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Königsblau dreht das Spiel: Gelsenkirchen 04 schlägt Beuel 3:1

Es war einer dieser Abende in der "Arena unter Flutlicht", an denen Fußball nicht nur gespielt, sondern gefühlt wird - und zwar mit allen Sinnen. 30.329 Zuschauer sahen, wie Gelsenkirchen 04 nach frühem Rückstand den SV Beuel mit 3:1 bezwang und dabei zwischenzeitlich aussah, als wolle es die eigene Offensive neu erfinden - notfalls mit der Brechstange.

Dabei begann alles wie so oft in dieser Saison: mit einer Schrecksekunde. Schon nach 14 Minuten stürmte Beuels Linksaußen José Galisteo in den Strafraum, bekam den Ball von Jürgen Michels mustergültig in den Lauf gespielt und schob eiskalt zum 0:1 ein. "Ich hab’s kommen sehen, aber keiner hat ihn gehalten - nicht mal der Wind", knurrte Gelsenkirchens Trainer Andreas Meyer später. Und tatsächlich: Seine Elf wirkte in dieser Phase schläfrig, die Konter verpufften, die langen Bälle fanden keinen Abnehmer.

SV Beuel, taktisch ausgeglichen und ballsicher, hatte mehr vom Spiel - 52 Prozent Ballbesitz und 13 Torschüsse sprechen eine deutliche Sprache. Doch wer im Fußball die Statistik gewinnt, kriegt selten Punkte. Kurz vor der Pause (43.) zeigte Gelsenkirchen, warum man sie nie abschreiben sollte: Horst Schulz flankte halbhoch in den Rückraum, Jannick Bach nahm sich ein Herz und drosch den Ball unhaltbar in den Winkel - 1:1. Das Stadion bebte, und Meyer grinste erstmals an diesem Abend. "Da hat er mal gemacht, was ich ihm seit drei Wochen einbläue: Einfach draufhalten!", lachte der Coach.

In der Kabine muss es dann eine Mischung aus Donnerwetter und Motivationsseminar gegeben haben. "Er hat uns gesagt, wir sollen endlich Fußball spielen und nicht Briefmarken tauschen", verriet später Stürmer Joschua Lindemann mit einem Grinsen. Und siehe da: Kaum war die zweite Halbzeit angepfiffen, drehte sich das Spiel.

In der 53. Minute passte Lindemann steil auf Marvin Mayer, der mit rechts flach ins lange Eck traf - 2:1. Beuel schaute ungläubig, Meyer ballte die Faust, und die Fans sangen, als stünden sie kurz vor der Meisterschaft. Nur fünf Minuten später (58.) war es dann Lindemann selbst, der nach einem langen Ball von Innenverteidiger Lennard Konrad durchstartete und cool abschloss - 3:1. Drei Tore binnen 15 Minuten Spielzeit - das nennt man wohl Effizienz.

Beuel versuchte es noch einmal, aber das Glück war dahin. Galisteo prüfte den Gelsenkirchener Keeper Wilhelm Preuss mehrfach, traf aber entweder den Torwart oder das Fangnetz. In der 65. Minute verletzte sich Beuels Rechtsaußen Vladimir Valachovic und musste raus - ein Nackenschlag, der das Angriffsspiel endgültig lähmte. "Wir waren eigentlich gut drin, aber dann fiel das 2:1, und plötzlich war Licht aus", analysierte Beuel-Coach René Kuhl nüchtern.

Die letzten 20 Minuten waren dann eher ein Schaulaufen: Gelsenkirchen wechselte jung, wild und gelbgefährdet. Der 20-jährige Bertalan Bicskei kam, sah und kassierte in der 86. Minute prompt Gelb - "wegen jugendlicher Ungeduld", wie sein Trainer augenzwinkernd meinte. Jürgen Wegener holte sich in der Nachspielzeit ebenfalls den gelben Karton ab - offenbar wollte er nicht, dass sich sein Teamkollege allein fühlt.

Lange Bälle, wenig Pressing, aber eiskalte Chancenverwertung - so würde man die Taktik von Gelsenkirchen 04 an diesem Abend wohl im Lehrbuch beschreiben. Beuel dagegen spielte schön, kombinierte klug, aber am Ende fehlte das Quäntchen Biss.

"Fußball ist manchmal wie ein schlechter Witz - du lachst erst, wenn’s vorbei ist", sagte Jannick Bach im Spielertunnel mit einem breiten Grinsen. Und während die Fans auf den Rängen noch ihre letzten Bierbecher schwangen, blickte Trainer Meyer schon nach vorn: "Wenn wir so weiter treffen, muss ich mir bald keine Sorgen mehr um meinen Job machen."

Das Publikum feierte, als hätte man gerade die Champions League gewonnen - und vielleicht fühlte es sich für die Anhänger auch genau so an. Ein Abend voller Emotionen, ein verdienter 3:1-Erfolg und die Erkenntnis: Gelsenkirchen 04 lebt - mit all seiner Widersprüchlichkeit, Leidenschaft und einer gehörigen Portion Chaos.

Man könnte sagen, das war kein perfektes Spiel. Aber perfekt langweilig war’s ganz sicher nicht.

30.05.643997 17:45
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