiert wurden. "Wir wollten von Anfang an zeigen, dass wir nicht zum gemeinsamen Kennenlernen auf dem Platz sind", sagte Valente später - angeblich mit einem Grinsen, das breiter war als die Hordeler Angriffsseite. Steuden hatte zunächst durchaus eigene Ideen. Maximilian Weis und Matthias Kraft prüften in der zweiten und vierten Minute die Hordeler Defensive, doch daraus entstand kein nachhaltiger Schrecken. Stattdessen schlug Hordel erneut zu: In der sechsten Minute erhöhte Fynn Huber auf 2:0. Vincent Albinana lieferte die Vorlage, Huber vollendete. Steudens Torwart Julius Seiler dürfte sich dabei kurz gefragt haben, ob seine Abwehr noch rechtzeitig zum Spielbeginn erschienen war. Die Gastgeber spielten offensiv, lauerten aber zugleich auf Konter. Das klingt auf dem Papier nach einem Widerspruch, auf dem Rasen war es eine ziemlich unangenehme Mischung für Steuden. Hordel setzte auf lange Bälle, schoss aus allen Lagen und blieb bei der taktischen Marschroute konsequent. Steuden versuchte es ausgewogener, mit kontrolliertem Passspiel und ausgewählten Abschlüssen - leider waren die ausgewählten Momente offenbar nicht immer die richtigen. Bis zur Pause gab Hordel den Ton an. Tim Pfeiffer und Huber tauchten wiederholt gefährlich vor dem Tor auf, während Tiago Valente und Ernst Kunkel über die Außen für Unruhe sorgten. Insgesamt brachte Hordel 16 Torschüsse zustande, Steuden lediglich vier. Auch beim Ballbesitz lagen die Hausherren vorn: 55,25 Prozent standen 44,75 Prozent der Gäste gegenüber. Kein erdrückender Wert, aber einer, der deutlich machte, wer an diesem Abend die Fernbedienung in der Hand hielt. Steudens Trainer Karli Konter reagierte zur Pause und brachte Daniel Berg für Philip Böttcher. Später folgten Kevin Reimann für Björn Kraft sowie Martin Prinz für Maximilian Weis. Die Wechsel brachten frische Beine, aber keine neue Richtung. "Wir wollten geduldig bleiben", erklärte Konter nach dem Abpfiff. "Vielleicht waren wir eine Spur zu geduldig." Eine diplomatische Umschreibung für einen Abend, an dem die Offensive eher höflich anklopfte, statt die Tür einzutreten. Hordel blieb auch nach dem Seitenwechsel gefährlich. Marwin Rodriguez und Ernst Kunkel kamen zu Chancen, Olav Anders versuchte sich aus dem Mittelfeld. Steuden setzte in der 47. und 52. Minute noch Nadelstiche durch Michael Link und Björn Kraft, doch der Anschlusstreffer blieb aus. Die Partie verflachte nie völlig, auch wenn Hordel zunehmend den Eindruck vermittelte, das Ergebnis bereits im Kopf unterschrieben zu haben. In der 82. Minute machte Huber endgültig den Deckel drauf. Nach Zuspiel von Rodriguez erzielte der Mittelstürmer sein zweites Tor und das 3:0. Danach war die Sache entschieden, selbst wenn Tim Pfeiffer in der Nachspielzeit noch einmal abschloss. "Beim dritten Tor wusste ich: Heute wird es schwierig, uns noch schlechte Laune zu machen", sagte Trainerin Ute Finkeldy sinngemäß. Hordel gewinnt verdient, effizient und mit einer Portion jener Unverschämtheit, die erfolgreiche Fußballabende gelegentlich brauchen. Steuden bleibt nur die Erkenntnis: Gegen eine Mannschaft, die nach sechs Minuten 2:0 führt, ist Geduld zwar eine Tugend - aber nicht unbedingt ein Spielplan. 27.07.2026 05:00 |
Sprücheklopfer
Wir hatten viele Verletzte, aber das soll den Sieg der Freiburger in keinster Weise schmeicheln.
Andreas Brehme